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 »  »  »  »  » Lebendrupf bei Gänsen: Das grausame Premium-Produkt der Daunenindustrie

Federn lassen für die Daunenindustrie

Gänsequal: Gerupft und gestopft

Stand November 2015

In der Daunenindustrie werden Gänse oft bei lebendigem Leib gerupft, um an die Daunen, die unterste Federschicht bei Vögeln, zu kommen. Aus ihren Federn werden Decken und Kleidung hergestellt – für die Gänse ist die „Daunengewinnung“ jedoch eine Qual.

Lebend gerupfte Gans © Friedrich Mülln

Verdeckte Videoaufnahmen zeigen, wie Mitarbeiter von Gänsefarmen lebenden Vögeln hastig ganze Büschel von Federn ausreißen, was bei den panischen und schreienden Tieren oft blutige Wunden hinterlässt. Die Arbeiter klemmen sich die Gänse häufig einfach kopfüber zwischen die Knie. Hierbei werden den panischen Tieren oft Flügel gebrochen oder Hautlappen herausgerissen. Mit Nadel und Faden werden diese anschließend ohne Betäubung wieder zusammengenäht oder man überlässt die völlig verängstigten Tiere mit offenen Wunden ihrem Schicksal. Einige sterben sogar an den Folgen des „Lebendrupfs“.

 

Daunen-Produzenten und Händler stecken unter einer Decke

In Deutschland werden wegen der geringen Anzahl von Gänsezuchtbetrieben nur rund 150 Tonnen Daunen produziert. Dafür importiert Deutschland jährlich etwa 16.000 Tonnen Daunen und Federn aus aller Welt (1) – so auch aus China, Polen, Frankreich und Ungarn, wo der sogenannte Pusztarupf eine traurige Tradition hat und jährlich etwa 300.000 Tiere gerupft werden. Der Lebendrupf ist für die Geflügelindustrie ein lukratives Geschäft, weil die Farmer die Gänse vier- bis siebenmal bei lebendigem Leib rupfen können, anstatt nur einmal bei dem Schlachtrupf. Das ist noch nicht alles: Wer Daunen kauft, unterstützt möglicherweise auch die tierquälerische Stopfleber- und Fleischindustrie. Viele Betriebe züchten die Vögel zur Fleischproduktion und schlagen zusätzlichen Profit aus ihren Federn. Zur Schlachtung schneidet man diesen Tieren häufig die Kehle durch oder taucht sie in kochend heiße Brühbäder, während sie noch bei Bewusstsein sind.
 

Keine Garantien – Kontrolle? Fehlanzeige!

Woher die Daunen in Ihrer Decke oder Ihrem Wintermantel stammen, können selbst Experten nicht nachvollziehen. Für Daunen existiert kein unabhängiges Zertifikat mit Kontroll-, Sanktions- oder Bußgeldmöglichkeiten. Eigentlich ist der Lebendrupf in der EU verboten. (2, 3). Doch die zuständige Behörde European Food Safety Authority (EFSA) hat für die Geflügelindustrie das Schlupfloch des Rupfens während der Mauser der Vögel gelassen. (4) Bei Betrieben mit Tausenden von Tieren und Akkordrupfen werden die Gänse jedoch gerade nicht nach individuellem Mauserzeitpunkt selektiert und ihnen werden die Daunen nicht sorgsam „abgestreichelt“, wie die Videoaufnahmen schmerzhaft belegen.
 

Bitte helfen Sie!

Man kann beim Kauf von Daunenprodukten unmöglich wissen, ob die Tiere bei lebendigem Leib gerupft wurden. Die einzige Möglichkeit, dieses Leid wirklich zu verhindern, ist, tierfreundliche Materialien vorzuziehen.
 

Im Gegensatz zu Daunen wärmen synthetische Stoffe wie PrimaLoft, Thinsulate oder Thermolite bei allen Wetterlagen, während Daunen ihre Dämmfähigkeit verlieren, sobald sie nass werden oder gewaschen werden müssen. So hemmt der antimikrobielle Schutz von PrimaLoft die Bildung von Schimmel, Moder und Allergie-auslösenden Bakterien, was bei Daunenbettwäsche für Verbraucher häufig ein Problem ist.

 

Bitte teilen Sie dieses Video und die Informationen auf Facebook und Twitter, damit noch mehr Menschen die tierfreundliche Entscheidung treffen, den Gänsen ihr Federkleid zu lassen.



 

Quellen:
 
(2)    Richtlinie 98/58/EG des Rates vom 20. Juli 1998 über den Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere, Artikel 3