• Corona und COVID-19

    Die wichtigsten Infos für Tierfreunde

Weltweit grassiert das Coronavirus und auch hierzulande häufen sich die bestätigten Fälle. Jetzt sind fundierte Informationen für Mensch und Tier gefragt. Wir haben die wichtigsten Fragen, Antworten und Tipps zur COVID-19-Pandemie für Sie zusammengefasst.

Corona-Faktencheck für Tierfreunde

Forscher gehen derzeit davon aus, dass das neue Coronavirus SARS-CoV-2 auf einem chinesischen Tiermarkt von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf Menschen übertragen wurde. Derzeit werden Schuppentiere als mögliche Zwischenwirte diskutiert. Die durch den Virus SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung wird COVID-19 genannt.

Beim momentan grassierenden Virus spielen laut aktuellem Stand Haustiere keine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2.  Tests belegen, dass sich Tiere jedoch vereinzelt mit dem Virus anstecken konnten, jedoch nicht als Überträger gelten. Coronaviren sind unter Tieren wie Hunden oder Katzen durchaus weitverbreitet, aber außer dem Namen haben sie nichts gemeinsam, lassen Sie sich dadurch nicht irritieren. [1, 2]

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen. Bei der Covid-19-Pandemie ist die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung.

Offizielle Empfehlungen lauten: Zur Sicherheit ja – auch wenn es aktuell keine Hinweise darauf gibt, dass Haustiere sich anstecken können. [1]

Dies ist abhängig von der jeweiligen Tierart nicht komplett auszuschließen. Allerdings bedeutet eine mögliche Infektion von tierischen Mitbewohnern, bedeutet jedoch nicht, dass sich auch das Virus in dem Tier vermehren kann oder es als Ausscheider des Virus fungiert. Dennoch sollten mit dem Virus infizierte Personen gerade beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten und engen Kontakt mit den tierischen Mitbewohnern möglichst vermeiden.

Die Meldepflicht soll einen deutschlandweiten Überblick verschaffen, um Informationen besser zu bündeln und gegebenenfalls auch die Rolle von tierischen Mitbewohnern in der Corona-Pandemie besser zu verstehen.

Derzeit besteht keine Untersuchungspflicht für tierische Mitbewohner. Es besteht lediglich eine Informationspflicht, aufgrund derer Tierärzte oder entsprechende tiermedizinische Labore, dem Veterinäramt positive Ergebnisse melden müssen. Das Veterinäramt ist in diesem Fall befugt, Quarantänemaßnahmen anzuordnen.

Die Kosten für die Untersuchung einer Coronainfektion des Haustiers trägt im Normalfall der Tierhalter. Im Fall eines besonderen wirtschaftlichen Interesse am Testergebnis oder bei einem Verdacht auf eine Infektion, können die Kosten mit dem zuständigen Veterinäramt besprochen werden.

Falls eine Quarantäne angeordnet wird, ist das Verlassen des Hauses nicht mehr gestattet. Man steht quasi unter Hausarrest. Bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Sowohl für Einkäufe als auch für das Gassigehen ist man dann auf Hilfe von außen angewiesen. Betroffene müssen dann Freunde, Nachbarn oder einen Ausführdienst um Hilfe bitten. Davon zu unterscheiden sind sogenannte Ausgangssperren, die für alle Bürger gelten können, unabhängig davon, ob sie erkrankt sind oder nicht. Noch gibt es in Deutschland keine konkrete Regelung dazu. Die Länder Italien, Spanien, Österreich und nun auch Frankreich haben allerdings bereits Ausgangssperren verhängt. Wie genau diese ausgestaltet sind, kommt auf die konkrete Anordnung an und kann daher nicht pauschal beantwortet werden. In den betroffenen Ländern sind derzeit Einkäufe und notwendige Fahrten zur Arbeit gestattet. Die Bürger dürfen dort auch ihr Heim verlassen, um Kinder, Ältere und Hilfsbedürftige zu betreuen. Zumeist sind auch kurze Spaziergänge, Joggen und Gassi gehen mit dem Hund noch erlaubt, solange die übrigen Sicherheitsvorkehrungen (Zwei Meter Abstand; Sozialkontakte nur auf das Notwendige reduziert) eingehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass eine Ausgangssperre hierzulande ähnlich geregelt sein wird. Der genaue Umfang wird dann bekannt gegeben werden.

