PETA zeichnet die vegan-freundlichste Mensa 2018 aus

Deutschlands Studentenwerke versorgen täglich rund 80 Prozent aller Studierenden mit ihrem gastronomischen Angebot. Vegane Mahlzeiten sind heutzutage fester Bestandteil in der Ernährung vieler junger Menschen – und darauf wollen sie auch in den Mensen nicht verzichten. In diesem Jahr befragte PETA bereits zum fünften Mal in Folge die 58 Studierendenwerke in Deutschland nach den veganen Angeboten in ihren knapp 900 Mensen und Cafeterien – und zeichnet nun die vegan-freundlichsten Mensen 2018 aus.

Das vegane Angebot in den Studierendenwerken wächst konstant. So umfasste das Ranking im letzten Jahr beispielsweise erstmals eine 4-Sterne-Bewertung für herausragende Mensen. Der größte Teil der Mensen lag im Bewertungsrahmen von 3 Sternen – was einer sehr guten Bewertung entspricht. 37 Studierendenwerke schickten ihre vegan-freundlichsten Mensen ins Rennen um die Auszeichnung als „Vegan-freundlichste Mensa 2018“. Bei der Bewertung richtet sich unser Blick vor allem auf das tägliche Angebot an veganen Gerichten, die spezielle Schulung des Personals, das Angebot an Pflanzenmilch für den Kaffee und das Gesamtkonzept einer Mensa. Zudem verfolgen wir Entwicklungen in den Studierendenwerken und ermitteln, ob Trends anderer Studierendenwerke übernommen werden.

Das Umfrageergebnis

Alle teilnehmenden Mensen bieten jeden Tag ein veganes Gericht an. Zwei Mensen der Studierendenwerke zeichnen sich durch ein reines Veggie-Angebot aus. Lediglich in einem Studentenwerk wird noch keine pflanzliche Milchalternative angeboten, und einmal fehlte die fachliche Schulung des Personals bezüglich der veganen Ernährung. Die Studierendenwerke setzen häufig auf wiederkehrende interne Schulungen und verschiedene Fortbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter zu veganer Ernährung. Insgesamt bieten die Studierendenwerke kreative Gerichte und Nachspeisen. Oft gibt es sogar die Möglichkeit, zwischen mehreren veganen Gerichten auswählen zu können. Viele Studierendenwerke reichten auch in diesem Jahr wieder mehrere Mensen ein. Wir haben uns in diesem Fall dazu entschieden, die beste Mensa auf dieser Seite vorzustellen.

Herausragende Mensen mit 4 Sternen

Mit 4 Sternen für herausragende Angebote werden ausgezeichnet:

  • Studentenwerk Erlangen-Nürnberg mit der Mensa St.Paul „VeggieZone“
  • studierendenWERK Berlin mit der Mensa FU Veggie N° 1

In der Mensa St.Paul des Studentenwerk Erlangen-Nürnberg sind oftmals alle Gerichte vegan! Allerdings hat die sehr kleine Mensa nur Montag bis Donnerstag geöffnet. Die weiteren Angebote des Studentenwerk Erlangen-Nürnberg sind – wie im letzten Jahr – sehr gut ausgebaut. Mit der Südmensa, der Mensa Regensburger Straße und am Langemarcksplatz gibt es noch drei weitere Mensen, die ein tägliches veganes Gericht anbieten. Pasta mit Tomaten-Chilipesto und frischem Rucola schmecken auch Nicht-Veganer/-innen.

Die Mensa FU Veggie N°1 erhält für ihre Ausrichtung auch in diesem Jahr 4 Sterne. In der Veggie-Vorreitermensa sind alle Gerichte zumindest vegetarisch. Der Fokus sollte allerdings in den nächsten Jahren mit der Zeit gehen und statt der vegetarischen eine vegane Ausrichtung anstreben. Gerichte wie Gemüseragout von weißen Bohnen, Sellerie, Tomaten und Kartoffeln oder ein herzhaftes Sojagulasch mit Champignons, Lauch und Petersilienkartoffeln machen Lust auf mehr.

Fazit 4 Sterne

Diese zwei Mensen erfüllen nicht nur die Auswahlkriterien allesamt mit Bravour. Für einen vierten Stern war in diesem Jahr auch ausschlaggebend, dass die Mensen komplett VEGGIE sind. Es gibt hier keine Fleischgerichte.



