TIERVERSUCHE IN EUROPA BEENDEN. JETZT UNTERSCHREIBEN!

Häufig gestellte Fragen zu PETAs Einsatz in der Ukraine – FAQ

Einsatz an der polnisch-ukrainischen Grenze in Medyka (Stand 24. März 2022)

Seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine sind wir von PETA Deutschland mit einem Team an der polnisch-ukrainischen Grenze im Einsatz für die Tiere. Unsere Team-Mitglieder berichten, dass sie nahezu durchgehend die Rettung von Tieren koordinieren. Stand gestern (23. März 2022) sind bereits 120 Tonnen Tiernahrung von uns in die Ukraine gebracht worden. Dort helfen die Teams vor Ort hungernden Tieren und unterstützen mit der Nahrung Tierheime in der Ukraine.

In diesem Beitrag finden Sie eine Übersicht häufig gestellter Fragen und Antworten.

Inhaltsverzeichnis

1. Was kann ich tun, um den Tieren in der Ukraine zu helfen?

Neben Menschen sind auch Tiere stark vom Krieg in der Ukraine betroffen. Viele traumatisierte Menschen fliehen in benachbarte EU-Länder, sind jedoch aufgrund der Vorschriften für die Einfuhr von Heimtieren aus Nicht-EU-Staaten vielfach gezwungen, ihre geliebten „Haustiere“ sowie Tierheimbewohner und heimatlose Tiere auf der Straße zurückzulassen.

Wir von PETA Deutschland sind mit den zuständigen Behörden in Kontakt – die nahezu alle unbürokratische Hilfe für Flüchtlinge mit „Haustieren“ zusagen. Dennoch ist wichtig zu beachten, dass die Tiere – besonders bei Hunden wird darauf geachtet – nach Überqueren der Grenze mit Mikrochips und Pässen versorgt werden müssen, wenn diese nicht vorhanden sind. An einigen Grenzübergängen wird mittlerweile auch darauf bestanden, dass die Tiere bereits gechippt, geimpft und mit Pässen ausgestattet sind – dies gilt vor allem, wenn Tierschützer:innen Tiere in Sicherheit bringen.

Geretteter Hund im Auto

Unser Team ist an der polnisch-ukrainischen Grenze und hilft Menschen und Tieren vor Ort (mehr Informationen dazu finden Sie hier: PETA Deutschland-Team erreicht polnische Grenze).

Mit Ihrer Spende können wir den Tieren in und aus der Ukraine so weiterhelfen, wie es gerade am dringendsten benötigt wird. Wenn Sie uns bei diesem Vorhaben sowie bei den ersten Hilfsmaßnahmen an der Grenze zur Ukraine unterstützen möchten, können Sie das unter folgendem Spenden-Link tun: www.peta.de/spenden-ukraine

Selbstverständlich ist eine Spende auch per Überweisung unter dem Verwendungszweck „Ukraine“ möglich.

GLS Gemeinschaftsbank Bochum eG
IBAN: DE71 4306 0967 7800 0780 00
BIC: GENODEM1GLS

2. Wie hilft PETA aktuell?

Unser Team befindet sich zurzeit an der polnischen Grenze zur Ukraine und kümmert sich dort um streunende Tiere sowie Familien mit tierischen Mitbewohnern. Wir bringen Tiere und Menschen in Sicherheit, versuchen sie zu versorgen und zu humanitären Einrichtungen zu bringen. In den vergangenen Tagen (Stand 24. März 2022) beobachtete unser Team, dass immer weniger Menschen kommen und immer weniger Tiere. Die Lage in der Ukraine spitzt sich weiter zu – weniger Menschen trauen sich, zu den Grenzen aufzubrechen oder haben schlichtweg keine Möglichkeit, sich und Tiere den weiten Weg an die Grenze zu bringen.

Frau untersucht einen Hund
Helfende fuettern Hunde
Mann haelt geretteten Hund
Gerettete Katzen in einem Tierheim
Personen verladen Transportboxen mit Tieren
Personen von Eduxanima packen Hilfsgueter zusammen

Daneben befinden wir uns im ständigen Austausch mit Organisationen in den Ländern – so auch mit NGOs und Vereinen in der Ukraine, um Informationen zu sammeln und zu bündeln. Aufgrund der tierseuchenrechtlichen Einreisebestimmungen in die EU für Heimtiere haben wir am Freitag (25. Februar 2022) an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appelliert, die Einreisebestimmungen einheitlich zu erleichtern. Schon kurz darauf empfahl die EU-Kommission den Mitgliedsländern, die Einreise für Heimtiere zu vereinfachen.

