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Die qualvollen Betäubungsmethoden in deutschen Schlachthöfen

Der Tod für Fleisch ist niemals tiergerecht

Stand April 2015
Die Begriffe „tiergerechtes Schlachten“ oder „humane Schlachtung“ sind wohl vielen Menschen geläufig. Als Grund dafür werden unter anderem die in Deutschland zulässigen und im Regelfall vorgeschriebenen Betäubungsmethoden vor dem eigentlichen Töten aufgeführt. Dass aber jede dieser Methoden Qualen und Schmerzen für das Tier bedeutet und dass ein Tod im Schlachthof niemals tiergerecht sein kann, ist bei genauerer Betrachtung der Betäubungsmethoden in deutschen Schlachthäusern nicht zu übersehen.
 
Diesem panischen Bullen wird der Bolzen zur Betäubung in den Schädel geschossen, anschließend wird ihm die Kehle durchtrennt.

Bolzenschuss

Diese Betäubungsmethode, bei der dem Tier mit hoher Geschwindigkeit ein Schussbolzen durch den Schädel in das Gehirn geschossen wird, ist bei Rindern, Schafen und Ziegen am weitesten verbreitet. Das Tier erleidet eine Gehirnerschütterung, und Teile des Gehirns werden zerstört, ehe es bewusstlos zusammenbrechen soll. Dies alles geschieht in der sogenannten Fixationsbox, aus der zur besseren Fixierung nur der Kopf des Tieres herausschaut.

Beim Töten im Akkord sind Fehlbetäubungen jedoch an der Tagesordnung. Die Gründe dafür sind vielfältig: das Tier bewegt den Kopf beim Abschuss, verschmutze und verschlissene Bolzenschussapparate werden benutzt, falsche Ansatzstelle am Kopf, feuchte oder zu schwache Ladungen, der Schädelknochen des Tieres ist zu dick oder Haare des Tieres behindern den Schuss. Einige Schlachtereien schießen in einem solchen Fall nicht nach, sondern hängen das Tier in einem nicht ausreichend betäubten Zustand auf.

Selbst wenn die Betäubung mit dem ersten Schuss gegeben ist, wird das Tier nach dem Transport und getrennt von seiner Herde meist unsanft in die Box getrieben, fixiert und unter großer Angst betäubt und getötet.
 
Dieses Schwein muss zusehen, wie sein Artgenosse getötet wird, bevor ihm selbst die Betäubung durch Strom bevorsteht.

Elektrische Durchströmung

Mittels Strom werden heutzutage vor allem Schweine, Schafe und Geflügel vor der eigentlichen Schlachtung, also dem Töten durch Blutentzug, betäubt. Mit einer Zange, durch die Strom fließt, wird die Gehirnfunktion der Schweine und Schafe vorübergehend ausgeschaltet und ein epileptischer Anfall, bei dem die Muskeln der Tiere verkrampfen, ausgelöst. Oft erleben Schweine und Schafe die Betäubung der anderen Tiere hautnah mit, da sie alle in einer Betäubungsbox gehalten werden.
Bei Hühnern und Puten sieht es nicht besser aus: Die Tiere werden bei vollem Bewusstsein an ihren empfindlichen Füßen aufgehängt und anschließend kopfüber in ein Wasserbad, durch das Strom fließt, getaucht.
Diese Puten werden bei vollem Bewusstsein an ihren empfindlichen Beinen aufgehängt und anschließend kopfüber in ein Wasserbad getaucht, durch das Strom fließt.
Auch bei dieser Art der Betäubung werden viele Tiere unter anderem aus folgenden Gründen nicht ausreichend bewusstlos und erfahren daher einen schmerzhaften Stromschlag: unruhige und panische Tiere, Elektroden an der falschen Stelle, zu geringe Stromstärke und Dauer, ungeeignetes und mangelhaft gewartetes Gerät sowie zu viele Tiere in der Betäubungsbox. Laute oder stumme Aufschreie sind die Folge einer Fehlbetäubung.
 

