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Leder aus Indien – von wegen „heilige Kühe“!

Stand August 2013
Sieben Jahre lang haben die Tierrechtsorganisation PETA Indien und ihre Tochterorganisationen verdeckte Ermittlungen zum Transport und den Schlachtbedingungen von Kühen, Büffeln, Schafen und Ziegen durchgeführt, die im indischen Lederhandel enden. Das Leder aus den Häuten dieser Tiere wird in die ganze Welt exportiert. Europa und die USA zählen zu den größten Abnehmern.

Die Ermittler konnten Bildmaterial über den weit verbreiteten und illegalen Missbrauch dieser Tiere sammeln, sowie Beweise für die unhygienischen und gefährlichen Bedingungen, die in den Schlachtbetrieben vorherrschen, zusammentragen. Tiere in Indien sind extremen Grausamkeiten ausgesetzt. Sie werden auf Transportern zum Schlachthaus befördert, die so überladen sind, dass sich die Tiere mit ihren spitzen Hörnern und Hufen teils schwer verletzen. Viele von ihnen sterben bereits während der Fahrt. Beweisfotos belegen, wie die Tiere in Schlachthäuser gezerrt werden, deren Böden mit Ausscheidungen, Blut, Eingeweiden und Urin bedeckt sind. Hier werden sie vor den Augen ihrer Artgenossen häufig mit dreckigen, stumpfen Messern aufgeschnitten. Einige Tiere werden sogar bei vollem Bewusstsein gehäutet und zerlegt.

Leere Versprechungen

Die Ermittlungen brachten außerdem ans Licht, dass so gut wie keine Verbesserungen bezüglich der Behandlung der Tiere erfolgt sind – trotz der Direktiven, die verantwortliche Regierungsmitarbeiter der indischen Landesregierungen vor sechs Jahren versprachen und trotz der öffentlichen Ankündigungen, man würde die Tierschutzstandards verbessern.

Die Schlachthäuser sind noch immer unhygienisch, verschmutzen weiterhin die Umwelt, haben keine Lizenzen; illegale Schlachthäuser operieren weiterhin. Die Transportbestimmungen für Tiere sind erbärmlich und trotz rechtlicher Anforderungen hat die Regierung nicht genügend Einheiten der Tierschutzvereinigung gebildet, um das Tierschutzgesetz von 1960 und seine Vorgaben zu Transport und Schlachtung durchzusetzen.

Illegale Handlungen

Selbst die minimalen Tierschutzgesetze Indiens werden beim Transport und der Schlachtung von Tieren unverfroren ignoriert. Das Indian Council for Leather Exports (CLE) gibt zwar an, ein Tierschutzreformprogramm zu haben, tut aber nichts, um Lederhändler davon abzuhalten, ihre Häute von unlizenzierten, illegalen Schlachthäusern zu beziehen. Tiere jeden Alters, auch kleine Kälber, werden gesetzwidrig getötet.

Das CLE gab an, dem Tierschutzreformprogramm fehle es an Elan und Engagement, um konkrete und langfristige Verbesserungen im Leben von Tieren durchzusetzen. Vor knapp einem Jahr baten PETA Indien und seine Tochterorganisationen das CLE um Verhandlungen, in deren Rahmen sie dem CLE eine angesetzte Absichtserklärung (MoU) anboten.

Diese MoU befasst sich mit wichtigen Tierschutzthemen. Sie fordert, dass die indische Lederindustrie ihre Zusammenarbeit mit Schlachthöfen, die illegal in Betrieb sind, und die Unterstützung von staatlichen Einrichtungen, die durch Verletzungen des Tierschutzes auffielen, beendet. Zudem fordert sie die indische Lederindustrie dazu auf, sich einem mindestens dreijährigen Reformprojekt zu unterziehen, um die Handhabung der Tiere – vom Markt bis hin zum Transport und zur Schlachtung – zu verbessern, und nach und nach nur noch Häute und Felle von Märkten, Transporteuren und Schlachthäusern zu beziehen, die die indischen Tierschutzgesetze befolgen.

Die Verhandlungen zwischen PETA Indien und dem CLE über die Durchsetzung der Tierschutzgesetze in der Lederindustrie wurden vom CLE abgebrochen.

Der oberste Gerichtshof

PETA Indien führt derzeit ein Gerichtsverfahren am Obersten Gerichtshof Indiens gegen die Union of India, jede innerstaatliche Regierung und das Animal Welfare Board of India (AWBI) wegen der mangelnden Durchsetzung von Tierschutzgesetzen und der Duldung von unnötigem und extremem Tierleid innerhalb der Leder- und Fleischindustrie. Das Gericht hat öffentlich bekannt gegeben, über die von PETA vorgelegten Beweismittel der dokumentierten Grausamkeiten schockiert zu sein.
Vor über einem Jahr wies der Oberste Gerichtshof das AWBI an, ihn innerhalb eines Monats über seine Schritte zur Verhinderung von Tierquälerei zu informieren.
Das AWBI sollte daraufhin einen Plan über Kontrollmaßnahmen in landesweiten Schlachthöfen aufstellen. Bis zum heutigen Tag gibt es jedoch kein brauchbares Kontrollsystem für Schlachthäuser in Indien.

Die Händler

Das CLE gab an, dem Tierschutzreformprogramm fehle es an Elan und Engagement, um konkrete und langfristige Verbesserungen in dem Leben der Tiere durchzusetzen. Vor fast einem Jahr, baten PETA Indien und seine Tochterorganisationen das CLE Verhandlungen aufzunehmen und baten ihm eine angesetzte Absichtserklärung (MoU) an.


Die MoU befasst sich mit für den Tierschutz ausschlaggebenden Themen. Sie fordert, dass die indische Lederindustrie ihre Unterstützung von Schlachthöfen, die illegal in Betrieb sind sowie staatlicher Einrichtungen, die aufgrund von Verletzungen des Tierschutzes auffielen beendet, sich einem mindestens 3-jährigen Reformprojekt unterzieht, um die Handhabung der Tiere vom Markt bis hin zu Transport und Schlachtung zu verbessern und nach und nach nur noch Häute und Felle von Märkten, Transporteuren und Schlachthäusern zu beziehen, die sich an indische Tierschutzgesetze halten.

Nachdem die MoU neun Monate lang bearbeitet wurde, hat sich das CLE schlussendlich geweigert, überhaupt mit PETA zu verhandeln.

Hilfe für die missbrauchten Tiere im indischen Lederhandel

Als PETA im Jahr 2000 eine Kampagne zur Leidminderung der Tiere im Lederhandel startete, entschlossen sich ca. 40 größere Konzerne, kein Leder mehr von indischen Kühen zu beziehen. Dadurch erlitt die indische Lederindustrie einen geschätzten Verlust von 68 Millionen USD. Die Kampagne gewann außerdem die Unterstützung von Seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, Sir Paul McCartney, Pamela Anderson, Jackie Chan und vielen weiteren internationalen Prominenten.

So können Sie helfen

Sie helfen den Tieren am besten, wenn Sie ihr Fleisch nicht essen und ihre Haut nicht tragen. Informieren Sie andere über die Grausamkeiten, welche die Tiere erleiden müssen, und bitten Sie sie, von Fleisch und Leder Abstand zu nehmen.
  • Schreiben Sie an die indische Botschaft und fordern Sie die indische Regierung auf, den grausamen und illegalen Umgang mit Tieren auf Transporten und in Schlachthäusern nicht länger zu dulden.

    Indische Botschaft
    Tiergartenstraße 17
    10785 Berlin
    E-Mail: commercial@indianembassy.de