Erlangen-Nürnberg: Bohnen Bulgur Pfanne mit Walnüssen und Paprika Radieschen Dip

Top-Mensen mit 3 Sternen

Auch dieses Jahr beweisen folgende Mensen, dass sie vegan-freundlich sind:
 
  • Studentenwerk Augsburg mit der Mensa an der Universität
  • Studierendenwerk Essen Duisburg mit den Hauptmensen in Essen und Duisburg
  • Studierendenwerk Heidelberg mit der zeughaus-Mensa und Bar
  • Studierendenwerk Koblenz mit der Mensa Uni Campus
  • Studentenwerk Kassel mit der Zentralmensa
  • Akademisches Förderungswerk Bochum mit der Mensa RUB Bochum
  • Studierendenwerk Münster mit der Mensa am Ring
  • Studentenwerk Leipzig mit der Mensa am Park
  • Studentenwerk München mit der Mensa Leopoldstraße
  • Studentenwerk OstNiedersachen mit der Kantina Kreativa
  • Studentenwerk Oldenburg mit der Mensa Uhlhornsweg
  • Studentenwerk Schleswig-Holstein mit Kieler Mensa II / Mensa Kesselhaus
  • Studentenwerk Würzburg mit der Mensateria Campus Nord
  • Studierendenwerk Bonn mit der Mensa Nassestraße
  • Studierendenwerk Bremen mit der Mensa Neustadtwall
  • Studierendenwerk Darmstadt mit der Mensa Stadtmitte
  • Studierendenwerk Dortmund mit der Hauptmensa
  • Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald mit der Mensa Rempartstraße
  • Studierendenwerk Hamburg mit der Mensa an der HCU
  • Studierendenwerk Karlsruhe mit der Mensa Moltke
  • Studierendenwerk Mainz mit der Zentralmensa
  • Studierendenwerk Trier mit der Mensa Tarforst und angeschlossener Mensaria forU
  • Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim mit der Mensa Prinz Karl
  • Studentenwerk Hannover mit der Hauptmensa
  • Studierendenwerk Paderborn mit der Mensa Forum
  • Studierendenwerk Aachen mit der Mensa Academica plus Mensa Via
  • Studierendenwerk Siegen mit der Zentralmensa AR
  • Studentenwerk Magdeburg mit der Mensa Uni Campus
  • Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz

Ganz oben in der Rangliste mit 3 Sternen befinden sich Mensen, die sich im letzten Jahr noch 4 Sterne sichern konnten. Da der Fokus dieses Jahr jedoch auf „Veggie“-Mensen liegt, ist eine 4-Sterne-Wertung nur noch möglich, wenn die Mensa zumindest komplett fleischfrei ist. Reine Veggie-Mensen sind für breit aufgestellte Mensen, die auch Fleischesser bedienen, kaum zu schlagen. Danke der Informationsfülle und veganen Angebote durch alle Mensen hinweg kann allerdings im nächsten Jahr eventuell wieder eine Sonderauszeichnung mit 4 Sternen vergeben werden.

In der Mensa an der Universität in Augsburg können Veganer/-innen sich zwei bis vier vegane Mahlzeiten zusammenstellen. Gerichte wie veganes Gemüse-Kartoffel Curry mit Falafelbällchen oder vegane Pasta sind lecker und stillen den Hunger. Fortbildungen zur veganen Ernährung sind Teil der Personalentwicklung, und auch für Studierende werden vegane Grillkurse angeboten.

Die Hauptmensa Essen und die Hauptmensa Duisburg des Studierendenwerks Essen-Duisburg punkten mit einem gleichen Essenangebot. Das tägliche vegane Angebot, wie Bulgur-Gemüsepfanne mit Grünkohl-Hanf Bällchen und Sweet-Chili-Creme, machen Lust auf mehr. Das Studentenwerk setzt auf Aufklärung und bietet Ernährungsseminare, Kochkurse zur veganen Ernährung und Mensastammtische mit hausinternen Ökotrophologen an.

