Über eintausend Affen werden in deutschen Laboren als Versuchsobjekte missbraucht und getötet – das sind drei Tiere jeden Tag. Sie werden in Toxizitätstests vergiftet, für Hirnexperimente mit aufgebohrtem Schädel an Gestelle fixiert und in der Infektionsforschung mit tödlichen Viren infiziert. Man entnimmt ihnen ihr gesundes Herz und ersetzt es mit dem eines Schweines, pflanzt ihr Hodengewebe auf den Rücken einer Maus und verdammt sie ab dem Tag ihrer Geburt zu einem Leben hinter verschlossenen Labortüren.
Warum Tierversuche an Primaten jetzt beendet werden müssen
Unzählige Affen werden tagtäglich in deutschen Laboren als Versuchsobjekte missbraucht und getötet. Dabei sind Tierversuche an Affen:
Unethisch
Affen sind intelligente, hochsoziale Tiere mit eigenen Persönlichkeiten. Sie können Freude, aber auch Leid und Schmerz empfinden wie wir Menschen. Sie als Versuchsobjekte auszunutzen, ist ethisch und moralisch schlichtweg nicht vertretbar.

Irrelevant
Affen und Menschen sind zwar verwandt, haben aber dennoch zahlreiche artspezifische Unterschiede. Experimente an Affen können deshalb in den meisten Fällen nicht auf Menschen übertragen werden und liefern keine zuverlässigen Forschungsergebnisse.

Riskant
Für Tierversuche werden Affen aus anderen Ländern nach Europa eingeführt und mit ihnen auch Krankheiten. Erst 2023 wurden mit Tuberkulose infizierte Langschwanzmakaken nach Deutschland importiert.

Artengefährdend
Der Import von Affen ist auch für die Affenpopulationen sehr gefährlich. Manche Arten, beispielsweise Langschwanzmakaken, stehen auch durch Tierversuche heute auf der Liste der gefährdeten Arten.

Unnötig
Es gibt viele wissenschaftliche Methoden, die ganz ohne das Leid von Tieren auskommen und oftmals eine bessere Übertragbarkeit auf den Menschen vorweisen.

So leiden Affen in Tierversuchen
Über 1.000 Individuen werden jedes Jahr in deutschen Tierversuchslaboren gefangen gehalten und für Experimente missbraucht. Dabei wird den Tieren unterschiedliches Leid angetan: An ihnen werden Giftigkeitstests durchgeführt, sie werden an Gestelle geschnallt, am Gehirn operiert oder über längere Zeiträume alleine in kleine Käfige gesperrt.
Geboren, um getötet zu werden
Die meisten Affen, die in deutschen Laboren gefangen gehalten werden, werden aus Asien oder Mauritius hierher transportiert. Ihre Großeltern wurden aus den Wäldern in Zuchtstationen verschleppt – um ihren Töchtern die Kinder zu entreißen und in ausländischen Laboren tödlichen Experimenten auszuliefern.
Aufgebohrter Schädel für die Hirnforschung
Für die Hirnforschung an 6 Standorten in Deutschland werden Makaken oder Weißbüschelaffen Elektroden in ihr Gehirn transplantiert, sie werden an Primatenstühle geschnallt und ihr Kopf wird oftmals mit einer implantierten Halterung festgeschraubt. Häufig werden sie durch Flüssigkeitsentzug zur „Mitarbeit“ gezwungen.
Gesundes Herz entfernt
In Experimenten zur Xenotransplantation wird gesunden Pavianen das Herz entfernt und durch das eines getöteten Schweins ersetzt. Atemnot, Blutdruckabfall und der Tod können folgen. Für die Tiere, die überleben, gehören Einzelhaltung, Schmerzmittel, Cortison und weitere Medikamente zum Alltag – bevor sich ihr Herz unkontrolliert vergrößert und versagt.
Mit Viren infiziert und krank gemacht
Für die Infektionsforschung werden Kapuzineraffen und Makaken mit Viren infiziert. Durchfall, Muskelzuckungen, Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Atemnot, Lähmungen und Entzündungen im Gehirn können die Folge sein. Den Tieren geht es teils so schlecht, dass sie noch vor dem geplanten Versuchsende getötet werden müssen.