Für die Einreise nach Deutschland gilt momentan, dass Tierhalter:innen mit Heimtieren bis auf Weiteres aus der Ukraine einreisen können, ohne vorab eine Genehmigung im Einklang mit der Verordnung (EU)576/2013 beantragen zu müssen. Dabei ist es wichtig, sich bei den regionalen Veterinärämtern zu melden, den Gesundheitszustand und weitere Informationen zum Tier zu geben, sodass diese gelistet werden können. Hierzu finden Sie weitere Infos auf der direkten Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Hilfstransporter fuer Ukraine
Paletten mit Tiernahrung
Personen beladen Transporter
Transporter wird beladen

Neben dringender Hilfe für Tiere und Menschen direkt an verschiedenen Grenzübergängen sind wir von PETA Deutschland weiter dabei, LKW-weise große Lieferungen Hunde- und Katzennahrung in die Ukraine zu bringen. Ebenso versuchen wir, mit Tierheimen in der Ukraine in Kontakt zu bleiben, um weitere Tiere in Sicherheit zu bringen und über Netzwerke im Land von lokalen Tierschutzgruppen die Tiere mit dieser Nahrung versorgen zu können.

Wir arbeitet intensiv daran, Tiere auch aktiv aus der Ukraine retten zu können – die heimatlos sind oder in Sheltern auf Hilfe warten. Die Situation vor Ort ändert sich nahezu stündlich und wir arbeiten fieberhaft und flexibel daran, so vielen Tieren wie möglich aus der Ukraine raus in die Sicherheit zu helfen.

3. Warum helfen Sachspenden aktuell nicht? (Stand 24. März 2022)

Aus verschiedenen Gründen, die außerhalb unserer Kontrolle sind, ist das im Moment nicht so einfach, denn die Verwaltung und die Organisation sind sehr komplex. Zudem unterliegt die Einfuhr von Gütern strengen Regelungen und Auflagen an die Lieferungen, die auch jetzt in der Krisensituation weiterhin Bestand haben. Aus diesem Grund helfen Sie uns momentan sehr mit einer Spende, welche wir dann zielgerichtet verwenden können, wenn sich die Situation wieder gebessert hat.

Im Rahmen von PETAs Global Compassion Fund haben wir mehrere hundert Tonnen Tiernahrung auf den Weg in die Ukraine bringen können. Wenn Sie uns bei diesem Vorhaben sowie bei den ersten Hilfsmaßnahmen an der Grenze zur Ukraine unterstützen möchten, können Sie das unter folgendem Spenden-Link tun: www.peta.de/spenden-ukraine

Selbstverständlich ist eine Spende auch per Überweisung unter dem Verwendungszweck „Ukraine“ möglich.

GLS Gemeinschaftsbank Bochum eG
IBAN: DE71 4306 0967 7800 0780 00
BIC: GENODEM1GLS

4. Kann ich Tiere aus der Ukraine adoptieren

Zunächst einmal die guten Nachrichten: Der Übertritt in die EU wurde an allen Grenzen für Menschen mit „Haustieren“ vereinfacht. In jedem Land gibt es Bestimmungen, die wie die Pflichten zur Quarantäne, Impfung und Blut-Titer-Test umzusetzen sind. Wir von PETA veröffentlichten im Blog alle Updates, die wir verifizieren können. Wir haben zudem mit Partnerorganisationen Möglichkeiten geschaffen, wo beispielsweise in Polen und auch Rumänien von uns gerettete Tiere ohne Halter:innen sicher untergebracht werden können und dort den Anforderungen entsprechend liebevoll versorgt werden. Die Weiterreise von Tieren, die nicht zu Privatpersonen gehören, nach zum Beispiel Deutschland unterliegt weiterhin der Gesetzgebung in der EU.

Katzen liegen eng aneinander

Für die Einreise nach Deutschland bedeutet das, dass Tierhalter:innen mit Heimtieren bis auf Weiteres aus der Ukraine einreisen können, ohne vorab eine Genehmigung im Einklang mit der Verordnung (EU)576/2013 beantragen zu müssen. Die Einreisenden werden gebeten, sich mit der jeweiligen lokalen Veterinärbehörde in Verbindung zu setzen, um den Gesundheitsstatus des Tieres im Hinblick auf Tollwut zu bestimmen und ggf. notwendige Maßnahmen zu beginnen (Quarantäne, Antikörper-Titer Bestimmung, Tollwut-Impfung, Mikrochipping, Ausstellung Heimtierpass). (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Link: https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/haus-und-zootiere/einreise-heimtiere-ukraine.html).