Die zeughaus-Mensa und Bar des Studierendenwerks Heidelberg finden sich auch in diesem Jahr wieder in den Spitzenpositionen der vegan-freundlichsten Mensen wieder. In Heidelberg wird sehr auf Kommunikation gesetzt, und es werden viele Informationen zur veganen Ernährung bereitgestellt. Das nimmt Nicht-Veganern die Berührungsängste und hilft ihnen, zu einem tierleidfreien Gericht zu greifen. Das Nebenangebot punktet vor allem durch die „Träumereien“ – die veganen Desserts des Studierendenwerks. Hier wird alles geboten, was das Veganer-Herz höher schlagen lässt.

Auch für die Mensa Uni Campus des Studierendenwerks Koblenz gilt dasselbe wie für die vorangegangenen Mensen. Eine 4-Punkte-Wertung ist trotz täglichen veganen Gerichten plus veganem Burger im Bistro und veganer Pizza am Pizzawagen in diesem Jahr leider nicht möglich. Koblenz punktet weiterhin mit einem gemeinsamen Speiseplan für alle Mensen mit täglichen veganen Gerichten, darunter beispielsweise die mediterrane Ebly-Gemüsepfanne mit Beilagensalat. Daneben sprechen auch mensen-übergreifende Aktionswochen mit veganen Gerichten und ein hausinterner Gemüsegarten für den nachhaltigen Ansatz, in dem vegane Ernährung immer ein Bestandteil ist.

Auch die Zentralmensa des Studentenwerks Kassel gehört zu den Top-Mensen für Veganer in Deutschland. Das Studentenwerk bietet in allen Mensen täglich vegane Gerichte an. In der Zentralmensa gibt es zudem täglich vegane Desserts und ausgefallene Gerichte, wie einen großen, herbstlichen Salatteller mit Preiselbeer-Vinaigrette, gewoktem Ahorn-Kürbis und Walnüssen mit Baguette oder Pizza mit Süßkartoffeln, Austernpilzen und Pizzaschmelz. Jährliche Schulungen zur veganen Ernährung runden das Angebot ab. Kassel hält den Blick weiter nach vorne gerichtet und trägt mit seinem Angebot dazu bei, dass die vegane Ernährung in den Mensen immer mehr Akzeptanz erfährt.

Weitere Mensen mit 3 Sternen:

Stammgast in der Bewertung mit 3 Sternen ist das Akademische Förderungswerk Bochum mit der Mensa RUB Bochum. Deftige Klassiker, wie eine vegane Gulaschsuppe mit Brötchen, kommen auch bei Fleischessern gut an. Hervorzuheben ist die Option der Pflanzenmilch an den Kaffeeautomaten. Das macht das studentische Leben einfacher, wenn die schnelle Dosis Koffein mit Pflanzenmilch gebraucht wird und die Schlange in der Cafeteria zu lang ist.

 Nach einem Jahr Auszeit ist das Studierendenwerk Münster AöR wieder dabei. Wurde 2016 nur 1 Stern erreicht, baut die Mensa am Ring dieses Jahr das Sternekonto auf 3 Sterne aus. Täglich ein bis zwei komplett vegane Menüs mit Gerichten, wie Broccoli-Dinkelauflauf mit Kräuter-Tomaten-Sauce, machen Lust auf mehr. Einführungswochen zu veganen Gerichten und Sonderaktionen wie der „Friedensteller“ sprechen für den Ausbau des veganen Angebots.

Die Mensa am Park in Leipzig ist auch in diesem Jahr wieder mit 3 Sternen dabei. Eine Besonderheit: Hier gibt es mindestens drei vegane Gerichte am Tag, und alle zwei Monate findet ein Veggietag statt. Leipzig gilt insgesamt als Geheimtipp für vegan lebende Menschen. Das konnte im Stadionranking bestätigt werden und zeigt sich auch in der Mensa. Vielleicht ein Kandidat für den 4. Stern im nächsten Jahr? Maniok-Tomaten-Ragout und gelbes Thaicurry mit buntem Gemüse machen jedenfalls Lust auf mehr. Über Videobildschirme werden auch die veganen Kuchenangebote in der Cafeteria beworben.

Auch die Mensa Leopoldstraße des Studentenwerks München ist eine alte Bekannte unter den Top-Platzierungen der vegan-freundlichsten Mensen Deutschlands. Der Selfservice-Bereich „grüne Mensa“ bietet täglich ein veganes Gericht an. Zusätzlich gibt es täglich vegane Desserts. Gestärkt mit einer Champignonreispfanne oder leichten grünen Bohnen mit Basmatireis in einer Kokos-Zitronensauce lässt sich die nächste Vorlesung leicht in Angriff nehmen.