Festgeschnallt und vergiftet
Für Toxizitätstests werden Javaner- und Krallenaffen an sogenannten Primatenstühlen fixiert und so weitgehend bewegungslos gemacht. Mit über das Gesicht gezogenen Masken werden sie gezwungen, Testchemikalien einzuatmen. In anderen Tests wird den Tieren ein Schlauch in den Magen geschoben, um ihnen eine potenziell giftige Substanz zu verabreichen. Die Tests werden über Monate hinweg wiederholt und können zu Übelkeit, Durchfall oder Organschäden führen.
Einzelhaltung für Fortpflanzungsexperimente
Für Experimente zur Fortpflanzung wird das Hodengewebe männlicher Weißbüschelaffen oder Javaneraffen auf Mäuse verpflanzt. Die Affen werden teils im Alter von nur wenigen Monaten getötet – oder verbringen teils über 20 Jahre in Einzelhaltung, da Gruppenhaltung mit ausschließlich männlichen Tieren zu Problemen in der Rangordnung führt. Für soziale Tiere wie Primaten bedeutet die Isolation enormes Leid.
Tierversuche beenden: Helfen Sie den Affen!
Affen und andere Tiere haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Frieden. Sie sind nicht dazu da, in grausamen Experimenten gequält und getötet zu werden. Helfen Sie den Tieren, indem Sie gemeinsam mit uns den Ausstieg aus Tierversuchen fordern!

Fragen und Antworten
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Affenversuche in Deutschland: Um welche Experimente und wie viele Tiere geht es?
In Deutschland werden Affen für Experimente zur Hirnforschung, Infektionsforschung, Reproduktionsforschung, Xenotransplantationsforschung und für regulatorische Toxizitätstests missbraucht. Über 1.000 Individuen werden jedes Jahr in deutschen Laboren getötet.
Die meisten Tiere werden über Tage von Südostasien oder Mauritius in deutsche Labore transportiert, viele Tiere werden allerdings auch in Einrichtungen wie dem Deutschen Primatenzentrum für Tierversuche gezüchtet.
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Was unternimmt PETA gegen Tierversuche?
Wir von PETA Deutschland setzen uns auf politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für den längst notwendigen Paradigmenwechsel ein: die Abschaffung von Tierversuchen und die Modernisierung der Forschung.
Wissenschaftliche Ansätze, politische Kampagnen und Petitionen
- Wir von PETA fordern von der deutschen Regierung sowie europäischen Entscheidungsträger:innen einen verbindlichen Strategieplan und konkrete Übergangsstrategien für den Ausstieg aus Tierversuchen.
- PETA hat gemeinsam mit weiteren Tierschutzorganisationen die EU-Bürgerinitiative Save Cruelty Free Cosmetics – Commit to a Europe Without Animal Testing ins Leben gerufen. Die über 1,2 Millionen gesammelten Unterschriften ermöglichten uns eine Anhörung im Europäischen Parlament. Nur wenige Monate nach Start der Unterschriftensammlung kündigten die Europäische Kommission und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) Pläne zu einem Ausstieg aus Tierversuchen für Chemikalien an, die 2026 schließlich als „Roadmap“ veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wurde als Konsequenz der Bürgerinitiative 2025 ein Europäischer Forschungsraum für tierversuchsfreie Ansätze in der biomedizinischen Forschung sowie Arzneimittel- und Medizinproduktetestung gestartet. Aufgabe dieser Initiative ist die Beschleunigung der behördlichen Zulassung tierversuchsfreier Methoden, die Verbesserung der Übertragbarkeit auf den Menschen und die Reduktion der Abhängigkeit von Tierexperimenten in Europa. PETA ist sowohl bei der Entwicklung und Umsetzung der Roadmap als auch beim Europäischen Forschungsraum beteiligt.
- 2025 und 2026 initiierte PETA mit weiteren Tierschutzorganisationen insgesamt zwei Bundestagspetitionen zum Thema Tierversuche. Die Petition Abschaffung von Tierversuchen an Affen erreichte mehr als 40.000 Stimmen – eine Anhörung im Bundestag folgte, bei der die Expertinnen von PETA und Ärzte gegen Tierversuche die Argumente vorstellten. Die Petition Stopp des geplanten Tierversuchsgesetzes erreichte über 80.000 Stimmen, was ebenfalls eine Anhörung im Bundestag ermöglicht. Die Anhörung wird voraussichtlich im Oktober 2026 stattfinden.
