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Endlich: Kükentöten in der Eierindustrie wird ab 2022 verboten

Totes Kueken

Nur wenige Stunden alte Küken werden aussortiert und vergast: 2019 fielen der Eierindustrie wieder über 45 Millionen männliche Küken zum Opfer. Seit vielen Jahren wird dieses grausame Vorgehen in den Medien und in der Politik thematisiert. [1] 2022 soll das Kükentöten endlich verboten werden. Aber ist das wirklich ein Erfolg für alle Tiere, die in den Brütereien geboren werden?

Kükentöten: Verbot soll 2022 kommen – doch was bedeutet das für die Tiere?

Seit Jahren stehen die grausamen Tötungen der nur wenige Stunden alten Küken in der Eierindustrie in der öffentlichen Kritik. Bisher beteuerten verschiedene Bundeslandwirtschaftsminister, darunter Julia Klöckner, dass es ein Verbot des Kükentötens geben soll. Jetzt hat Klöckner einen Gesetzentwurf für das entsprechende Verbot vorgelegt: Ab Januar 2022 soll das Töten männlicher Küken verboten sein. Züchter sollen dann das Geschlecht der Tiere vor dem Schlüpfen bestimmen und die Eier mit männlichen Küken aus der Brut entfernen. Dies ist jedoch meist erst nach neun bis 14 Tagen möglich – nach etwa 21 Tagen schlüpfen Küken. Bereits nach sieben Tagen empfinden die Kükenembryos im Ei Schmerz. Eine Verschärfung des Gesetzes ist daher ab 2024 vorgesehen, dann sollen die männlichen Küken schon vor dem siebten Bruttag aussortiert werden. Dieses zweistufige Verbot begründet die Ministerin damit, dass die Branche genügend Zeit benötige, um sich umzustellen. [2]

Totes Kueken

Millionen Küken werden in der Eierindustrie getötet

Männliche Küken werden bisher nur wenige Stunden nach dem Schlüpfen getötet. Der traurige Grund: Sie legen keine Eier und legen nicht genügend Gewicht zu, um gewinnbringend erst gemästet und dann geschlachtet zu werden. Für die Industrie sind diese Küken somit unwirtschaftlich, sodass sie am Fließband aussortiert und anschließend vergast werden. 2019 stieg die Anzahl der getöteten Küken erneut um drei Millionen Tiere auf eine Zahl von über 45 Millionen getöteter Küken. Die steigende Anzahl hängt mit der Nachfrage nach Eiern zusammen: Je mehr Eier gekauft werden, desto mehr Hennen benötigt die Industrie. Statistisch schlüpfen etwa gleich viele männliche wie weibliche Nachkommen, für jede Henne muss also ein männliches Küken getötet werden.

Das Verbot scheint ein Schritt in die richtige Richtung zu sein. Doch unabhängig davon, dass die Industrie weitere Jahre für die Umstellung Zeit bekommt und daher bis 2024 weitere Millionen schmerzempfindende Küken in ihren Eiern getötet werden, leiden unzählige weitere Küken, Hennen und Hähne in der Legehennen- und Eierindustrie.

Hinzu kommen massenweise weibliche Küken, die kurz nach der Geburt getötet werden: Brütereien produzieren nämlich immer zu viele Tiere, falls weniger Küken als erwartet schlüpfen, denn an die Eierbetriebe müssen eine exakte Menge Hennen liefern. Ein makabres Geschäftsmodell!

Deshalb muss das Gesetz alle Tierkinder in den Brütereien einbeziehen – auch weibliche Tiere, Enten und Gänse. Ebenfalls müssen die Küken geschützt werden, die etwas länger für den Schlupf benötigen. Die Eier mit den Küken, die kurz vor dem Schlupf stehen, werden bislang in einem Schredder zermalmt.

Lesen Sie hier außerdem, warum die sogenannte Bruderhahn-Initiative nur vordergründig den männlichen Küken hilft.

Was Sie tun können

Jeder Kauf von Eiern oder verarbeiteten Produkten mit Eiern unterstützt das Leid der Tiere. Nur eine vegane Lebensweise kann langfristig die industrielle Ausbeutung von Tieren verhindern.

  • Der Mensch braucht für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung keine Eier. Inzwischen gibt es zahlreiche Ei-Alternativen für die verschiedensten Einsatzbereiche.
  • Unser Veganstart-Programm erleichtert den Einstieg in eine tierfreundliche Lebensweise.


[1] tagesschau.de (2020): 2019 mehr als 45 Millionen Küken getötet, https://www.tagesschau.de/investigativ/hsb/kuekenschreddern-103.html (eingesehen am 10.09.2020)
[2] tagesschau.de (2020): Kükentöten soll ab 2022 verboten sein