In der Kantina Kreativa des Studentenwerks OstNiedersachsen steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. Langweiliges Essen hat hier keine Chance. Tägliche vegane Gerichte, wie eine orientalische Gemüsepfanne mit Zartweizen und geröstetem Sesam, Pflanzenmilch für den Kaffee und geschultes Personal machen Lust auf mehr.
Die Mensa Uhlhornsweg in Oldenburg erreicht zum dritten Mal in Folge 3 Sterne. Teilweise zwei vegane Gerichte am Tag mit einer Auswahl wie klassische Spaghetti mit Linsenbolognese oder Spinatgratin „Florentiner Art“ mit Senfsauce sorgen für ein solides Angebot im veganen Bereich.

Auch die Kieler Mensa II und die Mensa Kesselhaus des Studentenwerks Schleswig-Holstein bieten aufgrund des gleichen Speiseplans bis zu zwei vegane Gerichte am Tag. Vegane Nuggets mit Tomaten-Bulgur und Kräutermayo sind nur ein Highlight unter vielen.

Im zentral gesteuerten Essensplan des Studentenwerks Würzburg hebt sich die Mensateria Campus Nord deutlich ab. Hier gibt es, inklusive der Pastastation, zwei bis drei vegane Gerichte am Tag, beispielsweise die vegane Knusperschnitte „Hong Kong“ mit Chop Suey und Langkornreis. Zu jeder Aktionswoche werden passende vegane Kreationen präsentiert, und am „Veggie-Donnerstag“ gibt es ein großes Angebot an veganen Gerichten und lediglich ein Fleischgericht. Unser Vorschlag: Der Veggie-Donnerstag sollte wirklich „Veggie“ werden und ausschließlich vegane Gerichte anbieten.

Das Studierendenwerk Bonn mit der Mensa Nassestraße punktet auch dieses Jahr wieder mit 3 Sternen. Neben den regulären täglichen veganen Speisen wie Spaghetti „black & white“ mit Tomatenugo und Zucchini wird hier sogar ein veganes Weihnachtsmenü angeboten. Auch die Mensa Boulevard in Bremen präsentiert ein veganes Weihnachtsmenü. Die vegan-freundlichste Bremer Mensa ist allerdings die Mensa Neustadtwall. Gerichte wie Limetten-Spaghetti mit Erbsen, Pilzen und Cashewkernen, tägliche vegane Gerichte bei Mensa vital und frisch zubereitete Wok-Gerichte lassen keinen Zweifel daran, dass Bremen mit der Zeit geht.

Das Studierendenwerk Darmstadt bietet in allen seinen Mensen ein rundes veganes Angebot an. Die größte Mensa ist die Mensa Stadtmitte. Ein bis zwei vegane Gerichte, wie eine Wokpfanne „Suzy Wong“ mit Basmatireis und Gemüsecouscous mit Tofu, Backpflaumen und Mangowürfel, lassen nicht nur Veganer/-innen das Wasser im Mund zusammenlaufen.
In der Hauptmensa in Dortmund findet man täglich zwei bis drei vegane Gerichte. Für den großen Hunger können zum Beispiel Tortellini Verdura in Kräutersauce mit drei Beilagen gewählt werden. Für den kleinen Hunger gibt es, wie in vielen anderen Studentenwerken auch, vegan belegte Stullen. Unser Hinweis, vermehrt Pflanzendrinks ins Angebot aufzunehmen, wurde beherzigt, und in Dortmund gibt es in allen Cafeterien und Mensen nun Pflanzenmilch.

Auch die Mensa Rempartstraße des Studierendenwerks Freiburg ist wieder mit soliden 3 Sternen vertreten. Ein veganes Gericht am Tag und eine gute Auswahl an der Buffettheke machen jeden Veganer satt und glücklich. Auf dem Speiseplan steht beispielsweise eine scharfe Asiasuppe mit Gemüse, Kokosmilch und Tofu.

Das Studierendenwerk Karlsruhe kann mit der Mensa Moltke seine 3 Sterne aus dem letzten Jahr verteidigen. Hier gibt es täglich zwei vegane Gerichte und zu jeder Aktionswoche das vegane Pendant. Auch die Klassiker gibt es in vegan: vegane Bratwurst mit Currysauce und Baguette.

