Tierfreundlich Kochen = Klimafreundlich Kochen

Der Klimawandel beginnt auf dem Teller. Regional, saisonal und biologisch einkaufen ist ein guter Schritt hin zu einer klimafreundlichen Ernährung. Der wichtigste Schritt jedoch ist die Entscheidung für eine rein pflanzliche Ernährung.

Wie viel CO2 kann beim Kochen eingespart werden? Fahrten zum Einkaufen, die Zubereitung der Lebensmittel, Lagerung und Kühlung – all das macht nur etwa ein Drittel der CO2-Emissionen im Ernährungsbereich aus. Sicherlich können energieeffiziente Haushaltsgeräte, die Nutzung von Ökostrom oder Energiesparmaßnahmen die CO2-Bilanz aufbessern. Den größten Anteil macht allerdings die Art der Produkte aus. Durch eine vegane Ernährung können bis zu 70 Prozent des ernährungsbedingten CO2-Ausstoßes eingespart werden. (1) PETA präsentiert Ihnen hier die wichtigsten Tipps und Tricks für ein klimafreundliches Kochen.  

Grundlegende Tipps und Tricks für klimafreundliches Kochen

Die fünf grundlegenden Tipps für ein klimafreundliches Kochen sind:

1.Plastikverpackungen vermeiden

Herstellung, Recycling und Entsorgung von Plastikverpackungen erzeugen neben sehr viel Plastikmüll, der letztlich in den Meeren landet und dort Fische und andere Meeresbewohner tötet, auch große Mengen an CO2-Emissionen. Vermeiden Sie daher, wenn möglich, Plastikverpackungen. So können Sie ca. 5 kg CO2/Jahr einsparen. (2)
 

2. Energiesparen beim Kochen

Falls Sie beim Kochen Wasser erhitzen müssen, nutzen Sie einen Wasserkocher und kochen sie mit Deckel. Das spart ca. 40 kg CO2/Jahr. (2)

3. Regionale und saisonale Produkte bevorzugen

Achten Sie beim Verzehr von Obst und Gemüse darauf, dass dieses saisonal ist. So können Sie ca. 30 kg CO2/Jahr einsparen.(2) Wenn zusätzlich noch auf Regionalität geachtet wird, lassen sich zusätzlich mehre Kilogramm CO2/Jahr einsparen. Da der Begriff „Regionalität“ weder geschützt noch eindeutig definiert ist, lassen sich hierzu keine genauen Angaben machen. Einige Vorleistungen, wie zum Beispiel importierte Futtermittel, finden nicht in der Region statt, tragen jedoch zur Gesamtklimabilanz des Produktes bei. (3)
Ein gutes Beispiel für die Komplexität des Themas ist der Apfel. Wenn Äpfel außerhalb der Saison mit dem Schiff aus Neuseeland importiert werden, verursacht dies  ca. 513 g CO2 pro Kilogramm Apfel. Bei einem saisonalen und regionalen Apfel hingegen sind es nur 76 g. Allerdings ist auch zu beachten, dass deutsche Äpfel außerhalb der Saison in Kühlhäusern gelagert werden. Der hierzu erforderliche Stromverbrauch treibt die CO2-Bilanz in die Höhe und führt so mitunter trotz Regionalität zu einer höheren Klimabilanz vergleichen mit einem nicht regionalen Apfel. (2 + 4)

4. Biologische Produkte

Da in der ökologischen Landwirtschaft kein Mineraldünger zum Einsatz kommt, verbessert sich die Klimabilanz pflanzlicher Produkte aus biologischem Anbau verglichen mit der Klimabilanz pflanzlicher Produkte aus konventionellem Anbau.
Allerdings weisen tierische Produkte aus Bio-Haltung meist höhere Treibhausgasemissionen auf als tierische Produkte aus konventioneller Haltung. Das liegt unter anderem an der längeren Mastzeit der Tiere, bevor sie getötet werden. (5) Das Öko-Institut Freiburg hat 2007 die Klimarelevanz von Lebensmitteln getestet. So ist ein Kilogramm Bio-Rindfleisch 90-mal klimabelastender als ein Kilogramm konventionell erzeugtes Gemüse. Ein Kilogramm Bio-Butter ist 10-mal klimaschädlicher als konventionelle Margarine. (6)
 

5. Vegan leben

Der fünfte und letzte Punkt ist der für eine klimafreundliche Ernährung effektivste Aspekt – wird jedoch am häufigsten vernachlässigt.
Mit dem Verzicht auf Plastik und mit energiesparendem Kochen sowie einem biologischen, regionalen und saisonalen Konsum lässt sich sicherlich ein Beitrag zum Klimaschutz leisten. Den größten und wichtigsten Beitrag stellt allerdings die vegane Ernährung dar, denn Fleisch, Eier und Milchprodukte sind Klimakiller. Verwenden Sie beispielsweise Pflanzenmargarine statt Butter, sparen Sie bereits ca. 135 kg CO2/Jahr. (2)
Mit einer veganen Ernährung wissen Sie, dass Sie das richtige tun – sowohl für die Umwelt und die Tiere als auch für ihre eigene Gesundheit. Ein veganes Produkt lässt sich einfach daran erkennen, dass es rein pflanzlich ist.

