Wolle - Häufig gestellte Fragen

„Müssen Schafe denn nicht geschoren werden?“

Ohne den Eingriff des Menschen würde Schafe nur so viel Wolle produzieren, wie sie für ihren Schutz vor extremen Temperaturen benötigen. Um jedoch mit ihrer Wolle noch mehr Geld verdienen zu können, wurde den Tieren der natürliche Fellwechsel weggezüchtet. Nun ist das Scheren durch den Menschen notwendig, und die Tiere sind stark von uns abhängig. Doch die Schur ist eine traumatische und blutige Erfahrung, die keinem Tier zugemutet werden sollte. Durch die Zucht von Schafen mit weniger starkem Fellwachstum könnte das Leid der Tiere deutlich verringert werden. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, klicken Sie bitte hier.

„Aber Schafe, die ihrer Wolle wegen gehalten werden, werden doch nicht getötet, oder?“

Sobald das Wollwachstum nachlässt, endet das Leben fast aller Schafe in der Wollindustrie beim Schlachter. Besonders traumatisch sind die Lebendexporte ins Ausland. Vor allem in Australien werden jedes Jahr Hunderttausende Tiere auf überfüllten Schiffen in Länder des Nahen Ostens transportiert. Die Tiere stehen oftmals mehrere Wochen lang in ihren eigenen Fäkalien, haben teilweise keinen Zugang zu Nahrung oder Wasser. Viele von ihnen sterben aufgrund der katastrophalen Bedingungen. An ihrem Bestimmungsort gibt es oftmals keinerlei Gesetze, die die Schafe vor Leid und Misshandlung schützen. Ein Großteil der Tiere wird ohne jegliche Form der Betäubung geschlachtet. Erfahren Sie mehr über die grausamen Lebendexporte ins Ausland.

Aber selbst, wenn ihr kurzes Leben nicht im Schlachthof enden würde – Schafe in der Wollindustrie führen kein glückliches Leben. Die regelmäßige Schur sowie grausame Standardprozeduren wie das sogenannte „Mulesing“ oder die betäubungslose Kastration sind Grund genug, vom Tragen von Wolle Abstand zu nehmen. Bitte klicken Sie hier, um mehr über die Grausamkeiten des Scherens und des Mulesing zu erfahren.

„Ist Wolle nicht das wärmste ‚Material‘, das es gibt?“

Heutzutage gibt es eine Fülle an pflanzlichen und synthetischen Stoffen, sodass niemand mehr auf das Fell gequälter Tiere zurückgreifen muss. Umweltfreundliche Materialien wie Bio-Baumwolle, Modal, Tencel oder Sojaseide halten uns ebenso warm wie Wolle. Recycelte Kunstfasern imitieren Wolle optisch perfekt und sind dabei deutlich pflegeleichter. Das sind die 10 wichtigsten Alternativen zu Wolle.

„Wolle ist aber natürlich und nachhaltig.“

Wolle ist ausschließlich an einem Schaf natürlich. Die konventionelle Schafzucht hingegen kann massive Umweltprobleme mit sich bringen. Um große Schafherden gegen Pilze und Bakterien zu wappnen, werden die Tiere in giftige Chemiebäder getaucht. Oftmals wird die giftige Brühe in der Natur entsorgt und führt zu starker Gewässerverschmutzung. Für die Produktion von Mohair und Cashmere werden wiederum viele tausende Ziegen gehalten, was zur Versteppung ganzer Regionen führen kann. Ziegen ziehen beim Grasen die Gräser und Kräuter mit der Wurzel aus der Erde, und zurück bleibt eine Wüstenlandschaft.

Zudem sind in fast jeder Wolle umstrittene halogenorganische Verbindungen enthalten, um die Kleidung „maschinenwaschbar“ zu machen. Diese Verbindungen können sich bei der Aufnahme über die Haut im Gewebe ablagern, und nicht wenige von ihnen verfügen über ein hohes Allergiepotenzial.

„Ist es in Ordnung, Wolle zu kaufen, die nicht aus Australien stammt?“

Es ist sehr schwer festzustellen, woher ein Wollprodukt ursprünglich stammt. Die meiste Wolle, insbesondere Wolle für die Bekleidungsindustrie, wird nach Italien oder gar China exportiert, wo die Arbeitskräfte billig und Gesundheits- und Umweltauflagen gering sind. Das bedeutet, dass ein Produkt mit dem Etikett „Made in China“ oder „Made in Italy“ höchstwahrscheinlich aus der Wolle australischer oder neuseeländischer Schafe gefertigt wurde, die einen Großteil der weltweit gehandelten Wolle produzieren. Wer Tierleid verhindern möchte, sollte daher gar keine Wolle kaufen.

Außerdem werden auch Schafe in Deutschland, Italien oder Großbritannien nicht viel besser behandelt. Viele Tiere stehen im Sommer ohne Wasser auf der Weide, werden bei der Schur verletzt und landen bei nachlassender Wollleistung im Schlachthaus, wo ihnen mit einem Messer die Kehle aufgeschlitzt wird,

„Wo kann ich Produkte kaufen, die nicht aus Wolle sind?“

Fast alle Bekleidungsgeschäfte verfügen über eine Vielzahl an Artikeln, die nicht aus Wolle sind. Und auch im Internet können Sie gezielt nach Kleidung aus Materialien wie Tencel, Modal oder Bio-Baumwolle suchen.