Im letzten Jahr ist die Mensa Philosophenturm des Studierendenwerks Hamburg umgezogen in die Mensa an der HCU. So können auch in diesem Jahr 3 Sterne gesichert werden. "Tagliatelle mit Lauch-Sojasahne“ oder „Ägyptische Falafel mit Hummusfüllung, veganes Tzatziki, Gemüsecouscous und Rotkohlsalat“ sind nur zwei der kreativen und schmackhaften Gerichte.

Die Zentralmensa inklusive [email protected] des Studierendenwerks Mainz bietet täglich mindestens zwei vegane Gerichte an, z. B. Quinoa-Bratling mit frischem Salat und Kräuterdressing. In der Cafeteria können auch Kaffeespezialitäten wie Soja-Latte Macchiato bestellt werden.

Das Studierendenwerk Trier mit der Mensa Tarforst und der angeschlossenen Mensateria ForU kann erneut einen 3. Stern für sich verbuchen. Hier bekommt man mindestens ein veganes Gericht und kann sich vegane Burger zubereiten lassen, die man vorher online ganz nach Lust und Laune zusammenstellt. Im Online-Speiseplan lassen sich vegane Gerichte, wie die bunte Reispfanne „Asien Style“ mit veganer Frikadelle an süßsauer Sauce oder die Tomaten-Rigatoni mit Sauerampfer Walnusspesto, filtern und gesondert anzeigen.

Das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim nimmt weiterhin eine Vorbildfunktion ein. Nachdem ihm im letzten Jahr der Sprung von 1 auf 3 Sterne gelang, wird die Wertung auch in diesem Jahr weiter gefestigt. Die Mensa Prinz Karl bietet täglich vegane Gerichte, wie ein Bohnen Zucchini Chili mit Vollkornreis, an. Das Personal ist geschult, und auch für die Pflanzenmilch im Kaffee ist gesorgt.

Das Studentenwerk Hannover erhöhte sein Konto in diesem Jahr auf 3 Sterne. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde das Personal durch interne Ökotrophologen geschult – und damit hat sich Hannover seinen 3. Stern verdient. Wenn es in der Hauptmensa kein veganes Gericht gibt, bekommt man im angrenzenden Marktstand etwas Veganes. Von Möhren-Steckrüben-Pfanne bis zu indischem Gemüse mit Cashewkernen und Naturreis ist alles dabei. Leider muss die Pflanzenmilch für den Kaffee erst angefragt werden, ist dann aber vorhanden.

Auch das Studierendenwerk Paderborn erreicht in diesem Jahr 3 Sterne. Die Mensa Forum Paderborn und in der vorlesungsfreien Zeit die Mensa Academica bieten täglich ein bis drei vegane Gerichte an. Auch hier haben vegane Currys, wie das Kürbiscurry mit Kichererbsen und Kokosmilch oder knusprige Tofu-Nugggets mit Ketchup und Süßkartoffel-Sticks, einen festen Platz im Speiseplan. Nach Rücksprache mit PETA führte das Studierendenwerk im Anschluss an die letztjährige Auswertung Pflanzendrinks ein, die bis heute im Angebot sind.

Im letzten Jahr fehlte in der Mensa Academica mit der Mensa Vita des Studierendenwerks Aachen das tägliche vegane Gericht, weswegen es damals nur 1 Stern gab. Dieses Jahr ist das tägliche vegane Gericht wieder auf den Speiseplänen zu finden. So können Veganer beispielsweise einen Riesenrösti mit Champignonrahmsauce genießen, auch wenn die Mensa sonst sehr fleischlastig ausgerichtet ist.

Auch das Studierendenwerk Siegen verbessert sein Konto der Zentralmensa AR dieses Jahr auf 3 Sterne. Zum veganen Tagesgericht, wie gefüllte Paprikaschote mit Tomatensauce, gibt es drei Beilagen nach Wahl. In diesem Jahr wurde außerdem das Personal geschult, und Pflanzenmilch für den Kaffee wurde ins Sortiment genommen.

