• Corona und COVID-19

    Die wichtigsten Infos für Tierfreunde

Weltweit grassiert das Coronavirus und auch hierzulande häufen sich die bestätigten Fälle. Jetzt sind fundierte Informationen für Mensch und Tier gefragt. Wir haben die wichtigsten Fragen, Antworten und Tipps zur COVID-19-Pandemie für Sie zusammengefasst.

Corona-Faktencheck für Tierfreunde

Forscher gehen derzeit davon aus, dass das neue Coronavirus SARS-CoV-2 auf einem chinesischen Tiermarkt von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf Menschen übertragen wurde. Derzeit werden Schuppentiere als mögliche Zwischenwirte diskutiert. Die durch den Virus SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung wird COVID-19 genannt.

Beim momentan grassierenden Virus SARS-CoV-2 können laut aktuellem Stand Haustiere nicht als Träger oder Überträger fungieren. Coronaviren sind unter Tieren wie Hunden oder Katzen durchaus weitverbreitet, aber außer dem Namen haben sie nichts gemeinsam, lassen Sie sich dadurch nicht irritieren. [1, 2]
 

Dr. Andreas Schwarzkopf, der als der führende Hygieniker Mitteleuropas gilt und sich seit vielen Jahren mit dem Thema Mensch-Tier-Hygiene beschäftigt, sagt dazu: „Obwohl es in China zu brutalen Tötungen von Haustieren in den betroffenen Gebieten kam, gibt es bisher weder dort noch hier solide Hinweise auf Trägerschaft oder Weitergabe durch Haus- und Nutztiere. Man geht derzeit von einer Übertragung von Mensch zu Mensch aus, wobei die relativ hohe Quote der symptomlosen, aber infektiösen Träger maßgeblich zur Ausbreitung beiträgt. Die [...] publizierte Meldung, dass in Hongkong der erste Hund positiv getestet wurde (an Nase und Ohren, geringe Anzahl) ist dem Testverfahren geschuldet. Dieses ist ein Erbgutnachweis und reagiert auf geringe Mengen auch inaktiver Viren. Daher ist zu vermuten, dass der symptomfreie Hund durch das gemeinsame Leben mit seiner infizierten Halterin auf engem Raum geringe Virusmengen als Kontamination aufgenommen hat. Unverändert gilt die Annahme, dass Tiere nicht als Träger oder Überträger fungieren.“ [1]

Offizielle Empfehlungen lauten: Zur Sicherheit ja – auch wenn es aktuell keine Hinweise darauf gibt, dass Haustiere sich anstecken können. [1]

Falls eine Quarantäne angeordnet wird, ist das Verlassen des Hauses nicht mehr gestattet. Man steht quasi unter Hausarrest. Bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Sowohl für Einkäufe als auch für das Gassigehen ist man dann auf Hilfe von außen angewiesen. Betroffene müssen dann Freunde, Nachbarn oder einen Ausführdienst um Hilfe bitten. Davon zu unterscheiden sind sogenannte Ausgangssperren, die für alle Bürger gelten können, unabhängig davon, ob sie erkrankt sind oder nicht. Noch gibt es in Deutschland keine konkrete Regelung dazu. Die Länder Italien, Spanien, Österreich und nun auch Frankreich haben allerdings bereits Ausgangssperren verhängt. Wie genau diese ausgestaltet sind, kommt auf die konkrete Anordnung an und kann daher nicht pauschal beantwortet werden. In den betroffenen Ländern sind derzeit Einkäufe und notwendige Fahrten zur Arbeit gestattet. Die Bürger dürfen dort auch ihr Heim verlassen, um Kinder, Ältere und Hilfsbedürftige zu betreuen. Zumeist sind auch kurze Spaziergänge, Joggen und Gassi gehen mit dem Hund noch erlaubt, solange die übrigen Sicherheitsvorkehrungen (Zwei Meter Abstand; Sozialkontakte nur auf das Notwendige reduziert) eingehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass eine Ausgangssperre hierzulande ähnlich geregelt sein wird. Der genaue Umfang wird dann bekannt gegeben werden.

Bisher war die Lage, was Zoobesuche angeht, uneinheitlich: Manche Zoos haben bereits seit einigen Tagen komplett geschlossen, andere blieben zunächst geöffnet, haben aber den Betrieb eingeschränkt. PETA fordert, in jedem Fall nicht nur Zoobesucher zu schützen, sondern insbesondere auch die Menschenaffen in Zoos. Da noch nicht geklärt ist, ob auch Menschenaffen an dem Virus erkranken können, müssen Tierhäuser für die Öffentlichkeit geschlossen und erhöhte Hygienemaßnahmen für Zoomitarbeiter eingeführt werden. [3]

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegen nach derzeitigem Kenntnisstand keine Hinweise vor, dass das Virus durch Lebensmittel übertragen werden kann. [4] Jedoch sind Tierställe und Schlachthäuser Brutstätten für potentiell krankmachende Keime, weshalb eine vegane Lebensweise nicht nur Tiere schützt, sondern auch die menschliche Gesundheit. Ein weiteres Beispiel neben Viren in diesem Zusammenhang sind antibiotikaresistente Bakterien, wegen denen schon heute viele tausende Menschen in Deutschland sterben. Weitere Infos unter: www.peta.de/antibiotikaeinsatz-in-deutschen-staellen

Es gibt bisher Befürchtungen, dass Tiere verstärkt in Tierheimen abgegeben werden könnten. Eine medizinisch relevante Begründung dafür gibt es nicht. Nochmals wollen wir darauf aufmerksam machen, dass nach derzeitigem Wissensstand der Virus SARS-CoV-2 NICHT durch Haustiere übertragen werden kann. Wir appellieren an alle Tierhalter, jetzt mit ausreichend Verantwortung zu handeln und für die tierischen Mitbewohner Sorge zu tragen, diese auf keinen Fall auszusetzen oder auch nicht im Tierheim abzugeben. 

