
Nach der Massentötung von bis zu 17 Millionen Nerzen im Jahr 2020 und einer vorübergehenden Aussetzung der Zucht sogenannter Pelztiere in Dänemark, hat das Land kürzlich beschlossen, dass Pelzfarmen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Dieser war aufgrund der Corona-Pandemie zeitweise ausgesetzt worden. Vor der Schließung war Dänemark der weltweit größte Produzent von Nerzpelzen. Auf 1.100 bis 1.500 Pelzfarmen wurden zwischen 15 und 17 Millionen Nerze in winzigen Käfigen gehalten, in denen sie ein kurzes Leben unter unerträglichen Bedingungen führten.
Nerze auf Pelzfarmen nagen sich selbst und Artgenossen an, weil sie die tierquälerische Gefangenschaft nicht ertragen. Viele von ihnen weisen schwere Verletzungen auf. Das Fell der Tiere ist in Form von Pelzkragen, Mänteln oder als Innenfutter von Jacken auch in Deutschlands Geschäften und Versandhäusern zu finden. Bitte helfen Sie uns, die grausamen Pelzfarmen in Dänemark endlich dauerhaft zu schließen!
-
Deutsche Übersetzung des Petitionstextes
Eure Exzellenz,
Ich bin sprachlos, dass die Pelzzucht in Dänemark nach den schrecklichen Konsequenzen für Millionen Nerze weitergeht. Die Übertragung von Vogelgrippe unter Nerzen im auf spanischen Pelzfarmen, sollte Ihnen endgültig als Weckruf dienen: Pelzfarmen, auf denen kranke und gestresste Tiere auf engstem Raum eingesperrt werden, sind Brutstätten für lebensbedrohliche Infektionskrankheiten.
In den Nerzfarmen in Dänemark werden die Tiere nebeneinander in Drahtkäfigen gehalten. Viele Tiere werden wahnsinnig und verletzen sich selbst oder fressen ihre Artgenossen, weil sie unter dem extremen Stress der Enge leiden. Infektionen, Wunden und eiternde, offene Wunden bleiben unbehandelt.
Hinsichtlich des Risikos der Krankheitsverbreitung unterscheiden sich diese Einrichtungen nicht vom Markt für lebende Tiere, auf dem das neuartige Coronavirus vermutlich seinen Ursprung hat. In Dänemark sind Pelzfarmen daran schuld, dass sich Arbeiter mit COVID-19 infizieren und das Coronavirus mutieren konnte. Jetzt wird auch die Vogelgrippe durch ähnliche Mutationen für Säugetiere – einschließlich Menschen – immer gefährlicher. Ich fordere Sie dringend auf, alle Pelzfarmen in Dänemark sofort und dauerhaft zu schließen.
Das niederländische Parlament hat mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, die Einführung eines Verbots der Pelztierzucht in den Niederlanden wegen der Verbreitung von COVID-19 vorzuziehen und auch in Norwegen haben im Januar 2023 die letzten Pelzfarmen frühzeitig den Betrieb eingestellt.
Bitte schließen Sie im Interesse des Tierschutzes und der Sicherheit der Menschen die Pelzfarmen und bringen Sie ein Gesetz zum sofortigen Verbot der Pelztierzucht auf den Weg.
Wir danken Ihnen für die Berücksichtigung dieses wichtigen Themas.
Mit freundlichen Grüßen,
Nerzfarmen in Dänemark – Stroh für ein gutes Image
In Dänemark werden Nerze in Käfigen gehalten, die laut den Empfehlungen des Europarats eine Fläche von mindestens 2,55 m² und eine Höhe von 45 cm haben sollen. [2] Oftmals müssen sich mehrere Jungtiere die winzigen Gitterboxen sogar noch teilen. Diese extreme Beengtheit bedeutet für Nerze größten Stress, da sie von Natur aus Einzelgänger sind. Viele neigen daher zur Selbstverstümmelung und zeigen stereotype Verhaltensweisen wie ständiges Im-Kreis-Drehen oder Auf-und-Ab-Wippen.
Um über das Leid der Tiere hinwegzutäuschen, wird Nerzen in Dänemark vor den Käfigen Stroh zur Verfügung gestellt. Sie sollen sich das Stroh zur Beschäftigung in den Käfig ziehen können – doch ihre Qualen werden dadurch nicht verringert. Das Stroh lässt die Käfige lediglich freundlicher wirken und dient eher der Imagepflege der Pelzindustrie als den Tieren. Zudem soll eine Röhre mehr Bewegung ermöglichen. Da diese ebenfalls aus Drahtgitter bestehen kann, ist sie für die Tiere kaum von Bedeutung.