Im letzten Jahr war das Studentenwerk Magdeburg mit der Mensa Uni Campus zum ersten Mal dabei und konnte direkt mit 3 Sternen punkten. Auch dieses Jahr konnte es seine gute Wertung halten. Das runde vegane Angebot mit Gerichten wie einer Brokkoli-Nuss-Ecke mit Tomatensoße lädt zu einem Gang in die Mensa ein. Ein Manko ist, dass vegane Gerichte in der vorlesungsfreien Zeit nicht täglich angeboten werden.

Das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz bietet für alle seine Mensen einen Rahmenspeiseplan. Die im letzten Jahr noch fehlenden Schulungen wurden dieses Jahr nachgeholt. Bei den Gerichten gibt es unter anderem Spaghetti mit Rucola und Kirschtomaten oder Gemüsepaella mit Reis und Walnüssen. Wenn an den Mensen kein veganes Gericht serviert wird, findet sich dieses in der angrenzenden Cafeteria.

Fazit 3 Sterne:

Ein Großteil der teilnehmenden Mensen besticht durch tägliche vegane Angebote, Pflanzendrinks und geschultes Personal. Veganismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen – das haben auch die Studierendenwerke erkannt und setzen auf vegane Gerichte. Tägliche vegane Desserts und Angebote in den Cafeterien sind die zukunftsweisenden Tendenzen. Im Hinblick auf Werbung und zusätzliche Aktionen für vegane Gerichte besteht bei den meisten Mensen noch Verbesserungspotenzial; solche Maßnahmen helfen, die veganen Gerichte weiter zu etablieren und ein breiteres Publikum anzusprechen. Verschiedene Möglichkeiten, wie Monitore in den Mensen oder Social-Media-Posting, werden von vielen Studierendenwerken schon heute genutzt.
Vor allem die Gemeinschaftsverpflegung hat einen großen Anteil daran, dass die Ernährung veganer und damit klimafreundlicher wird. In den nächsten Jahren wird hier noch weiterer Ausbau stattfinden müssen.




Mit 2 Sternen wurden ausgezeichnet:

 
  • Studentenwerk Gießen mit der Mensa Otto-Behaghel-Straße
  • Studierendenwerk Rostock-Wismar mit der Mensa Süd
  • Studentenwerk Frankfurt am Main mit der Cafeteria Darwins
  • Studentenwerk Halle mit der Harzmensa
  • Studentenwerk im Saarland e.V. mit der Mensa

Das Studentenwerk Gießen schickt mit der Mensa Otto-Behaghel-Straße erstmals eine Mensa ins Rennen. Das Personal ist geschult im Umgang mit veganen Gerichten, Pflanzenmilch wird angeboten, und auch vegane Gerichte gibt es täglich. Allerdings wird an einigen Tagen als vegane Option nur Pasta oder eine kleine Suppe, z. B. Miso-Suppe, angeboten. Daher reicht es, wenn auch knapp, nicht für den 3. Stern. Wenn mehr Gerichte wie das Sojafrikassee mit buntem Gemüse und Kräutervollkornreis zum täglichen Angebot gehören, ist Gießen der 3. Stern im nächsten Jahr gewiss.

Auch neu dabei ist das Studierendenwerk Rostock-Wismar mit der Mensa Süd. Neben täglichen Gerichten, wie einem roten Blumenkohl-Paprika-Curry mit Frühlingszwiebeln, und Pflanzenmilch für den Kaffee fehlt es allerdings an speziell für die vegane Ernährung geschultem Personal.

Die Cafeteria Darwins am Campus Riedberg in Frankfurt am Main und die Harzmensa des Studentenwerks Halle halten ihre 2-Sterne-Wertung. Wie auch im letzten Jahr fehlt hier die Schulung im Umgang mit veganen Lebensmitteln und veganer Ernährung. Dies würde eine höhere Akzeptanz des Personals sicherstellen und mehr Beratungsmöglichkeiten bei Fragen rund um die vegane Ernährung bieten. Eine Schulung nimmt immer Ängste und bietet neue Möglichkeiten. Gerichte wie das scharfe Kürbisgemüse mit Penne und Rucola oder der Quinoa-Auflauf in Frankfurt oder das Sojageschnetzelte Jäger Art mit Rotkohl und Klößen in Halle machen Lust auf mehr.

