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Jagd auf Wölfe: Warum wir Wölfe schützen müssen

1850 verlieren sich in Brandenburg die letzten Hinweise auf bestehende Wolfsrudel, ein halbes Jahrhundert später wurde 1904 der letzte Wolf in Sachsen erschossen – der Wolf war damit deutschlandweit ausgerottet. Seit dem Jahr 2000 ist der Wolf in Deutschland wieder in vereinzelten Gebieten ansässig. Dies verdankt er nicht zuletzt den strengen Schutzmaßnahmen.

Die scheuen und sehr sozialen Tiere sind ein unerlässlicher Bestandteil eines intakten Ökosystems und tragen zur Regulierung und Gesundheit der Wildtierpopulationen bei. [1]

Wölfe sind scheue und vorsichtige Tiere

Niemand muss heutzutage noch an das Märchen vom „bösen Wolf“ glauben – denn kaum jemand bekommt eines dieser äußerst seltenen Tiere jemals zu Gesicht: Die Wahrscheinlichkeit für einen Wolfsangriff auf einen Menschen ist heute so niedrig, dass sie nicht mehr berechnet werden kann. [2] Das belegt die 2021 aktualisierte weltweit größte wissenschaftliche Studie zu Wolfsangriffen auf Menschen. [3]

2002 veröffentlichte eine Forschungsgruppe des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) eine Studie [3], in der alle bis dahin weltweit bekannten Übergriffe von Wölfen auf Menschen aufgelistet wurden und die weitreichende Beachtung fand. Diese Studie wurde 18 Jahre später aktualisiert und im April 2021 veröffentlicht, um eine faktenbasierte Diskussion zu potenziellen Gefahren durch Wölfe zu ermöglichen.

Bei der Studie ging es um die Kernfrage, ob es parallel zum Wachstum der Wolfspopulation, vor allem in Europa, automatisch auch mehr Angriffe von Wölfen auf Menschen gibt. Das Ergebnis ist eindeutig: Seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland hat es hier keine tödlichen Angriffe und auch keine aggressiven Annäherungen von Wölfen an Menschen gegeben.

Zwei schlafende Wölfe

Wölfe essen lieber Wild als Weidetiere

Durch Forschungen in der Mongolei weiß man, dass Wölfe sich lieber von Wildfleisch ernähren als von Weidetieren, wenn sie die Wahl haben. [4]

Jäger dulden keine Konkurrenten in „ihrem“ Wald

Jäger, einige Landwirte und Politiker (oft selbst Jäger oder Landwirt) führen seit Jahren eine regelrechte Hetzkampagne gegen die streng geschützten Tiere. [5, 6] Sie wollen erreichen, dass der Wolf nach und nach seinen Schutzstatus verliert und als jagdbare Tierart ins Jagdrecht aufgenommen wird. Dies ist geradezu absurd, denn die Jäger rechtfertigen die angebliche Notwendigkeit der Jagd im Allgemeinen dadurch, dass den heimischen Wildtieren wie Rehen und Wildschweinen natürliche Feinde wie der Wolf fehlen würden. Dass die Jäger nun selbst die Wölfe töten wollen, zeigt, dass es ihnen nicht um eine natürliche Artenvielfalt geht. Bei dem Versuch, ihre Beutekonkurrenten ins Jagdrecht zu befördern, geht es den Jägern lediglich um Beuteneid und die Lust am Töten. [7] Sie wollen die Rehe und Wildschweine selber töten und dulden keine Konkurrenz. Im begründeten Einzelfall ist die Bejagung geschützter Arten ohnehin bereits im Bundesnaturschutzgesetz geregelt.

Bauern hingegen geht es vor allem um Profitmaximierung und nicht um das Wohl ihrer Herden. Schutzzäune und Herdenschutzhunde bedeuten zusätzliche Kosten und durch den Wolf getötete Tiere einen Verlust; denn mit diesen Tieren – die ohnehin einen gewaltsamen Tod im Schlachthaus sterben – lässt sich kein Gewinn mehr machen.

Wolf im Fadenkreuz

CDU/CSU und SPD einigen sich auf Wolfstötungen

Im Mai 2019 hat die Bundesregierung bekannt gegeben, dass Wölfe eines Rudels in Folge von Rissen künftig getötet werden dürfen. Und zwar selbst dann, wenn unklar ist, ob dieses Rudel überhaupt an dem Vorfall beteiligt ist. Der Kabinettsbeschluss sieht vor, dass so lange einzelne Wölfe in einer Gegend getötet werden dürfen, bis es keine Vorfälle mit landwirtschaftlich genutzten Tieren mehr gibt – auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet werden müsste.

PETA überreicht Petition gegen Wolfsabschuss

Wir von PETA Deutschland haben im August 2019 eine Petition mit über 50.000 Unterschriften sowie einen kleinen Plüschwolf an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) gesandt. Zudem erhielten die entscheidenden 20 Mitglieder der CDU und der SPD im Umweltausschuss des Bundestags ebenfalls ein Schreiben und je einen Plüschwolf. Wir appellierten damit an die verantwortlichen Politiker, den Schutz der Wölfe nicht aufzuweichen. Der kleine Plüschwolf soll die Politiker zudem daran erinnern, dass sich die Mehrheit der Bundesbürger gegen präventive Wolfstötungen ausspricht.

Petition mit Wolfkuscheltier

Im Dezember 2019 haben die CDU/CSU und die SPD den Tierschutz erneut mit Füßen getreten. Den über 50.000 Unterschriften und weiteren Protestaktionen von uns zum Trotz hat die Regierung beschlossen, dass die Tötung von Wölfen erleichtert wird. Die Tiere werden nun in Sippenhaft genommen, denn das neue Gesetz sieht vor, dass so lange einzelne Wölfe in einer Gegend getötet werden dürfen, bis es keine Vorfälle mit landwirtschaftlich genutzten Tieren mehr gibt – auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet werden müsste und ohne dass das verursachende Tier identifiziert ist.

Helfen Sie den Wölfen

  • Bitte helfen Sie uns weiterhin, die Jagd auf Wölfe zu verhindern. Klären Sie Ihr Umfeld über die Sinnlosigkeit der Jagd auf.
  • Informieren Sie sich zudem vor politischen Wahlen über die Kandidaten und Wahlprogramme. Überlegen Sie sich genau, wen Sie mit Ihrer Stimme unterstützen möchten.
  • Sie können außerdem Sie die Zwangsbejagung stoppen und machen Ihr Grundstück zu einem sicheren Rückzugsort für Wildtiere machen.