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Vegane Lebensweise bekämpft den Welthunger

Wie die Tierhaltung Nahrungsmittel verschwendet

Stand Januar 2014
Weltweit hungern fast 850 Millionen Menschen, das ist etwa jeder Achte. Gleichzeitig gibt es heute mehr als genug Nahrung auf der Welt, um die gesamte Menschheit angemessen zu ernähren. (1, 2)
 
Doch jedes noch so große Engagement zur Bekämpfung des Welthungers bleibt erfolglos, wenn wir unser Handeln und unsere Essgewohnheiten nicht verändern. Mit dem Konsum von Fleisch und tierischen Produkten halten wir das Ungleichgewicht zwischen Wohlstands- und Entwicklungsländern aufrecht, und das hat zur Folge, dass die Essgewohnheiten der Reichen den Tod der Armen bedeuten.
 
Wie unsere Lebensweise mit dem Hunger in der Welt zusammenhängt

Ein durchschnittlicher Erwachsener verbrennt im alltäglichen Leben etwa 2.000 Kalorien pro Tag durch Bewegung, Verdauung und die Aufrechterhaltung des Organismus. Dasselbe Prinzip gilt auch für Tiere. Von jedem Kilogramm Nahrung, das Tiere aufnehmen, setzen sie nur einen Bruchteil der Kalorien an; man spricht von sogenannten Veredelungsverlusten. Darum müssen Tiere, die für Nahrung gezüchtet und später getötet werden, bis zu 16 kg Getreide essen, um 1  kg Fleisch aufzubauen. (3)

In der EU werden so große Mengen an Fleisch produziert und konsumiert, dass die benötigten Futtermittel, wie Soja oder Getreide, nicht nur in der EU angebaut sondern zum großen Teil importiert werden müssen – auch aus Regionen, in denen Menschen Hunger leiden. Hinzu kommt, dass neue Flächen erschlossen werden, um Platz für den Anbau der Futtermittel bereitzustellen. Dies geschieht oft zu Lasten der Regenwälder und damit unseres Weltklimas und Artenreichtums. (3, 4)
 
Je mehr tierische Produkte wir essen, desto weniger Menschen können wir ernähren, da die Ressourcen und Anbauflächen begrenzt sind, ja sogar immer kleiner werden. Der Konkurrenzkampf zwischen der Tierindustrie und den Hungernden dieser Welt um Getreide verschärft sich weiter. Würden jedoch alle Menschen vegan leben, gäbe es genug Nahrung für 12 Milliarden Menschen, da so die Feldfrüchte unmittelbar der Ernährung der Menschen zugutekommen würden. (5, 6)
 
Fische sind keine Ausnahme
 
Die kommerzielle Fischerei leert unsere Ozeane in alarmierender Geschwindigkeit. Die meisten Fischbestände gelten bereits als bis an die Grenze befischt oder sogar schon als zusammengebrochen. Fischereiflotten aus Industrieländern kaufen Fischereirechte für die Ozeane rund um arme Länder auf den Kontinenten Afrika und Südamerika auf. Sie hinterlassen ein verwüstetes Ökosystem und hungernde Einheimische. Da das Konzept der Veredelungsverluste bei Fischen genauso greift wie bei den Landlebewesen (einschließlich uns Menschen), verschärft die Zucht von Fischen in Aquakulturen die Problematik der Überfischung und folglich auch die des Welthungers. (7)
 
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht
 
In regelmäßigen Abständen wiederholen sich Vorschläge, Grillen, Heuschrecken, Ameisen oder andere Insekten als Proteinquelle zu nutzen und damit dem Welthunger entgegenzutreten. Dies stellt jedoch keine Lösung dar, denn Tierleid und tötungen sowie der erforderliche Einsatz von Medikamenten würden so um das Tausendfache erhöht werden. (8)
 
Was Sie tun können
 
Die vegane Lebensweise verbraucht nachweislich weniger Ressourcenwie Land oder Wasser, als die Herstellung tierischer Produkte und trägt deshalb aktiv zum Kampf gegen den Hunger in der Welt bei. Verschwenden Sie daher keine Nahrung durch den Konsum tierischer Produkte, sondern stellen Sie Ihren Speiseplan einfach um: Ernähren Sie sich vegan und genießen Sie die Vielfalt pflanzlicher Nahrungsmittel, die uns die Erde schenkt.
 
Eine Fülle an nützlichen Informationen, Tipps und Rezepten für Ihren Start in ein umwelt- und tierfreundliches sowie schmackhaftes Leben finden Sie in unserer kostenlosen Veggie-Broschüre sowie in unserem Veganstart-Programm – probieren Sie es aus!
 
 
Quellenangaben:
  1. Welternährungsorganisation 2013: Hunger Portal
  2. Vetter, Marcus/ Steinberger, Karin 2010: Hunger: Dokumentation über Menschen, die gegen Hunger kämpfen
  3. Compassion in World Farming 2004: Global Benefits of eating less meat
  4. Deutscher Bundestag 2007: Drucksache 16/5346
  5. Worldwatch Institute 2004: Meat, now it’s not personal
  6. The Guardian 2002: Why vegans we right all along
  7. Die Welt 2011: Globalen Fischbeständen droht Kollaps
  8. Die Welt 2012: Warum Insekten nicht unser neues Fleisch werden