Das Studentenwerk im Saarland bietet in der Mensa Campus Saarbrücken täglich vegane Gerichte an, darunter beispielsweise ein veganes Paprikaragout mit Reis. Leider fehlen, wie im letzten Jahr, weiterhin Mitarbeiterschulungen sowie Pflanzendrinks in der Cafeteria. Wird in diesen Bereichen weiter ausgebaut, sind für Saarbrücken mehr Sterne möglich – in diesem Jahr jedoch sind es leider nur 2.

Die täglichen veganen Gerichte werden im Studierendenwerk Bielefeld an der Mensa X teilweise nur durch Eintöpfe gedeckt. Nur donnerstags gibt es ein komplett veganes Gericht. Dafür wurde das Personal geschult, und es gibt Pflanzenmilch für den Kaffee. Die Donnerstag-Gerichte können sich definitiv sehen lassen: So gibt es beispielsweise Sesam-Karottensticks mit Tomatensoße plus drei Wahlbeilagen bestehend aus Reis, Kartoffeln, Tomaten-Zucchini-Gemüse, Kaisergemüse oder Beilagensalat.

Fazit 2 Sterne:

Die Mensen aller Studierendenwerke mit 2 Sternen bieten fast jeden Tag ein veganes Gericht an – eine sehr gute Basis für die tägliche Mahlzeit in der Mensa, auch wenn es sich teilweise nur um Suppen und Eintöpfe handelt. Leider fehlt es in einigen Fällen an speziellen Schulungen, die einen Beitrag dazu leisten, die vegane Ernährung beim Personal und bei den Gästen bekannter zu machen – und so dabei helfen, dass auch das vegane Essen öfter bestellt wird. Pflanzendrinks, eine gute Alternative im Kaffee für Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz, sind auch in Mensen mit 2 Sternen teilweise nicht erhältlich.

Mensen mit veganer Grundlage: 1 Stern

In diesem Jahr gab es eine sehr positive Überraschung. Alle teilnehmenden Studierendenwerke erhielten mindestens 2 Sterne. Diese Entwicklung zeigt, dass die vegane Ernährung in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Dem Wunsch, sich umweltfreundlich, tierleidfrei und lecker vegan zu ernähren, wird an deutschen Hochschulen ein immer höherer Stellenwert zugewiesen.

Die Bewertungskriterien

Um die vegan-freundlichste Mensa Deutschlands zu ermitteln, hat sich PETA zusammen mit dem Dachverband, das Deutsche Studentenwerk, an alle 58 deutschen Studierendenwerke gewandt und um die Teilnahme an einer Umfrage gebeten. Mithilfe eines Fragebogens wollten wir eine Übersicht über das vegane Angebot in den jeweiligen gastronomischen Einrichtungen der Studentenwerke erstellen (Stand: Oktober 2018). Unsere Einladung haben insgesamt 37 Studentenwerke angenommen und ihre jeweils vegan-freundlichste Mensa ins Rennen geschickt. 
 

Wird täglich ein veganes Gericht angeboten, leitet das Studentenwerk eine rein vegan-vegetarische Mensa, oder gibt es einen Bereich, in dem nur vegan-vegetarische Gerichte angeboten werden?

Es macht einen Unterschied, ob jeden Tag ein veganes Gericht angeboten wird oder ob sich Studierende notdürftig ein veganes Gericht aus Beilagen zusammenstellen müssen. Für Menschen, die sich gesund und tierleidfrei ernähren wollen, ist es zudem ein Genuss, sich nach Lust und Laune an der Speiseausgabe bedienen zu können, ohne befürchten zu müssen, dass im Essen Zutaten versteckt sein könnten, für die Tiere leiden mussten.

Wurden Schulungen zum Thema veganes Kochen für das Küchenpersonal durchgeführt?

Auch wenn viele Köche und Mitarbeiter gut ausgebildet sind und eine Menge eigenes Engagement
mitbringen: In der gastronomischen Ausbildung nimmt die Zubereitung pflanzlicher Lebensmittel
einen erschreckend geringen Teil ein. Pflanzliche Alternativprodukte wie Tofu und Co. kommen
teilweise gar nicht oder nur in der Theorie vor. Eine Schulung über die vegane Ernährung ist daher
eine gute Idee – unter anderem, um mangelndes Wissen zu ergänzen oder Vorurteile
abzubauen. Viele Studentenwerke und andere Großküchen haben damit sehr gute Erfahrungen
gemacht und empfehlen es weiter. Auch eine interne Schulung durch Ökotrophologen ist eine Möglichkeit.