- Mit dem „Research Modernisation Deal“ legt PETA einen detaillierten Ausstiegsplan aus Tierversuchen vor. Das Konzept legt ethische, wissenschaftliche und ökonomische Gründe für einen strategischen Ausstieg aus Tierversuchen dar und zeigt auf, wie dieser in der biomedizinischen Forschung, Regulatorik und Aus-, Fort- und Weiterbildung durch innovative, humanrelevante Wissenschaft umgesetzt werden kann.
- Als Teil von PETAs wissenschaftspolitischer Arbeit in Deutschland haben wir ein Positionspapier erarbeitet, welches der Politik strategische Maßnahmen für einen Ausstiegsplan benennt. Im Herbst 2024 wurden wir eingeladen, an den Vorbereitungstreffen für den Reduktionsplan der Ampelregierung teilzunehmen und leiteten dabei eine der drei Arbeitsgruppen mit. Seit 2026 ist eine unserer Wissenschaftlerinnen Mitglied der Kommission des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R). Dabei liegt ihr Fokus darauf, das Bf3R zu tierfreien Test- und Forschungsmethoden zu beraten.
- Mehr als 20 Wissenschaftler:innen von PETA setzen sich beratend für das PETA-Wissenschaftskonsortium ein, um mit verschiedenen Maßnahmen die Förderung von tierfreien Ansätzen in der Toxizitätsforschung voranzubringen: Die Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden und Unternehmen, Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel, Organisation von Webinaren und Workshops und Teilnahme an wissenschaftlichen Konferenzen bilden nur einen Teil ihrer täglichen Arbeit ab.
Öffentlichkeitsarbeit und Zertifizierungen
- Mit Demonstrationen, Plakatkampagnen und Online-Beiträgen leistet PETA breite Aufklärungsarbeit, indem über die Möglichkeiten tierversuchsfreier Methoden informiert und das Leid der Tiere in Laboren sichtbar gemacht wird. So mobilisiert PETA Menschen zur Teilnahme an Petitionen, Demonstrationen oder Briefaktionen und erhöht den Druck auf die Verantwortlichen in Industrie, Wissenschaft und Politik.
- PETAs Liste für tierversuchsfreie Produkte wächst stetig und beinhaltet allein über 1.000 in Deutschland erhältliche Marken. Die Auszeichnung „PETA approved“ motiviert immer mehr Unternehmen, ihre Produkte tierversuchsfrei und vegan herzustellen.
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Helfen Proteste überhaupt etwas?
Proteste und Petitionen sind direkte demokratische Mittel – sie zeigen, wo die Gesellschaft Veränderung fordert und erhöhen den öffentlichen und politischen Druck. Viele Verbesserungen im Tierschutz, Umweltschutz und bei sozialen Themen begannen mit einer Demonstration oder Petition: Diese Mittel schaffen Bewusstsein, stoßen politische Prozesse an und bereiten den Weg für spätere Gesetzesänderungen.
Auch durch Aktionen von PETA wurden schon maßgebliche Veränderungen im Bereich Tierversuche angestoßen, unter anderem diese:
- Die Europäische Kommission hat einen Fahrplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen bei der Chemikalientestung vorgelegt,
- Chemikalientests an Ratten und Fischen konnten verhindert werden,
- zahlreiche Lebensmittel- und Getränkeunternehmen führen keine Tierversuche mehr durch,
- Air France, Kenya Airways und weitere Fluggesellschaften beendeten den Transport von Affen in Versuchslabore,
- zahlreiche Pharmakonzerne haben den grausamen Forced Swim Test verbannt
- und vieles mehr.
Vielen dieser Erfolge gingen Proteste in Form von Briefaktionen, Demonstrationen oder Petitionen voraus.
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Werden Tiere in den Urwäldern gefangen?
Offiziell dürfen Affen, die in europäischen Laboren für Tierversuche missbraucht werden, keine sogenannten „Wildfänge“ sein. Tiere, die aus Mauritius oder Südostasien in deutsche Labore transportiert werden, gehören mindestens der F2-Generation an – der Enkelgeneration. Das bedeutet, dass ihre Großmütter und -väter aus ihrem Zuhause in den Wäldern in Zuchtstationen verschleppt und zu Zuchtmaschinen degradiert werden.
Tierversuchslabore benötigen für ihre grausame Arbeit jedes Jahr unzählige Affen. Mit dieser Nachfrage unterstützen sie eine gewaltvolle und profitorientierte Industrie, die auch den illegalen Handel mit Affen befeuert.