Stand heute (24. März 2022) benötigen Hunde und Katzen, die aus Auffangstationen weitervermittelt werden, Mikrochips, Impfungen und Pässe. Zudem müssen die Tiere die Quarantäne- Auflagen im entsprechenden Land erfüllt haben. Bei der Koordination unterstützen wir von PETA vor Ort Tierschützer:innen – vermittelt jedoch selbst keine Tiere.

Wer Tieren und Menschen helfen möchte, kann sich bei seinem lokalen Tierschutz informieren, ob Pflegestellen gebraucht werden und kann sich dort ggf. registrieren – dort kann man auch erfragen, ob Sachspenden gebraucht und angenommen werden. PETA Deutschland kann leider keine Daten von Pflegestellen sammeln und zur Verfügung stellen, wir bitten um Verständnis.

5. Kann ich an der Grenze helfen?

Nachdem uns mehrere Informationen erreichen, dass Privatpersonen in die Grenzgebiete fahren, wollen wir dringend davon abraten! Die Lage vor Ort ist unübersichtlich. Die Privatpersonen, die ziellos in die Gebiete fahren, sorgen für Chaos – statt Hilfe zu leisten. Auch heute (Stand 24. März 2022) wird weiterhin dringend davon abgeraten, als Privatperson in die Grenzgebiete oder die Ukraine zu reisen. Die Lage ist weiterhin gefährlich und Personen ohne konkreten Auftrag stören die Rettungseinsätze.  

Die Einreise in die Ukraine ist nur mit gültigem Reisepass möglich UND das Auto muss ein grünes Kennzeichen haben bzw. eine schriftliche Bestätigung, dass es auch in Nicht-EU-Ländern versichert ist. Die Situation an den Grenzen – auf Seiten der Ukraine – verändert sich ständig. Aufgrund der aktuellen Ereignisse bilden sich weiterhin kilometerlange Staus an den Grenzen. Soweit wir Kenntnis haben, sind zumeist alle Nebenstrecken dicht.

Autostau an der Grenze zwischen Polen und Ukraine

Stattdessen können Sie uns und den Tieren vor Ort sehr gerne mit einer Spende helfen, welche wir dann zielgerichtet verwenden können. Im Rahmen von PETAs Global Compassion Fund planen wir weiterhin, Tiernahrung auf den Weg in die Ukraine zu bringen. Außerdem ist auch weiterhin (Stand 24. März 2022) ein Einsatz-Team von PETA Deutschland vor Ort. Zahlreiche weitere Nahrungstransporte sind bereits in Planung. Wenn Sie uns bei diesem Vorhaben sowie bei den ersten Hilfsmaßnahmen an der Grenze zur Ukraine unterstützen möchten, können Sie das unter folgendem Spenden-Link tun: www.peta.de/spenden-ukraine

6. Was passiert mit den Tieren, die aus der Ukraine gerettet werden?

Glücklicherweise gelingt es, Tierschützer:innen Tiere aus dem Kriegsgebiet der Ukraine zu retten. Wir haben über Partner in Polen und Rumänien bereits die Möglichkeit geschaffen, diese Tiere sicher und den rechtlichen Angaben entsprechend unterzubringen – so dass alle Vorgaben hinsichtlich Quarantäne, Bluttests, Impfungen etc. umgesetzt werden können und jedes Tier sehr gut und liebevoll versorgt werden wird. Darüber hinaus sind wir von PETA Deutschland mit den zuständigen Behörden in Kontakt – die nahezu alle unbürokratische Hilfe für Flüchtlinge mit „Haustieren“ zusagen – ebenfalls entsprechend den rechtlichen Sonderreglungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (Link: https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/haus-und-zootiere/einreise-heimtiere-ukraine.html)

7. Gibt es eine Möglichkeit, Flüchtlinge und ihre Tiere finanziell zu unterstützen?

Wenn Sie Flüchtende mit ihren Tieren vor Ort an der Grenze unterstützen möchten, können Sie dies im Rahmen von PETAs „Global Compassion Fund“ tun. Geholfen wird damit bei dem Einsatz an der polnisch-ukrainischen Grenze sowie bei den ersten Hilfsmaßnahmen an der Grenze zur Ukraine. Nutzen Sie den aufgeführten Spenden-Link: www.peta.de/spenden-ukraine

Wenn Flüchtende mit ihren Tieren in Deutschland ankommen, kann ihnen geholfen werden, indem sie finanziell bei den Tierarztkosten (gemäß Einreisebestimmungen) unterstützt werden. Dies wird die Flüchtlingshilfe oder die Ausländerbehörde in Zusammenarbeit mit den lokalen Veterinärämtern und Tierschutzvereinen jeweils vor Ort klären. Bisher wurde auch hier unbürokratische Hilfe angekündigt.

