Spenden
 »  »  »  »  » Lammfell: Die Haut toter Tierkinder

Lammfell: Die Haut toter Tierkinder

Für Jacken und Stiefel leiden Millionen Lämmer und Schafe

Stand September 2016
Sie kennen UGG-Boots, Mäntel oder EMU-Stiefel aus Lammfell? Wussten Sie, dass für diese Produkte Lämmer und Schafe getötet werden und dass ihnen ihre Haut mitsamt der Wolle abgezogen wird – wie bei Pelz? Bei Lammfell handelt es sich nicht um geschorene Wolle, die auf Textil aufgebracht worden ist. Vielmehr ist die Innenwolle der UGG-Boots noch fest mit der gegerbten Schafhaut auf der Außenseite der Produkte verbunden. Als Ex-Baywatch-Star Pamela Anderson diese blutige Wahrheit erfuhr, war sie so entsetzt, dass sie sich sofort von ihren UGG-Boots trennte.
 
Einem getöteten Lamm wird das Fell abgezogen. Bild: Animal Equality
Das Schlachten der Lämmer
 
Für feines Lammfell – etwa für Mantelkrägen oder Schlafunterlagen von Babys – werden Lämmer meist kurze Zeit nach ihrer Geburt per Kehlenschnitt getötet. Wer einmal die Schlachtung von Lämmern gesehen hat, wird sicherlich keine Lammfellprodukte mehr kaufen wollen (1).
 
Der Gedanke, ein Menschenkind auf die Haut eines toten Babylamms zu legen, ist wohl schon befremdlich genug. Hinzu kommt jedoch, dass Lammfelle häufig mit gesundheitsschädlichen Substanzen aus dem Gerb- und Verarbeitungsprozess belastet sind. Die Verarbeitung der Lammhäute ist neben dem Lammfleisch das profitabelste Standbein der Schlachthäuser, und Käufer von Lammfellen unterstützen dieses Tierleid.
 
Das Leiden von Schafen
 
Auch die wenig älteren Schafe müssen in der Fleisch- oder Wollindustrie leiden, wenn sie mit engen Gummiringen schmerzhaft kastriert oder ihnen die Schwänze mit stumpfen Messern abgetrennt werden. Die sanftmütigen Schafe werden bei der Akkordschur geschlagen und getreten – manche sogar getötet. Häufig erleiden die Tiere hierbei tiefe Schnittverletzungen, die im Anschluss nur notdürftig und ohne die Gabe von Schmerz- oder Betäubungsmitteln zugenäht werden.
 
Schafe, die schwer genug sind oder nicht mehr ausreichend Wolle produzieren, werden getötet und häufig bei lebendigem Leib gehäutet, da die Betäubungsversuche mit Elektrozange oder Bolzenschussgerät sehr fehleranfällig sind. Dies beweisen auch verdeckte Videoaufnahmen aus Italien oder Frankreich, wo Lämmer und Schafe bei vollem Bewusstsein am Haken aufgehängt um sich treten und ausbluten (2, 3). Auch beim Lammfell- und Wollexporteur Australien wurden im Jahr 2015 über 22 Millionen Lämmer geschlachtet und häufig für die Modeindustrie oder als „Dekoprodukte“ nach Deutschland exportiert (4).
 
Lammfelle aus Deutschland
 
Auch in Deutschland hat PETA wegen Vernachlässigung und Misshandlung Strafanzeigen gegen Schäfer und Scherer gestellt. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 906.200 Schafe bereits im Kindesalter geschlachtet, da hierzulande lediglich der Verkauf von Lammfleisch lukrativ ist (5). Aufgrund der mangelnden Versorgung sterben auf deutschen Weiden jedes Jahr zehntausende Lämmer schon kurz nach der Geburt, da sich die individuelle Behandlung kranker oder verletzter Schafe angesichts hoher Tierarzt- und Medikamentenkosten für Großbetriebe meist nicht lohnt.


Profit auf Kosten der Tiere
 
Die Felle von Lämmern und Schafen sind – genau wie Leder und Pelz von anderen Tieren – ein weiterer profitabler Wirtschaftszweig der Woll- und Fleischindustrie. Wer Lammfelle kauft, finanziert die systematische Tierquälerei dieser Industrien mit und trägt zu weiteren Züchtungen und Tötungen von Lämmern und Schafen bei. Doch es gibt Alternativen!



 

Was Sie tun können

Wer den typischen Look der UGG-Boots möchte, schaut sich am besten einmal die vegane Schuhkollektion der Schauspielerin Pamela Anderson an oder greift zu einem der vielen anderen leder- und fellfreien Imitate von UGG-Boots und Mänteln im PETA Shopping Guide.
Auch Mütter finden in Fleecedecken aus feiner Bio-Baumwolle oder leichten Steppdecken mit Lyocellfüllung tierfreundliche Alternativen für ihre Babys.



Quellen:
  1. Animal Equality (2008): Matadero de corderos – Lamb slaughterhouse investigation Spain. https://vimeo.com/5632402 (05.09.2016).
  2. Animal Equality (2013): The short life of lambs, an undercover investigation in Italy. http://www.animalequality.net/news/564/short-life-lambs-undercover-investigation-italy (05.09.2016).
  3. L214 (2015): Abattoir Made in France: Sheep. https://www.youtube.com/watch?v=2c_s3cLiP24 (05.09.2016)
  4. Meat and Livestock Australia Limited (2016): Australian Sheep Industry projection. Sydney. April 2016. http://www.mla.com.au/Prices-markets/Trends-analysis/Sheep-projections (05.09.2016).
  5. Statistisches Bundesamt (2015): Tiere und tierische Erzeugnisse – Gewerbliche Schlachtungen 2015. Wiesbaden. Update, S. 4. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/GewerbSchlachtungJahr.html (05.09.2016).