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Schafsmilch: Informationen zu Tierleid, Umwelt & Gesundheit

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Schafe gehören wie Rinder zu den wiederkäuenden Säugetieren. Wie Kühe und menschliche Mütter produzieren sie Milch für ihre Kinder. Was viele nicht wissen: In landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland werden Schafe kaum wegen ihrer Milch, sondern vor allem wegen ihres Fleisches und als lebende Rasenmäher ausgebeutet. Produkte aus Schafsmilch werden daher häufig nach Deutschland importiert. Doch ganz gleich, in welchem Land die Tiere gehalten werden – der Konsum ihrer Milch bedeutet für sie immer Leid und Tod.

Inhalte im Überblick

Schafhaltung in Deutschland: Schafe leiden hauptsächlich wegen Wolle und ihres Fleisches

Tiere, die heutzutage für wirtschaftliche Zwecke gehalten werden, sind auf bestimmte Leistungsmerkmale gezüchtet worden. So werden für die Milchproduktion meist spezielle „Rassen“ bevorzugt, deren Körper besonders viel Milch produzieren. Dafür setzen sie beispielsweise weniger Fleisch an. Für die Produktion der qualvoll gewonnenen Wolle werden wiederum Schafe mit einem besonders feinen und dichten Vlieswachstum gezüchtet. Ihre „Milchleistung“ ist hingegen für den Weltmarkt zu gering.

Auf Weiden werden Schafe hierzulande in der Regel für Fleisch und Wolle gehalten. In der deutschen Milchindustrie ausgebeutete Schafe leben hingegen meist in Ställen. Weltweit halten vor allem China, die Türkei und Griechenland Schafe für die Milchproduktion. 2024 importierte allein Deutschland mehr als 26.000 Tonnen Feta aus Griechenland. [1] Dort werden Schafe in unterschiedlich großen Herden gehalten: Um die wachsende Nachfrage nach Schafsmilch zu bedienen, liegt der Fokus immer mehr auf intensiven Tierhaltungssystemen und die Weidehaltung geht immer weiter zurück. [2]

Es spielt keine Rolle, ob Schafsmilch und Schafsmilchprodukte aus Deutschland oder anderen Ländern stammen. Wie Kühe, Büffel und Co. müssen Schafe in Milchbetrieben immer wieder Nachwuchs bekommen, der ihnen bereits kurz nach der Geburt entrissen wird – nur damit die eigentlich für ihre Kinder gedachte Milch hauptsächlich zu Feta, aber auch zu anderen Käsesorten verarbeitet und verkauft werden kann. Egal, von welchem Tier die Milch und Milchprodukte stammen, die Produktion ist immer mit Tierleid verbunden. Käsegeschmack geht auch ohne Tierleid – immer mehr pflanzliche Alternativen erobern den Einzelhandel.

Arbeiter:innen schneiden Lämmern, oft ohne Betäubung, tellergroße Fleischstücke aus dem Bereich rund um den Schwanz.

Weil es für Schafe keine speziellen, gesetzlich geregelten Haltungsbedingungen gibt, ist es schwer, gegen die Missstände der meist artwidrigen Haltung vorzugehen. Ihre Grundbedürfnisse werden daher – wie auch bei anderen Tieren – meist völlig ignoriert. Zudem werden an Schafen weltweit qualvolle Standardprozeduren wie das Durchstechen ihrer Ohren oder das Abtrennen ihrer Schwanzwirbel durchgeführt. Bereits wenige Tage nach ihrer Geburt werden die Lämmer zudem kastriert: Bis zu einem Alter von vier Wochen ist sogar eine Kastration ohne Betäubung erlaubt. [3]

Wann werden Lämmer getrennt?

Meist werden den wegen ihrer Milch gehaltenen Schafen ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt entrissen und mit anderen mutterlosen Lämmern in enge Buchten gesperrt – spätestens dann findet die trügerische Wiesen-Idylle ein jähes Ende. Anschließend werden die Tierkinder über einen Zeitraum von wenigen Monaten gemästet, bevor sie ins Schlachthaus  transportiert werden. Dort werden die Lämmer mit einem Bolzenschuss ins Gehirn betäubt und ihnen wird die Kehle durchgeschnitten, während sie kopfüber an einem Bein aufgehängt sind. Zum Teil werden ihre Wolle und ihre Haut zu Lammfell, ihr Fleisch zu Lammfleisch verarbeitet.