„Was ist Merinowolle?“

Mit dem Begriff „Merino“ wird eine bestimmte Schafrasse bezeichnet. Merinoschafe machen praktisch den gesamten Wollmarkt in Australien und Neuseeland aus. Das Fell der Tiere gilt als besonders fein und ist daher für die Herstellung von Kleidung beliebter als andere Wollsorten. Damit die Merinoschafe noch mehr Wolle produzieren, wurde ihnen eine besonders faltige Haut angezüchtet – mit fatalen Folgen für die Tiere. In den Hautfalten unter dem dichten, viel zu warmen Fell sammelt sich schnell Feuchtigkeit an. Schmalzfliegen nutzen dieses Klima, um ihre Eier abzulegen – vor allem im Afterbereich der Tiere. Aus diesen Eiern schlüpfen Maden, die die Schafe quasi bei lebendigem Leib aufessen. Statt nun Tiere mit weniger Fell und Falten zu züchten, versuchen die Farmer, diesen Fliegenbefall mit dem sogenannten Mulesing zu verhindern: Hierbei schneiden sie den Lämmern ohne Gabe von Schmerzmitteln tellergroße Fleischstücke aus dem Bereich rund um den Schwanz. So soll sich eine glatte, vernarbte Fläche bilden, die keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier bietet.

Um diese Tierquälerei zu verhindern, reicht es nicht, als „Merino“ gekennzeichnete Produkte zu meiden, denn viele Produkte werden nur allgemein als „Wolle“ bezeichnet, auch wenn sie von Merinoschafen stammen.

„Was ist Kaschmir/Cashmere?“

Kaschmir ist das lange, seidig-gelockte Fell der Kaschmirziege. Tiere, deren Fellqualität nicht den Ansprüchen der Wollindustrie genügt, werden normalerweise vor dem zweiten Lebensjahr getötet. Branchenexperten schätzen, dass 50 bis 80 Prozent der jungen Ziegen aus diesem Grund frühzeitig getötet werden. Mehr zum Thema Kaschmir.

„Was ist Mohair?“

Mohair ist das lange Haar der Angoraziege – nicht zu verwechseln mit Angorawolle, die häufig von lebendig gerupften Angorakaninchen stammt.

Bei der Schur werden die Angoraziegen oftmals grob auf den Boden gedrückt, und ihre Beine werden zusammengebunden. Viele Tiere tragen von der Schur blutige Schnittverletzungen davon oder erfrieren ohne ihr wärmendes Fell in kalten Nächten. Nach Aussagen eines Farmers sollen in Südafrika, dem Hauptproduzenten von Mohair, an nur einem Wochenende 40.000 Ziegen an Unterkühlung gestorben sein. Hier erfahren Sie mehr über die Mohair-Industrie.

„Was ist Angora?“

Angorawolle ist das weiche und lange Fell des Angorakaninchen – nicht zu verwechseln mit dem Fell der Angoraziege, welches Mohair genannt wird.
 
90 Prozent der gewonnenen Angorawolle stammt aus China - einem Land, in dem es keine greifenden Gesetze gibt, die den Umgang mit Tieren regeln. Wenn Sie einen Pullover oder Hut mit Angora kaufen, stammt die Wolle mit großer Wahrscheinlichkeit von Kaninchen aus China, wo den Tieren meist bei lebendigem Leib das Fell aus der Haut gerissen wird. Weitere Infos zur Angorawolle.

„Was ist mit den traditionellen Arbeitsplätzen, die mit tierischer Wolle in Zusammenhang stehen?“

Tradition oder der Erhalt von Arbeitsplätzen darf niemals eine Entschuldigung für Grausamkeit sein. Die Tatsache, dass die Wollproduktion den Scherern aktuell ein Einkommen sichert, ist keine Rechtfertigung für die Modeindustrie, sich nicht weiterzuentwickeln. Schließlich ist es auch kein gutes Argument, den Menschen zu sagen, sie sollten weiter rauchen, nur damit die Tabakfarmer weiter Tabak anbauen können. Niemand sollte dafür bezahlt werden, Tiere zu quälen. Die steigende Nachfrage nach tierfreundlichen Materialien wird die Produktion tierfreier Materialien immer weiter ankurbeln und es Arbeitern der Wollindustrie so ermöglichen, in neuen Branchen Arbeit zu finden.

„Gibt es Wolle oder andere Materialien von Tieren, die man guten Gewissens tragen kann?“

Tierische Produkte sind immer mit Tierleid verbunden. Füchse, Nerze oder Waschbären werden auf Pelzfarmen in engen, verdreckten Käfigen gehalten und durch Stromschlag oder Vergasung getötet. Für die Produktion von Daunen werden Gänse oftmals lebend gerupft. Teilweise werden die gleichen Tiere zudem in der grausamen Stopfleberindustrie misshandelt. Für die Herstellung von Seide wird der Seidenspinner bei lebendigem Leib gekocht. Und die Fleischindustrie vertraut auf den Verkauf von Häuten für die Lederproduktion, um profitabel zu arbeiten. Daher trägt der Kauf von Leder unmittelbar zum Erhalt von Schlachthöfen und dem Tod der Tiere bei. All dieses Tierleid können wir nur verhindern, wenn wir uns für vegane Mode entscheiden.

Bitte klicken Sie hier und erfahren Sie, wie auch Sie sich mühelos ohne Tierprodukte kleiden können.