Werden Pflanzendrinks für den Kaffee/die Kaffeespezialitäten angeboten?

Viele Studierende und Universitätsmitarbeitende haben nachmittags Lust auf einen leckeren Kaffee.
Doch was tun, wenn es nur Kuhmilch gibt? In unserer Bewertung gab es einen Punkt für Mensen, die gesunde tierleidfreie Pflanzendrinks für den Kaffee zur Verfügung stellen.

Werden vegane Vor- und Nachspeisen angeboten, und gibt es ein veganes Angebot in der Zwischenverpflegung bzw. im Snackbereich, eventuell sogar in Lebensmittelautomaten?

Auch ein breit gefächertes Angebot an gesunden und tierleidfreien Lebensmitteln neben veganen
Hauptgerichten wurde positiv bewertet. Wenn es mal schnell gehen muss, fürs Frühstück keine Zeit ist oder ein Nachmittagstief überwunden werden muss, freuen sich Studierende über eine reiche Auswahl an veganen belegten Brötchen, Wraps, Kuchen, Smoothies oder  Reismilchschokolade.

Werden Aktionswochen oder -tage durchgeführt?

Information ist das A und O, denn nichts führt so schnell zu Vorurteilen wie Unwissen. Es ist wichtig, sich bewusst mit dem Thema vegane Ernährung zu befassen, um die Vorteile bezüglich Gesundheit, Umweltschutz und Tierrechten sowie den Zusammenhang zwischen unserem Konsum und dem Welthunger zu erkennen. Eine Aktionswoche kann ein wichtiger Baustein für den Erfolg einer veganen Menülinie sein.

Wird ein Veggie-Tag angeboten oder regelmäßig für fleischfreie Gerichte geworben?

Die Einsparungen u. a. an CO2 durch einen Veggie-Tag in der Woche sind beachtlich. Aber auch das
regelmäßige und kontinuierliche Bewerben des veganen Angebots kann das Interesse und somit die Nachfrage an tierleidfreien Gerichten erhöhen. Eine reine Veggie-Mensa kann hier gesondert punkten.
 

Die weitere Entwicklung

Durch PETAs Auszeichnung sollen nicht nur die Einrichtungen positiv beurteilt werden, die bereits großartige Arbeit für ein vegan-freundliches Speisenangebot leisten. Auch alle anderen – nicht nur Hochschulmensen – sollen durch dieses Ranking motiviert und inspiriert werden. Unsere Umfrage zeigt das steigende Interesse am Thema vegane Verpflegung unverkennbar auf. Fast alle Studierendenwerke haben mittlerweile an Schulungen teilgenommen. Jährliche Fortbildungen und Auffrischungen auch durch interne Fachangestellte sind von Vorteil. Ein Großteil der Einrichtungen bietet in mindestens einer Mensa täglich mindestens ein veganes Essen an; immer mehr Studierendenwerke werben für vegane Gerichte im Rahmen von Aktionswochen zum Thema Gesundheit oder Umweltschutz. Auch vegane Nachspeisen halten immer mehr Einzug in die Mensen. Teilweise stellen die Studierendenwerke diese selbst her. Auch rund um die Mensa spielt die vegane Ernährung eine immer größere Rolle. Einige Studierendenwerke bieten Kochkurse und Stammtische an, um mit den Studierenden in Kontakt zu kommen und diesen die vegane Ernährung schmackhaft zu machen.

Die beiden Mensen, die in diesem Jahr 4 Sterne erhalten haben, sind absolute Ausnahmen. Die Mensen haben unterschiedliche Größen, und die Anzahl der ausgegebenen Gerichte variiert. Eine reine Veggie-Mensa bietet Veganer/-innen eine höhere Wahrscheinlichkeit, dort vegane Gerichte zu erhalten. Die anderen Mensen können sich daran ein Beispiel nehmen. Denn eine rein vegane Mensa ist der beste Weg, um an Universitäten Tierleid zu verhindern und über die tägliche Ernährung etwas für die Umwelt zu tun. Je einfacher es den Studierenden gemacht wird, vegan zu essen, desto wahrscheinlicher wird das Angebot auch angenommen.