Die Käfige auf dänischen Pelzfarmen befinden sich normalerweise in offenen Schuppen, die wenig Schutz vor Wind, Kälte und Hitze bieten. Nerze und Füchse werden mit einem Brei aus Fleisch, Fisch und pflanzlichen Abfallprodukten ernährt, der üblicherweise achtlos auf den Käfig der Tiere aufgetragen wird. Die Exkremente der Tiere fallen durch den Drahtgitterboden nach unten durch. Das führt insbesondere bei hohen Temperaturen zu absolut unhygienischen Verhältnissen und einem kaum auszuhaltenden Gestank, der für die Nerze mit ihrem sensiblen Geruchssinn besonders qualvoll ist.

Grausamer Tod nach qualvollem Leben
Für Betreiber von Pelzfarmen steht die Fellqualität über dem Wohlergehen der Tiere. Daher werden Tötungsmethoden angewandt, die den Pelz schonen, für die Tiere jedoch erhebliches Leid bedeuten. Nerze werden oft zu Dutzenden in Kisten gepfercht, in denen sie qualvoll vergast werden. In manchen Betrieben werden aus Kostengründen sogar heiße, ungefilterte Auspuffabgase in die Boxen geleitet, was das Leid der Tiere noch verlängert. [1] Nicht selten sind sie lediglich betäubt, und einzelne Tiere erlangen das Bewusstsein wieder, wenn Arbeiter:innen ihnen die Haut vom Körper schneiden.
Millionen Nerze wegen COVID-19 getötet
Als 2020 befürchtet wurde, dass sich das Coronavirus auf Pelzfarmen in Dänemark rasant verbreiten und Mutationen hervorbringen könnte, verordnete die dänische Regierung im November 2020 die Tötung von bis zu 17 Millionen Nerzen. Hierzu wurden die Tiere aus ihren engen Drahtkäfigen gezerrt, in kleine Transportwagen gesteckt, mit Kohlenmonoxid vergast und anschließend in Erdgruben vergraben. Nach starken Regenfällen wurden die Körper der Tiere jedoch teilweise wieder an die Erdoberfläche geschwemmt. Dies führte nicht nur zu massiver Geruchsbelästigung, sondern drohte auch, das Grundwasser zu verseuchen. Daher wurden die Millionen toter Tierkörper wieder ausgegraben und verbrannt.
Pelzfarmen, auf denen Tausende Tiere in drangvoller Enge, unter unhygienischen Bedingungen und dauerhaftem Stress eingesperrt werden, sind wahre Brutstätten für Viruserkrankungen. Im Januar dieses Jahres wurde bekannt, dass Pelzfarmen in ganz Dänemark ihren Betrieb wieder aufnehmen, nachdem dieser aufgrund der Corona-Pandemie zeitweise ausgesetzt wurde. Bis April soll in dem Land ein sogenannter Probebetrieb erfolgen. [2]
Nerze in freier Natur
Nerze sind keine domestizierten Tiere. In freier Natur benötigen sie ein 100 bis 400 Hektar großes Revier, wo sie sich in selbst gegrabenen Erdbauten oder unter Wurzeln verstecken können. Nerze sind semiaquatische Tiere und lieben Wasser. Sie wählen ihren Lebensraum immer in der Nähe von Flüssen oder Seen, wobei sie 60 bis 70 Prozent ihrer Zeit im Wasser verbringen. Die scheuen und sensiblen Einzelgänger können in Freiheit bis zu zehn Jahre alt werden, während sie auf Pelzfarmen im jungen Alter von sechs Monaten getötet werden.

Wie Sie Nerzen helfen können
- Tragen Sie niemals Pelz, und gehen Sie aktiv auf Menschen zu, die immer noch Jacken oder Mützen mit Fellbesatz tragen, um sie über die Grausamkeiten hinter ihrer Pelzkleidung aufzuklären.
- Nutzen Sie unsere kostenlosen Demopakete für Protestaktionen in Ihrer Umgebung.
- Unterschreiben Sie unsere Petition an die dänische Regierung mit der Forderung nach einem Pelzfarmverbot.
-
Quellen
[1] Council of Europe: STANDING COMMITTEE OF THE EUROPEAN CONVENTION FOR THE PROTECTION OF ANIMALS KEPT FOR FARMING PURPOSES (T-AP), https://www.coe.int/t/e/legal_affairs/legal_co-operation/biological_safety_and_use_of_animals/farming/Rec%20fur%20animals%20E%201999.asp (eingesehen am 26.08.2022)
[2] Tagesschau (2023): Dänemarks Nerzzucht läuft wieder, https://www.tagesschau.de/ausland/europa/daenemark-nerzzucht-101.html (eingesehen am 05.01.2023)