Kohlendioxid (CO2)

Mit dem betäubenden Gas werden die meisten Schweine, aber auch immer öfter Geflügel, vor der Tötung betäubt. Bei dieser besonders qualvollen Art der Betäubung werden die Schweine, Hühner und Puten in eine Art Aufzugssystem („Paternoster“) getrieben und in das Gas hinabgefahren. Dort geschieht Grausames: Bevor die Tiere bewusstlos sind, erleiden sie große Erstickungsängste. Die Tiere versuchen panisch, aus den Gondeln zu fliehen und schnappen voller Angst nach Luft. Die Verweildauer oder die Gaskonzentration in den Kammern ist zudem manchmal zu kurz bzw. zu gering, sodass die Tiere beim Stich durch die Kehle nicht ausreichend betäubt sind und manche Schweine sogar noch bei Bewusstsein ins kochend heiße Brühbad gelangen.
 

Weitere Methoden

Bei sogenannten Nottötungen sind unter anderem auch Kugelschüsse erlaubt, denn eine ernst gemeinte tierärztliche Behandlung, wie wir sie bei Hunden und Katzen kennen, wird den landwirtschaftlich genutzten Tieren meist verwehrt, da es unwirtschaftlich wäre und sie für den Landwirt nur etwas wert sind, wenn sie eine hohe Leistung bringen.
Bei Hausschlachtungen ist es gesetzlich erlaubt, kleinere Tiere wie Hasen, Geflügel oder Tierkinder mit einem harten Schlag auf den Kopf zu betäuben.
Das Schächten ist eine Tötungsmethode, bei der die Tiere meist aus religiösen Gründen nicht betäubt werden, bevor ihnen die Kehle durchtrennt wird. Ohne den Tod mit vorheriger Betäubung verharmlosen zu wollen, ist dies wohl eine der qualvollsten Arten zu sterben, da der Todeskampf mit vollem Bewusstsein wahrgenommen wird und einige Minuten andauern kann.
 

Fehlbetäubungen

Jedes Jahr sterben alleine in deutschen Schlachthöfen (knapp) 800 Millionen Hühner, Puten, Enten und Gänse, fast 60 Millionen Schweine, über drei Millionen Rinder und etwa 30 Millionen Hasen, eine Million Schafe und Tausende Ziegen, Pferde und andere Tiere. Bei diesen unvorstellbaren Zahlen ist klar: Dies funktioniert nur mit der Schlachtung im Akkord – fast rund um die Uhr. Fehlbetäubungen stehen daher auf der Tagesordnung. Laut Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und vier bis über neun Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn sie an einem Bein aufgehängt werden und kopfüber die Kehle durchtrennt bekommen. In absoluten Zahlen bedeutet dies jährlich weit über 300 000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Für Hühner und Puten wurde noch keine Fehlbetäubungsrate ermittelt, was unter anderem damit zusammenhängen könnte, dass diese Tiere im Schlachthof nur in Tonnen und nicht als einzelne Individuen angegeben werden.
Zudem wird oft gegen die gesetzlich festgelegten Zeiten zwischen Betäubung und tatsächlicher Tötung verstoßen, sodass die Tiere vor oder während der Tötung wieder aufwachen.
Verstöße gegen die minimalen gesetzlichen Vorschriften sind die Regel und keine Ausnahmen.
Was viele Menschen nicht wissen: Sogenannte „Biotiere“ sterben meist in denselben Schlachtfabriken wie ihre Leidensgenossen aus der konventionellen Tierhaltung. Und auch das Fleisch vom „Metzger nebenan“ stammt aus solchen Schlachthöfen.
Erfahren Sie hier, warum über 180 000 Kälber im Jahr während der Schlachtung im Mutterleib ersticken.
 

Traurige Konsequenz für die Tiere

Ganz gleich, ob in den Zucht-, Mast-, Lege- oder Milchbetrieben, ob bio oder konventionell, ob während der Transporte oder letztendlich im Schlachthaus: All diese Tiere werden wegen Fleisch, Milch oder Eiern ausgebeutet und getötet. Auch unter Betäubung geht dieser Tod mit unfassbaren Qualen einher und somit ist klar: Es gibt keine „tiergerechte“ oder gar „humane“ Tötung in den Schlachtfabriken.


 

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