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50 Millionen Eintagsküken landen in Deutschland jährlich auf dem Müll

Küken in der Eierindustrie

Stand November 2013
Zum Glück sind sich Ernährungsexperten einig darüber, dass Eier viel Cholesterin enthalten und für eine gesunde Ernährung nicht erforderlich sind. Doch Eier sind in unzähligen Lebensmitteln wie Gebäck und Nudeln enthalten, zu Ostern werden sie bunt gefärbt. Längst nicht alle Konsumenten machen sich Gedanken darüber, wo ihr Ei eigentlich herkommt und dass der Konsum von Eiern für die Hennen und Küken in der Eierindustrie großes Leid bedeutet.

 

 

Eierverzehr in Deutschland
Der Mediendienst MEG-Marktinfo Eier & Geflügel spricht von einem ständig ansteigenden Verbrauch an Eiern. Während der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern 2008 noch bei 208 Stück lag, waren es 2012 bereits 217 Stück.(2) Zwar ist die mit den sogenannten „Legehennen“ verbundene Problematik vielen Verbrauchern heute bewusst und die Menschen achten zunehmend darauf, „Bio“-Eier zu kaufen. Dennoch verstecken sich Eier aus Legebatterien weiterhin in unzähligen verarbeiteten Lebensmitteln wie Keksen, Mayonnaise oder Nudeln.

Die Eintagsküken
Die Eierindustrie unterscheidet bei Hühnern zwischen zwei verschiedenen Nutzungsarten: sogenannte „Legehennen“, bei denen weibliche Hühner auf eine hohe Legeleistung gezüchtet werden, und sogenannte „Masthühner“, bei denen männliche als auch weibliche Tiere darauf gezüchtet werden, einen möglichst ausgebildeten Brustmuskel zu entwickeln. Doch die „Legehennen“ und „Masthühner“ sind nicht die einzigen, die in der Eierindustrie leiden: Auch die kleinen Brüder der „Legehennen“, die männlichen Küken, fallen der brutalen Eierproduktion zum Opfer. Da sie weder Eier legen können noch eine rentable Brustmuskulatur ausbilden, sind sie für die Industrie „unwirtschaftlich“. Jedes Jahr werden in Deutschland für die Produktion von Eiern – auch für Bio-Eier – daher rund 50 Millionen männliche Küken in den Brütereien routinemäßig vergast oder lebendig geschreddert. Diese Zahl errechnet sich aus der Anzahl der jährlich in Deutschland gehaltenen Legehennen und der biologischen Regel, dass über einen längeren Zeitraum etwa gleich viele weibliche wie männliche Nachkommen schlüpfen.(1,4)

Der Eiermarkt
Die moderne Tierzucht hat sich heute auf die Zucht von möglichst profitablen sogenannten „Hybridhühnern“ spezialisiert. Bei der Hybridzucht werden zwei Elterntiere über die künstliche Befruchtung miteinander verpaart, so dass ihre Nachkommen eine signifikant höhere Legeleistung oder einen deutlich ausgeprägteren Muskelansatz aufweisen. Diese Eigenschaften (Legeleistung und Fleischansatz) schwächen sich jedoch gegenseitig ab, sodass es für die Eierindustrie rentabler zu sein scheint, die männlichen Küken gleich nach dem Schlüpfen zu töten, als sie erst aufzuziehen und dann zu töten.(5)
Da sich diese profitablen Merkmale jedoch nur in der ersten Generation weitervererben und die Nachkommen der sogenannten Hybridhühner keine Leistungssteigerungen, sondern Leistungseinbußen aufweisen, sind die Landwirte von Brütereien abhängig, die immer wieder neue Tiere aus der Qualzucht „produzieren“.
Der Markt der Küken-Produktion ist auf nur wenige Großkonzerne aufgeteilt. So werden „Hochleistungshühner“ vor allem von den beiden Großkonzernen Lohmann Tierzucht in Cuxhaven und Hendrix Genetics in den Niederlanden „produziert“. Hendrix Genetics brüstet sich damit, dass die weltweite Eierproduktion zu 80 Prozent mit Hennen aus den unternehmenseigenen Brütereien erfolgt.(3) Auch Wiesenhof betreibt eigene Brütereien und verpflichtet alle Wiesenhof-Betriebe zur Abnahme der eigenen Küken.
Beim sogenannten „Sexen“ in den Brütereien ist es gängige Praxis, dass die Küken gesichtet und sortiert werden. Während den weiblichen Tieren die Schnäbel gekürzt und sie versandfertig verpackt werden, um ihr Dasein als „Legehennen“ zu fristen, werden die männlichen Küken in Schreddern oder mit tödlichem Gas gefüllten Behältern getötet.
Eine deutsche Henne legt heute im Jahr bis zu 300 Eier!(1,4) Diese unnatürlich hohe Zahl ist insbesondere vor dem Hintergrund erschreckend, dass das Urhuhn (Bankivahuhn) nur circa 18 Eier im Jahr legt – die, wie bei jedem anderen Vogel, der Fortpflanzung dienen.(6) Falls die Henne in der modernen Eierproduktion die qualvollen Lebensbedingungen überhaupt überlebt, ist sie nach etwas über einem Jahr derart ausgemergelt, dass sie frühzeitig geschlachtet wird. Hierzu werden die Tiere brutal gepackt, in Kisten gestopft und zum Schlachthof transportiert, wo sie – oft noch bei vollem Bewusstsein – kopfüber hängend den eigenen Tod miterleben müssen.
Auch Bio-Eier sind keine Lösung
Keine Frage: Die wenigsten Menschen finden es richtig, dass Hühner auf engstem Raum eingesperrt werden, dass ihnen die Schnäbel gekürzt werden und dass die männlichen Küken vergast werden. Doch leider beruht auch Bio-Haltung auf diesem tierquälerischen Prinzip. Erst nach der Auslieferung aus der Brüterei an die einzelnen Eierproduktionsbetriebe wird festgelegt, ob die weiblichen Küken zu „Bio-Hennen“ werden oder nicht.(5)

Alternativen zum Hühnerei
Der Konsum von Eiern ist jedoch nicht nur aus ethischen Gründen abzulehnen. Ein hoher Cholesteringehalt sowie Antibiotika-Rückstände und Salmonellen sprechen auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht gegen den Verzehr von Eiern. Glücklicherweise gibt es heute köstliche und gesunde Lebensmittel, mit denen sich Eier spielend leicht ersetzen lassen. Ein leckeres und geschmacklich authentisches „Rührei“ beispielsweise können Sie aus Seidentofu, Kala Namak (schwarzem Salz) sowie Kurkuma und etwas Öl zum Anbraten zubereiten. Lesen Sie mehr darüber, wie Sie Ihren Alltag ei- und tierleidfrei gestalten können. Mit unserem veganen Backpapier und den 10 besten Ei-Rezepten ohne Ei sind Sie für ein Leben mit Genuss, aber ohne jegliches Tierleid bestens gerüstet.

 

 

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