Zudem werden Javaneraffen – eine der am häufigsten in Tierversuchen missbrauchten Primatenarten – mittlerweile von der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Dass die anhaltenden Experimente der Tierversuchsindustrie einen relevanten Teil dazu beitragen, bestätigen 18 renommierte Wissenschaftler:innen 2024 in einer wissenschaftlichen Publikation. [1] Der Verband Biomedizinischer Forschung (NABR) hat unfassbarerweise Beschwerde gegen die Einstufung von Langschwanzmakaken durch die IUCN als stark gefährdete Art auf der Roten Liste eingelegt. Es wird befürchtet, „dass der Nachschub an Affen für Laborversuche damit noch knapper wird.“ [2]
[1] Gamalo LE, Ilham K, Jones-Engel L et al. Removal from the wild endangers the once widespread long-tailed macaque. Am. J. Primatol. 2023;86(3):e23547. doi/10.1002/ajp.23547
[2] Frentzen C. Forscher befürchten, dass ihnen bald die Affen ausgehen. Die Welt. September 11, 2023. Accessed September 07, 2026. https://www.welt.de/wissenschaft/article247356632/Tierversuche-Forscher-befuerchten-dass-ihnen-die-Affen-ausgehen.html
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Welche Fluggesellschaften transportieren die Affen?
Der Großteil der in Deutschland für wissenschaftliche Zwecke missbrauchten Affen wurde tausende Kilometer aus Asien oder Mauritius nach Deutschland transportiert. Die meisten Fluggesellschaften haben das blutige Geschäft mit den Affentransporten inzwischen beendet, doch einige Airlines verdienen noch immer Geld mit dem Leid der Tiere – unter anderem EgyptAir, Ethiopian Airlines und Hainan Airlines. Hier geht es zur Übersicht.
Für den Transport werden die Affen in kleine Holzkisten gezwängt, in denen sie über Entfernungen von Tausenden Kilometern in ihren eigenen Exkrementen und ihrem Blut sitzen. Nach ihrer Ankunft in den Laboren werden die völlig verängstigten Tiere in Experimenten verstümmelt, vergiftet, an Gestellen fixiert, mit schmerzhaften Krankheiten infiziert, psychisch gequält und schließlich getötet.
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Bringen Tierversuche überhaupt etwas?
95 Prozent der neu entwickelten Medikamente kommen niemals auf den Markt, obwohl diese in Tierversuchen zuvor als wirksam und sicher eingestuft wurden. [1] Die mangelnde Übertragbarkeit von einer Spezies auf die andere ist dabei ein entscheidender Faktor, denn die Organismen unterscheiden sich von Spezies zu Spezies zu sehr. Tierversuche bedeuten daher nicht nur massives Leid für die Tiere bei einer kaum vorhandenen „Erfolgsquote“ – sie können auch Gefahren für den Menschen bergen.
Weltweit finden daher immer mehr Entwicklungen statt – weg von Tierversuchen und hin zu tierversuchsfreien, humanrelevanten Forschungs- und Testmethoden.
[1] National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS): New Therapeutic Uses. Updated November 05, 2024. Accessed on September 07, 2026. https://ncats.nih.gov/research/research-activities/ntu
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Von wem wurde die Bundestagspetition organisiert?
Die Bundestagspetition wurde von PETA Deutschland und Ärzte gegen Tierversuche organisiert und von zahlreichen weiteren Organisationen und prominenten Einzelpersonen unterstützt:
Animals United
Act for Animals
Affenstark
Animals need Protection
Animal Pride
Animal Respect
Attis
Bertha & Friends
Bund gegen den Missbrauch der Tiere
Bremer Tierschutzverein
Burg Nagezahn
Bunte Kuh
Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht
Deutscher Tierschutzbund
Eden Lumaja
Hamburger Tierschutzverein
Initiative Lebenstiere
Jane Goodall Institut – Deutschland
Menschen für Tierrechte
Old McDonald’s Lebenshof
Pro Animale
Rettet das Huhn
Sandra Peng
Steffen Freitag
Tierheim Hodenhagen
Tierherberge Egelsbach
Tierschutzverein Speyer u. U.
Tierschutzverein Oberberg
The Vegan Rainbow Project
Verein gegen Tierfabriken
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