8. Wie kann ich Pflegestellen oder Notunterkünfte für Mensch und Tier anbieten?

Wer Flüchtenden eine Unterkunft anbieten möchte – egal in welchem Land – muss sich dazu an seine lokale Behörde wenden und dieses Angebot unterbreiten.

9. Was ist mit bereits zurückgelassenen Tieren bzw. mit „streunenden“ Tieren innerhalb des Landes?

Wir von PETA arbeiten unermüdlich daran, so viele Tiere wie möglich in Sicherheit zu bringen – ebenso wie zahlreiche andere Organisationen und wie Tierschützer: innen in der Ukraine – alle Aktiven vor Ort tun alles, was möglich ist! Wir bitten die Menschen, die Informationen auf unserer Website weiterzugeben, damit Geflüchtete Zugang zu allen nötigen Informationen haben, um ihre ganze Familie in Sicherheit zu bringen. Wir appellieren dringend an die Menschen, ihre tierischen Mitbewohner nicht zurückzulassen.

Katzen in einer Badewanne und hinter einem Bett

10. Wie ist die Situation in den Zoos und Tierheimen vor Ort?

Die Lage im Land ist dramatisch – es fehlt an allem: Nahrung, Wasser, Medikamente, Strom. Unzählige Tiere und Menschen leiden, viele sind chancenlos. Der Zoo von Kiew wurde anscheinend bombardiert und brannte. Einige Tierschutzorganisationen, die sich auf Tierarten wie Wildtiere spezialisiert haben, sind vor Ort im Einsatz und geben ihr Bestes, so vielen Tieren wie möglich zu helfen.

Neben den vielen Hunden, Katzen, Pferden, Schweinen und mehr sind zahlreiche sogenannte Zoo- und Zirkustiere wie Löwen und Elefanten vom Krieg betroffen. Sie sind in ihren Gehegen eingesperrt und werden in Gefangenschaft einem Krieg ausgesetzt. Die Lage ist dramatisch, eine Rettung zumeist unmöglich – da zum Beispiel Kiew und seine Vororte im Moment nicht angefahren werden können.

11. Müssen wir uns in Deutschland Sorgen um die Ernährungssicherheit machen?

Unter dem Deckmantel der „Versorgungsicherheit“ haben sich der Deutsche Bauernverband [1] und andere Lobbyverbände gegen die aktuellen Programme zur Erhöhung der Tierschutzstandards ausgesprochen. Dabei haben wir in Deutschland bei vielen Lebensmitteln einen sehr hohen Selbstversorgungsgrad – in etlichen Bereichen exportieren wir sogar riesige Mengen an Nahrungsmitteln. Zudem landen über 50 Prozent der Getreideernte in den Trögen von sogenannten Nutztieren [2].

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass diese Verbände sogar einen Krieg nutzen, um strengere Tierschutz- und Umweltstandards zu blockieren und Ängste in der Bevölkerung schüren. Wir von PETA Deutschland lehnen diese unbegründete und pietätlose Forderung klar ab und verweisen stattdessen auf den veganen Ökolandbau, der im Hinblick auf maximalen Tier- und Umweltschutz erheblich gefördert werden muss. Daneben ist es wichtig, dass wir keine Lebensmittel mehr verschwenden, um damit gequälte „Nutztiere“ zu ernähren.

PETA Mitarbeiterin haelt Katze im Arm

12. Was wird aus den Tieren in der ukrainischen Landwirtschaft?

Wir müssen leider davon ausgehen, dass viele der landwirtschaftlich gehaltenen Tiere in der Ukraine bereits verdurstet und verhungert sind. Denn wenn Landwirt:innen fliehen müssen, können sie nicht Hunderte Rinder, Tausende Schweine oder Zehntausende befiederte Tiere wie Hühner, Puten oder Enten mitnehmen.

Teilweise wurden und werden die Tiere in den Ställen sich selbst überlassen; manche Menschen öffnen vor der Flucht noch die Stalltüren, damit sich die Tiere unter Umständen selbst versorgen können. Dies ist je nach Region und Temperatur aber meist ebenfalls ein Todesurteil. Dieser Krieg zeigt erneut, wie wichtig die Abkehr von der tierhaltenden Landwirtschaft ist – denn in Krisensituationen ist es unmöglich, den Abermillionen Tieren in Ställen zu helfen.