In den USA wird gerade ein Impfstoff direkt in klinischen Studien am Menschen getestet – eigentlich vorhergehende Tierversuche wurden übersprungen. 95 Prozent aller Wirkstoffe, die in Tierversuchen als wirksam und sicher eingestuft werden, versagen in den nachfolgenden klinischen Studien am Menschen – deswegen fordert PETA schon seit Jahren tierfreie Testmethoden, die aussagekräftige Ergebnisse für den Menschen hervorbringen. Die gerade durchgeführte Studie wird zwar nicht alle Tierversuche für Impfstoffe stoppen, aber sie wird hoffentlich den Weg ebnen für die zukünftige Entwicklung sicherer Impfstoffe mit für den Menschen aussagekräftigen Testmethoden.

 

Da Supermärkte und Futterläden weiterhin geöffnet haben, ist die Versorgung unserer tierischen Mitbewohner gewährleistet. Um ganz sicherzugehen, ist es grundsätzlich ratsam, ungefähr einen Zwei-Wochen-Vorrat an Tiernahrung zu Hause zu haben.

Vor dem Besuch sollte man sich telefonisch bei seiner Tierarztpraxis erkundigen, welche aktuellen Vorgaben gelten. Die meisten Praxen möchten sicherstellen, dass sich nicht zu viele Menschen auf einmal im Wartebereich aufhalten. Einige führen nur noch Notfallbehandlungen durch oder bitten Tierhalter, vor der Tür zu warten. Fragen Sie vorher nach, wie die Situation gehandhabt wird. Sollte Ihr Tier dauerhaft Medikamente benötigen, achten Sie darauf, stets eine Zwei-Wochen-Ration im Haus zu haben.

Viele Tiere, die kein Zuhause haben, sind auf Futterspenden angewiesen, in Deutschland z.B. obdachlose Katzen. Setzen Sie sich mit Tierschutzgruppen vor Ort in Verbindung, um zu helfen. Es können zum Beispiel Futterrationen deponiert oder in Futterautomaten angeboten werden. Sollte eine deutschlandweite Ausgangssperre verhängt werden, können solche Futterautomaten obdachlosen Tieren das Überleben sichern.

Viele Ställe haben bereits entsprechende Pläne ausgearbeitet. Durch Absprachen kann sichergestellt werden, dass genügend Abstand gewahrt bleibt. Erkundigen Sie sich am besten umgehend telefonisch bei den Verantwortlichen vor Ort.

Aktuelle Meldungen
Täglich gibt es neue Erkenntnisse und Forderungen rund um das neuartige Virus. Damit die Tiere in der Nachrichtenflut nicht untergehen, informieren wir Sie hier über alle aktuellen Entwicklungen.
Was Sie jetzt tun können
Bleiben Sie soweit möglich zu Hause, halten Sie Abstand und waschen Sie sich gründlich die Hände. Wir haben darüber hinaus Tipps und Infos zusammengestellt, um Ihnen und Ihren tierischen Mitbewohnern die Zeit daheim zu erleichtern.
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Wenn Sie den Tieren, der Umwelt und Ihrer Gesundheit einfach und effektiv Gutes tun möchten, dann entscheiden Sie sich für das vegane Leben. Das kostenlose und unverbindliche Veganstart-Programm bietet Ihnen praktische Hilfe beim Umstieg und versorgt Sie 30 Tage lang mit nützlichen Informationen rund um das vegane Leben.
 


[1] COVID-19 Coronavirus & Pets | Oregon Veterinary Medical Association, online: https://www.oregonvma.org/care-health/zoonotic-diseases/coronavirus-faq (zuletzt abgreufen am 25.03.2020)
[2] Weltgesundheitsorganisation WHO: „Q&A on Coronaviruses“, online: https://www.who.int/news-room/q-a-detail/q-a-coronaviruses (zuletzt abgreufen am 25.03.2020)
[3] Der Tag: Coronavirus könnte auch für Gorillas gefährlich werden - n-tv.de, online: https://www.n-tv.de/der_tag/Coronavirus-koennte-auch-fuer-Gorillas-gefaehrlich-werden-article21663024.html (zuletzt abgreufen am 25.03.2020)
[4] European Food Safety Authority - Coronavirus: keine Anhaltspunkte, dass Lebensmittel eine Quelle für eine Infektion oder ein Übertragungsweg sind, online: http://www.efsa.europa.eu/de/news/coronavirus-no-evidence-food-source-or-transmission-route  (zuletzt abgreufen am 25.03.2020)