Zoos und Tierparks haben unterschiedlich schnell auf die Corona-Lage reagiert. Aufgrund der Corona-Verordnungen wurde der Zoobetrieb bis spätestens Mitte März für Besucher geschlossen. Einige Zoos nutzten die Lage, um durch haltlose Androhungen von „Not-Schlachtungen“ Panik zu schüren oder zusätzliche öffentliche Gelder für den Erhalt der Zoos zu fordern. Seit Mai 2020 haben Zoos unter Auflagen wieder geöffnet, einige Tierhäuser sind weiterhin geschlossen.

PETA fordert, nicht nur Zoobesucher zu schützen, sondern unbedingt auch die dort eingesperrten Tiere. Im April 2020 haben sich im New Yorker Bronx Zoo acht Großkatzen, fünf Tiger und drei Löwen mit dem Coronavirus infiziert, vermutlich durch einen infizierten, aber symptomfreien Zoowärter. [3] Damit ist erstmals eine Übertragung vom Menschen auf ein Wildtier in Gefangenschaft festgestellt worden.

Die vorschnelle Wiedereröffnung von Zoos gefährdet die Gesundheit der Tiere, da Besucher das Virus einschleppen könnten. Besonders für Menschenaffen könnte das Coronavirus fatale Auswirkungen haben: Da sie uns Menschen in ihren biologischen Eigenschaften so ähnlich sind, sind sie auch für Krankheitserreger der menschlichen Atemwege anfällig. In der Vergangenheit haben selbst für den Menschen harmlose Krankheitserreger bei Menschenaffen tödliche Erkrankungen ausgelöst. [4]

PETA ruft die Bevölkerung deshalb auf, jetzt erst recht keine Zoos zu besuchen, um die Tiere nicht zu gefährden. Vielleicht fördert der Corona-bedingte Lockdown sogar das Mitgefühl gegenüber den Tieren in Zoos, die dauerhaft ihrer Freiheit beraubt sind und ihr gesamtes Leben mit „Ausgangssperre“ verbringen.

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegen nach derzeitigem Kenntnisstand keine Hinweise vor, dass das Virus durch Lebensmittel übertragen werden kann. [5] Nach zahlreichen Corona-Infizierten in deutschen Schlachthöfen warnen Hygieneexperten jedoch nun vor rohem Fleisch. Bisher sei zwar keine Infektion über Lebensmittel nachgewiesen. Da aber eine mögliche Gefahr für Verbraucher besteht, wird geraten, Hautkontakt zu rohem Fleisch zu vermeiden, dieses nur mit Handschuhen zu berühren und sich anschließend die Hände zu desinfizieren.

Eine neue Untersuchung bestätigt nun die Meinung der Experten und hat aufgezeigt, dass sich COVID-19 selbst auf gekühltem und tiefgefrorenem Fleisch bis zu 3 Wochen halten und somit eine Gefahr für eine Neuinfektion darstellen kann [6].

Tierställe und Schlachthäuser sind Brutstätten für potentiell krankmachende Keime, weshalb eine vegane Lebensweise nicht nur Tiere schützt, sondern auch die menschliche Gesundheit. Ein weiteres Beispiel neben Viren in diesem Zusammenhang sind antibiotikaresistente Bakterien, wegen denen schon heute viele tausende Menschen in Deutschland sterben. Weitere Infos unter: www.peta.de/antibiotikaeinsatz-in-deutschen-staellen

Es gibt bisher Befürchtungen, dass Tiere verstärkt in Tierheimen abgegeben werden könnten. Eine medizinisch relevante Begründung dafür gibt es nicht. Nochmals wollen wir darauf aufmerksam machen, dass nach derzeitigem Wissensstand der Virus SARS-CoV-2 NICHT durch Haustiere übertragen werden kann. Wir appellieren an alle Tierhalter, jetzt mit ausreichend Verantwortung zu handeln und für die tierischen Mitbewohner Sorge zu tragen, diese auf keinen Fall auszusetzen oder auch nicht im Tierheim abzugeben. 

In den USA wird gerade ein Impfstoff direkt in klinischen Studien am Menschen getestet – eigentlich vorhergehende Tierversuche wurden übersprungen. 95 Prozent aller Wirkstoffe, die in Tierversuchen als wirksam und sicher eingestuft werden, versagen in den nachfolgenden klinischen Studien am Menschen – deswegen fordert PETA schon seit Jahren tierfreie Testmethoden, die aussagekräftige Ergebnisse für den Menschen hervorbringen. Die gerade durchgeführte Studie wird zwar nicht alle Tierversuche für Impfstoffe stoppen, aber sie wird hoffentlich den Weg ebnen für die zukünftige Entwicklung sicherer Impfstoffe mit für den Menschen aussagekräftigen Testmethoden.