Was passiert mit männlichen Lämmern?

Lämmer sind wie Kälber ein „Abfallprodukt“ der Milchindustrie. Männliche Tierkinder werden in dieser tierfeindlichen Produktion noch weniger „gebraucht“ als ihre Schwestern: Die meisten männlichen Lämmer erwartet die Mast und der anschließende Tod noch im Kindesalter. Oder aber sie werden wie Kälber auch vorsätzlich vernachlässigt oder getötet, wenn der Milchbetrieb zu wenig Geld für ihre Körper bekommt.

Jährlich werden allein in Deutschland über eine Million Schafe und Lämmer in Schlachthäusern getötet. [4] Doch weil in anderen Ländern teilweise mehr Geld für das Fleisch der Tiere bezahlt wird, werden viele Schafe weltweit auf qualvolle Transporte ins EU-Ausland oder über europäische Grenzen hinweg transportiert. Auf tage- oder wochenlangen Transporten in LKWs oder stickigen Schiffsbäuchen werden viele Tiere aufgrund mangelnder Versorgung oder extremer Temperaturen langsam und qualvoll getötet. Je nachdem, in welchem Land ihre qualvolle Reise endet, wird ihnen im Schlachthof oder auf Hinterhöfen teilweise ohne Betäubung die Kehle durchtrennt.

Wie oft bekommen Schafe Lämmer?

Einigen weiblichen Lämmern steht das gleiche grausame Leben wie ihren Müttern bevor: Teilweise bekommen junge Schafe in der Milchindustrie mit 12 bis 16 Monaten das erste Mal eigenen Nachwuchs. Damit sie durchgehend hohe Mengen an Milch produzieren, müssen Schafe immer wieder Kinder bekommen. Denn sie sind wie der Mensch und die Kuh Säugetiere, die nur Milch geben, wenn sie ein Kind geboren haben. Schafe müssen – je nach „Rasse“ und Nutzung – etwa ein bis zwei Mal pro Jahr Nachwuchs bekommen, die Schwangerschaft dauert etwa fünf Monate.

Werden die Schafe schwer krank oder unfruchtbar, sind sie für den Milchbetrieb unwirtschaftlich und werden daher meist nach wenigen Jahren im Schlachthaus getötet – ihre Körper werden oft zu Hundenahrung oder ähnlichen Produkten verarbeitet.

Ist Schafsmilch besser als Kuhmilch für die Umwelt?

Wie Rinder sind Schafe Wiederkäuer, das heißt, dass bei der Verdauung von Schafen ebenfalls das klimaschädliche Treibhausgas Methan entsteht. Die landwirtschaftliche Tierhaltung gilt als eine der Hauptursachen der Klimakatastrophe. [5] Die Entscheidung für pflanzliche Milchalternativen ist somit tierfreundlicher und ökologisch sinnvoller: So benötigt beispielsweise die Herstellung von Kuhmilch etwa die zweifache Landfläche und verursacht doppelt so viele Treibhausgasemissionen wie die Produktion durchschnittlicher Sojamilch. [6]

Schafe werden transportiert
Das meist entbehrungsreiche Leben der Schafe endet nach dem Transport im Schlachthof.

Schafe sind außerdem sehr anfällig für parasitäre Erkrankungen wie Milben, Zecken, Leberegel oder Magen-Darm-Rundwürmer. Zur Vorbeugung werden die Tiere regelmäßig mit hohen Mengen an Pestiziden behandelt. Da die chemisch-synthetischen Stoffe über die Tiere auch in die Umwelt gelangen, verschmutzen sie Böden und Gewässer und haben sogar direkte Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht. So führen sogenannte Avermectine (die weltweit am häufigsten eingesetzten Pestizide gegen Erkrankungen wie Milbenbefall) dazu, dass Larven von Mistkäfern, die sich im Kot von behandelten Tieren befinden, getötet werden. Die massenhafte Verabreichung hat zudem zur Bildung von Resistenzen geführt. [7] Auch in der ökologischen Tierhaltung ist die Verwendung zahlreicher Pestizide zur Behandlung von Parasiten erlaubt.