Warum ist die CO2-Bilanz von tierischen Produkten so hoch?

Die Herstellung von tierischen Produkten benötigt ein Vielfaches an Energie und Fläche im Vergleich zu pflanzlichen Produkten. Durch die Abholzung von tropischen Wäldern für Weideflächen und zum Anbau von Futtermitteln wird eine hohe Menge CO2 aus dem natürlichen Speicher, den Böden, freigesetzt. Der Einsatz von Kunstdünger und die große Menge angebauter Futtermittel führen zu einem großen Ausstoß von Lachgas, einem langlebigen und 310-mal schädlicheren Treibhausgas als CO2. Weiterhin entstehen durch die Ausscheidungen von Wiederkäuern große Mengen des starken Treibhausgases Methan.

Wie steht es um Fleischalternativen?

Fleischalternativen wie Tofubratwurst und Seitanschnitzel sind verarbeitete Lebensmittel. Durch die Verarbeitung und Verpackung wird Energie benötigt, was zur Klimabilanz des Produktes beiträgt. Trotzdem haben Fleischalternativen eine 10-mal geringere Klimabilanz als tierische Produkte! (7) Teilweise werben die Hersteller von Alternativprodukten mit der geringeren Landnutzung, die wiederum bedeutet, dass weniger Klimagase entstehen.

Fazit

Insgesamt lassen sich fast 70 Prozent der gesamten direkten Treibhausgasemissionen im Ernährungsbereich auf tierische Produkte zurückführen. Pflanzliche Produkte verursachen nur rund ein Drittel. (1) Deswegen stellen wir Ihnen hier klimafreundliche, schmackhafte, rein pflanzliche Gerichte vor.

Klimafreundliche Rezepte

 
Für den Frühling: Schupfnudeln mit Bärlauch-Walnuss-Pesto (ca. 0.8 kg CO2 für insgesamt 4 Personen)
 
Für den Sommer: Blumenkohl-Curry mit Kokos-Tofu (ca. 1,5 kg CO2 für insgesamt 4 Personen)
 
Für den Herbst: Kürbissuppe (ca. 0,6 kg CO2 für insgesamt 4 Personen)
 
Für den Winter: Kohleintopf (ca. 1,45 kg CO2 für insgesamt 4 Personen)
  
Für das ganze Jahr: Linsensuppe ( ca. 0,6 kg CO2 für insgesamt 4 Personen)
 
Für das ganze Jahr: Süßkartoffel-Erbsen-Masala (ca. 0,78 kg CO2 für insgesamt 4 Personen
 

Was Sie tun können

Sie wollen etwas für das Klima, die Tiere und Ihre Gesundheit tun? Testen Sie die hier vorgestellten Rezepte und melden Sie sich beim kostenlosen Veganstart-Programm an. Damit erhalten Sie 30 Tage lang kostenlose Tipps und Tricks rund um die vegane Ernährung. Wenn Sie noch mehr leckere vegane Rezeptideen suchen, schauen sie doch einmal auf PETA.de/Rezepte vorbei und lassen Sie sich von einer Vielzahl an veganen Rezepten inspirieren. 

Quellen:
Als Grundlage für die angegebenen CO2-Werte wurden die Werte des Klimarechners von www.klimatarier.com übernommen. Da nicht für jedes Lebensmittel eigene Zahlen verfügbar sind, wurden teilweise Schätzwerte ähnlicher Lebensmittel herangezogen.
 

  1. WWF Deutschland (2012): Klimawandel auf dem Teller. Berlin: WWF Deutschland.
  2. co2online gGmbH: Energiespartipps im Haushalt: Konsum & Ernährung (Letzter Abruf 11.2017)
  3. Grünberg, Julia; Nieberg, Hildtrud; Schmidt, Thomas (2010): Treibhausgasbilanzierung von Lebensmitteln (Carbon Footprints): Überblick und kritische Reflektion. Agriculture and Forestry Research 2 2010 (60) 53-72
  4. Umweltbundesamt: Gut fürs Klima – frisches Obst aus der Region (Letzter Abruf 11.2017)
  5. Schmidinger, Kurt; Stehfest, Elke (2012): Including CO2 implications of land occupation in LCAs – method and examples for livestock products.
  6. Fritsche, Uwe R./Eberle, Dr. Ulrike 2007: „Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln – Arbeitspapier“. Darmstadt/Hamburg: Öko-Institut e.V.
  7. Federation of American Societies for Experimental Biology (FASEB). (2016). Quantifying the environmental benefits of skipping the meat. ScienceDaily.