Wie der Fleisch- und Milchkonsum den Welthunger fördert

Afrika Welthunger Kind
Weltweit hungern rund 822 Millionen Menschen, das ist etwa jeder Elfte. Gleichzeitig gibt es heute mehr als genug Nahrung auf der Welt, um die gesamte Menschheit zu ernähren. [1, 2, 3] 

Doch jedes noch so große Engagement zur Bekämpfung des Welthungers bleibt erfolglos, wenn wir unser Handeln und unsere Essgewohnheiten nicht verändern. Mit dem Konsum von Fleisch und tierischen Produkten halten wir das Ungleichgewicht zwischen Wohlstands- und Entwicklungsländern aufrecht, und das hat zur Folge, dass die Essgewohnheiten der Reichen den Tod der Armen bedeuten.

Wie unsere Lebensweise mit dem Hunger in der Welt zusammenhängt

Ein durchschnittlicher Erwachsener verbrennt im alltäglichen Leben etwa 2.000 Kalorien pro Tag durch Bewegung, Verdauung und die Aufrechterhaltung des Organismus. Dasselbe Prinzip gilt auch für Tiere. Von jedem Kilogramm Nahrung, das Tiere aufnehmen, setzen sie nur einen Bruchteil der Kalorien an; man spricht von sogenannten Veredelungsverlusten. Darum müssen Tiere, die für Nahrung gezüchtet und später getötet werden, durchschnittlich 7 kg essen, um 1 kg Fleisch aufzubauen. [4]

In der EU werden so große Mengen an Fleisch und Milchprodukten produziert und konsumiert, dass die benötigten Futtermittel, wie Soja oder Getreide, nicht nur in der EU angebaut, sondern zum großen Teil importiert werden müssen – auch aus Regionen, in denen Menschen Hunger leiden. Hinzu kommt, dass neue Flächen erschlossen werden, um Platz für den Anbau der Futtermittel bereitzustellen. Dies geschieht oft zu Lasten der Regenwälder und damit unseres Weltklimas und Artenreichtums. [5]

Je mehr tierische Produkte wir essen, desto weniger Menschen können wir ernähren, da die Ressourcen und Anbauflächen begrenzt sind, ja sogar immer kleiner werden. Der Konkurrenzkampf zwischen der Tierindustrie und den Hungernden dieser Welt um Getreide verschärft sich weiter. Würden jedoch alle Menschen vegan leben, gäbe es genug Nahrung für 4 Milliarden mehr Menschen, da so die Feldfrüchte unmittelbar der Ernährung der Menschen zugutekommen würden. [6, 7, 8]

Fische sind keine Ausnahme

Die kommerzielle Fischerei leert unsere Ozeane. Sie hinterlässt ein verwüstetes Ökosystem und hungernde Einheimische. Viele Fischpopulationen weltweit gelten bereits als vom Aussterben bedroht. [9] Auch die Zucht von Fischen in Aquakulturen bedeutet nicht nur milliardenfaches Tierleid, sondern verstärkt die Problematik der Überfischung, da für die Produktion von einem Kilogramm „Zuchtfisch“ meist mehrere Kilogramm „Wildfisch“ benötigt werden.

Insekten sind nicht die Lösung

In regelmäßigen Abständen wiederholen sich Vorschläge, Grillen, Heuschrecken, Ameisen oder andere Insekten als Proteinquelle zu nutzen und damit dem Welthunger entgegenzutreten. Dies stellt jedoch keine Lösung dar. Nicht nur würden Milliarden von Insekten getötet werden und durch die halbe Welt transportiert werden, sondern würde auch hierfür das Tierfutter Soja importiert werden. [10]

Vegane Lebensweise als Lösungsansatz

Die vegane Lebensweise verbraucht nachweislich weniger Ressourcen wie Land oder Wasser als die Herstellung tierischer Produkte und trägt deshalb aktiv zum Kampf gegen den Hunger in der Welt bei. Verschwenden Sie daher keine Nahrung durch den Konsum tierischer Produkte, sondern stellen Sie Ihren Speiseplan einfach um: Ernähren Sie sich vegan und genießen Sie die Vielfalt pflanzlicher Nahrungsmittel, die uns die Erde schenkt.
 
Eine Fülle an nützlichen Informationen, Tipps und Rezepten für Ihren Start in ein umwelt- und tierfreundliches sowie schmackhaftes Leben finden Sie in unserem Veganstart-Programm – probieren Sie es aus!


[1]  Spiegel (15.10.2019): „822 Millionen Menschen hungern“, https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/welthungerhilfe-822-millionen-menschen-muessen-weltweit-hungern-a-1291656.html, zuletzt eingesehen am 02.01.20
[2] Statista (07.08.2019): „Weltbevölkerung von 1950 bis 2019“, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1716/umfrage/entwicklung-der-weltbevoelkerung/, zuletzt eingesehen am 02.01.20
[3] Zeit (14.08.2019): „Essen für alle“, https://www.zeit.de/2019/33/nahrungsmittel-essen-hunger-uebergewicht-konsum, zuletzt eingesehen am 02.01.20
[4] Albert Schweizer Stiftung (01.11.2016): „Das steckt hinter einem Kilogramm Rindfleisch“, https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/1-kg-rindfleisch, zuletzt eingesehen am 02.01.20
[5] Mighty Earth (2016): „Germany's Mystery Meat“. Mighty Investigation.
[6] Poore, J, and Nemecek, T. „Reducing Food's Environmental Impacts Through Producers and Consumers. Science, vol. 360, issue 6392, pp. 987–992, 1. Juni 2018.
[7] Mighty Earth (2016): „Germany's Mystery Meat“. Mighty Investigation.
[8] Planet Wissen 09.09.2019): Was kann der Einzelne tun?“, https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wirtschaft/kampf_um_nahrungsmittel/pwiewaskanndereinzelnetun100.html, zuletzt eingesehen am 02.01.20
[9] The New Humanitarian (22.9.2016): “On the verge of collapse. Climate change and overfishing threaten global fish stock”, https://www.thenewhumanitarian.org/in-depth/verge-collapse
[10] TAZ (29.07.2019): „Nicht die Nahrung der Zukunft“, https://taz.de/Insekten-essen/!5612482/, zuletzt eingesehen am 07.01.20