Bei der veganen Ernährung müssen außerdem Feldfrüchte wie Soja oder Weizen keinen Umweg über den Tiermagen machen – eine pflanzliche Ernährungsweise ist somit effizienter, da weniger Flächen für Tiernahrung verschwendet werden.

Ist Schafsmilch gesund?

Schafsmilch enthält alle Nährstoffe, die Lämmer für ihre Entwicklung brauchen. Die Milch von Schafen ist für ihre Kinder gedacht – genau wie Kuhmilch für Kälber ist. Menschen sind in keiner Lebensphase auf tierische Milch angewiesen, sie kann unserer Gesundheit sogar schaden. Mit einer ausgewogenen veganen Ernährung können wir unseren Nährstoffbedarf rein pflanzlich decken.

Ist Schafsmilch entzündungsfördernd?

Wissenschaftlich gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass Schafsmilch bei gesunden Menschen grundsätzlich Entzündungen fördert. [8] Doch entscheidender ist: Sie ist für Menschen nicht notwendig. Milch ist biologisch für Lämmer gedacht – nicht für erwachsene Menschen – und alle Nährstoffe lassen sich problemlos pflanzlich decken.

Gleichzeitig bedeutet ihr Konsum die Ausbeutung von Tieren in einem System, das Trennung von Mutter und Kind sowie dauerhafte Reproduktion einschließt. Kein Produkt rechtfertigt dieses Leid.

Kurz gesagt: Schafsmilch ist nicht zwingend entzündungsfördernd – aber weder gesundheitlich erforderlich noch ethisch vertretbar.

Schafe beim Melken

Welche Wirkung hat Schafsmilch auf die Haut?

Schafsmilch wird zwar häufig für Hautpflege beworben, sowohl als Getränk als auch in Cremes. Wissenschaftlich gibt es jedoch keine belastbaren Belege, dass der Verzehr von Schafsmilch die Hautgesundheit verbessert – im Gegenteil: Milchprodukte können bei manchen Menschen Akne begünstigen. [9]

Positiv belegte Effekte existieren nur bei topischer Anwendung kleiner Schafsmilch- oder Kolostrumextrakte in Cremes – und selbst diese Studien sind sehr eng gefasst und nicht auf die Allgemeinbevölkerung übertragbar. [10, 11] Für gesunde Haut ist Schafsmilch also nicht notwendig: Alle wichtigen Nährstoffe lassen sich vollständig pflanzlich decken.

Der Konsum von Milch und anderen tierischen Produkten ist speziesistisch

Es macht keinen Unterschied, von welchem Tier die Milch für Milchprodukte stammt: In der Milchindustrie produzieren immer Mütter Milch, denen ihre Kinder aus Profitgründen weggenommen werden. Die Milch ist für ihre eigenen Babys bestimmt, nicht für eine andere Spezies. Die Denkweise, dass Tiere für uns Menschen einen „Nutzen erfüllen müssen, ist nicht zeitgemäß und nennt sich speziesistisch. Wir haben nicht das Recht, andere Lebewesen auszubeuten, nur um ihr Fleisch, ihre Milch oder ihre Eier zu konsumieren.

So können Sie Schafen in der Milchindustrie helfen

Das Angebot an Milch, Käse und Eiscreme auf pflanzlicher Basis wächst kontinuierlich – es ist weder geschmacklich noch gesundheitlich notwendig, diese ausbeuterische Milchindustrie zu unterstützen. Entscheiden Sie sich für tierfreundliche Milch- und Käse-Alternativen.

Mit dem Umstieg auf eine vegane Lebensweise helfen Sie unzähligen Tieren, der Umwelt und tun Ihrer Gesundheit etwas Gutes. Unser Veganstart-Programm hilft Ihnen dabei und versorgt Sie 30 Tage lang mit hilfreichen Tipps und leckeren Rezepten – kostenlos und unverbindlich.