 

Da Supermärkte und Futterläden weiterhin geöffnet haben, ist die Versorgung unserer tierischen Mitbewohner gewährleistet. Um ganz sicherzugehen, ist es grundsätzlich ratsam, ungefähr einen Zwei-Wochen-Vorrat an Tiernahrung zu Hause zu haben.

Vor dem Besuch sollte man sich telefonisch bei seiner Tierarztpraxis erkundigen, welche aktuellen Vorgaben gelten. Die meisten Praxen möchten sicherstellen, dass sich nicht zu viele Menschen auf einmal im Wartebereich aufhalten. Einige führen nur noch Notfallbehandlungen durch oder bitten Tierhalter, vor der Tür zu warten. Fragen Sie vorher nach, wie die Situation gehandhabt wird. Sollte Ihr Tier dauerhaft Medikamente benötigen, achten Sie darauf, stets eine Zwei-Wochen-Ration im Haus zu haben.

Viele Tiere, die kein Zuhause haben, sind auf Futterspenden angewiesen, in Deutschland z.B. obdachlose Katzen. Setzen Sie sich mit Tierschutzgruppen vor Ort in Verbindung, um zu helfen. Es können zum Beispiel Futterrationen deponiert oder in Futterautomaten angeboten werden. Sollte eine deutschlandweite Ausgangssperre verhängt werden, können solche Futterautomaten obdachlosen Tieren das Überleben sichern.

Viele Ställe haben bereits entsprechende Pläne ausgearbeitet. Durch Absprachen kann sichergestellt werden, dass genügend Abstand gewahrt bleibt. Erkundigen Sie sich am besten umgehend telefonisch bei den Verantwortlichen vor Ort.

Aktuelle Meldungen
Täglich gibt es neue Erkenntnisse und Forderungen rund um das neuartige Virus. Damit die Tiere in der Nachrichtenflut nicht untergehen, informieren wir Sie hier über alle aktuellen Entwicklungen.

Aktuelle Meldungen

Was Sie jetzt tun können
Bleiben Sie soweit möglich zu Hause, halten Sie Abstand und waschen Sie sich gründlich die Hände. Wir haben darüber hinaus Tipps und Infos zusammengestellt, um Ihnen und Ihren tierischen Mitbewohnern die Zeit daheim zu erleichtern.
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[1] COVID-19 Coronavirus & Pets | Oregon Veterinary Medical Association, online: https://www.oregonvma.org/care-health/zoonotic-diseases/coronavirus-faq, zuletzt eingesehen am 15.07.2020.
[2] Coronavirus: Friedrich-Loeffler-Institut, online: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/coronavirus/, zuletzt eingesehen am 15.07.2020.
[3] Redaktionsnetzwerk Deutschland (23.04.2020): Tiger und Löwen im New Yorker Zoo an Corona erkrankt, https://www.rnd.de/panorama/tiger-und-lowen-im-new-yorker-zoo-an-corona-erkrankt-QQYBG4C54QI6VINALVQMTRAJYI.html, zuletzt eingesehen am 15.07.2020.
[4] World News Monitor (27.03.2020): Experten warnen: Corona ist eine tödliche Bedrohung für Menschenaffen, https://world-news-monitor.de/umwelt/2020/03/27/experten-warnen-corona-ist-eine-toedliche-bedrohung-fuer-menschenaffen/, zuletzt eingesehen am 15.07.2020.
[5] European Food Safety Authority - Coronavirus: keine Anhaltspunkte, dass Lebensmittel eine Quelle für eine Infektion oder ein Übertragungsweg sind, online: http://www.efsa.europa.eu/de/news/coronavirus-no-evidence-food-source-or-transmission-route, zuletzt eingesehen am 15.07.2020.
[6] Dale Fisher, Alan Reilly, Adrian Kang Eng Zheng, Alex R Cook, Danielle E. Anderson: Seeding of outbreaks of COVID-19 by contaminated fresh and frozen food, 18. August 2020. Zuletzt abgerufen am 31.8. unter: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.08.17.255166v1.full