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Vegetarier aufgepasst: Eier sind nicht vegetarisch!

Schäbelkürzen

Für die meisten Menschen bedeutet der Begriff „vegetarisch“, dass ein Lebensmittel nicht von einem toten Tier stammt. Vegetarier konsumieren zumeist Eier und Milch, also Produkte, die von sogenannten Nutztieren stammen. Dass diesen Tieren oftmals Zusätze ins Futter gemischt werden, dürfte kein Geheimnis mehr sein. Doch was, wenn diese „Zusätze“ nicht pflanzlichen Ursprungs sind, sondern von getöteten Tieren stammen?

Ein Blick auf die Verpackung verrät nicht alles

Viele Menschen ernähren sich heutzutage bewusster und setzen sich damit auseinander, was auf ihrem Teller landet. Wenn man sich in diesem Zusammenhang damit beschäftigt, wo unser Essen herkommt, sollte man sich auch im Klaren sein, welche Nahrung die Tiere erhalten, die Fleisch, Milch und Eier „erzeugen“. Es lohnt sich, nicht nur einen Blick darauf zu werfen, ob unsere Lebensmittel ein Bio-Siegel haben oder regional sind. Vieles bleibt unseren Verbraucheraugen gewollt verborgen.

Betrachtet man die Eier-Packung, findet man beispielsweise lediglich Angaben zur Haltungsform, zur Ei-Größe und woher die Eier stammen. Was sich hinter täuschenden Begriffen wie „Freilandhaltung“ wirklich verbirgt, wird jedoch nicht erwähnt – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das gekaufte Ei höchstwahrscheinlich gar nicht „fleischlos“ und somit nicht vegetarisch ist.
Bild Huhn

Schweinemehl für „leistungsfähigere“ Hühner

Um die „Leistungsfähigkeit“ der Henne, also die Anzahl der Eier, zu steigern, bekommen viele Hühner zusätzliche Futtermittel, die Tiermehle von anderen Tieren aus der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung beinhalten [1]. Nach der BSE-Krise, auch bekannt als Rinderwahn, war diese Art von Zusätzen tierischen Ursprungs im Futter zunächst verboten. Mittlerweile dürfen unter anderem Hühnern wieder Futtermittel verabreicht werden, die aus getöteten Schweinen hergestellt werden
 [2].

Auch wenn Hühner zu den Omnivoren gehören, dürfte es Vegetariern nicht egal sein, dass sie mit dem Kauf von Eiern indirekt auch die Haltung und den Tod von Schweinen mitverantworten könnten. Diese Art der Fütterung dient wie immer nur einem Zweck: der Gewinnmaximierung. Denn die Tiermehle sind meist günstig zu beziehen.

Jedes Huhn in der Eierindustrie stirbt einen frühzeitigen Tod

Mit weit über 300 Eiern im Jahr – also einem Ei fast jeden Tag – verbunden mit den elenden Haltungsbedingungen sind die Tiere bereits nach eineinhalb Jahren komplett ausgelaugt – die Legeleistung lässt nach und so werden die Hennen entsorgt und im zur Schlachthaus getötet. Möchte man das als Vegetarier wirklich unterstützen?

Eier nicht vegetarisch Infografik

Unsere "Mach dich eifrei"-Kampagne

In unserer Kampagne „Mach dich eifrei“ informieren wir über das Leid der Tiere für Eier und Eierprodukte. Wir gehen auf Unternehmen zu, zeigen aber auch Politikern und Verbrauchern auf, dass hinter jedem Ei Tierquälerei steht.

Was Sie tun können

Lehnen Sie den Kauf und Konsum von Eiern ab. Nicht nur sogenannte Legehennen leiden unter Haltung, Zucht und Schlachtung. Auch für die männlichen Tiere hat die Eierindustrie keine Verwendung, weswegen diese sofort nach dem Schlüpfen auf grauenvolle Weise vergast werden. Helfen Sie jetzt, das Tierleid zu beenden, und steigen Sie auf eine rein pflanzliche Ernährung um – wir unterstützen Sie dabei gerne mit dem kostenlosen Veganstart-Programm.



[1] Augsburger Allgemeine: „Was landet da eigentlich im Trog?“, 23.05.2017, unter: https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Was-landet-da-eigentlich-im-Futtertrog-id42062706.html (zuletzt abgerufen am 08.04.2020)
[2] Spiegel online: „Tiermehle“, 25.11.2000, unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/stichwort-tiermehl-a-104878.html (zuletzt abgerufen am 08.04.2020)

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Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.