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Covance – Tierquälerei als Auftragsgeschäft

Eine Undercover-Recherche im Versuchslabor

Stand September 2013
Fast ein Jahr lang, von April 2004 bis März 2005, arbeitete ein Ermittler von PETA USA undercover in einem Tierversuchslabor der Firma Covance im US-Bundesstaat Virginia. Covance ist eines der weltgrößten Unternehmen für Tierversuche. Der Undercover-Ermittler dokumentierte dort unvorstellbare Misshandlungen und erbärmlichste Lebensbedingungen von Hunderten von Affen, die in dieser Einrichtung gefangen sind.

Wie die PETA-Recherche aufdeckte, wurden verwirrte und verängstigte Affen von Covance-Mitarbeitern geschlagen, gewürgt, angeschrien und beschimpft. Der Ermittler sah verletzte und kranke Affen, denen die tierärztliche Behandlung vorenthalten wurde, und Primaten, die brutal in ihre Käfige geworfen und mit Druckschläuchen abgespritzt wurden.

 


Affen werden bei Covance isoliert und brutal misshandelt
Als Auftragsforschungsinstitut führt Covance Tierversuche für verschiedenste Produkte wie Chemikalien, Medikamente, Pestizide, Kosmetika und Haushaltsprodukte durch – und zwar für jedes Unternehmen, das in der Lage ist, Covance für solche Versuche zu bezahlen. Im Rahmen der Experimente bei Covance werden unter anderem kleine Affen einer brutalen Behandlung unterzogen, bei der ihnen dicke Kunststoff-Sonden durch die Nase in die Kehle eingeführt werden, durch die ihnen die Experimentatoren Testsubstanzen in den Magen pumpen können. Die Tiere müssen dabei würgen, leiden an Erstickungsangst und entwickeln Nasenbluten. Das grausame Verfahren wird häufig angewendet, um zu untersuchen, welche Dosierung einer bestimmten Substanz einen Affen krank macht. Ein tierärztliches Eingreifen ist hierbei explizit untersagt – selbst dann, wenn die Tiere eindeutig Zeichen von starken Schmerzen oder Unwohlsein aufzeigen.

Obgleich Primaten von Natur aus hochsoziale Tiere sind, werden sie in den Labors von Covance in winzigen, sterilen Stahlkäfigen in Einzelhaft gehalten. Der PETA-Ermittler sah mehrere Primaten, die stressbedingte Verhaltensstörungen wie ständiges Hin- und Herschaukeln und Kreisen im Käfig aufwiesen. Viele der Affen, die unter diesen katastrophalen Lebensbedingungen gefangen gehalten wurden, bissen sich ins eigene Fleisch oder rissen sich die Körperbehaarung aus, denn Covance bot diesen ausgesprochen emotionalen und empfindsamen Tieren keinerlei angemessene Beschäftigungsmöglichkeiten oder Sozialkontakte.

 

Covance wird aufgrund der grausamen Tierschutzverstöße mehrfach rechtskräftig verurteilt
Kurz nach Abschluss der schockierenden Undercover-Ermittlungen reichte Covance Klage gegen PETA USA und PETA UK ein – ein verzweifelter Versuch, die Veröffentlichung des Filmmaterials und anderer Beweismaterialien über die Misshandlungen und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in den unternehmenseigenen Labors zu verhindern. Im Rahmen des Gerichtsverfahrens bezeichnete ein Richter in Großbritannien das Filmmaterial als „höchst besorgniserregend“ und erklärte, dass ein legitimes öffentliches Interesse an den Ermittlungen von PETA bestehe. Die Versuche von Covance, PETA USA und PETA UK zum Schweigen zu bringen, scheiterten. Die Verfahren in den USA und in Europa wurden eingestellt, und PETA konnte das Beweismaterial über die Grausamkeit und Misshandlungen, die bei Covance dokumentiert worden waren, weiterhin veröffentlichen. In Großbritannien wurde Covance rechtskräftig zur Zahlung von rund 220.000 Euro an PETA UK verurteilt. Ein Teil dieser Summe wurde zur Finanzierung einer Anti-Covance-Kampagne eingesetzt.

 

Auf Grundlage des Video- und Fotomaterials, das im Rahmen der Ermittlungen entstand, reichte PETA USA beim US-Landwirtschaftsministerium (USDA) eine Beschwerde gegen Covance ein und beschuldigte das Unternehmen der inhumanen Behandlung von Tieren und des Verstoßes gegen das US-Tierschutzgesetz (Animal Welfare Act, AWA). Infolge der Beschwerde wurde Covance mehrfacher Verstöße gegen das US-Tierschutzgesetz für schuldig befunden und zu Geldbußen verurteilt. Zu den Rechtsverletzungen gehörten unter anderem die mangelnde tierärztliche Versorgung von kranken Tieren, die mangelnde Verabreichung von Schmerzmitteln an Tiere, die schmerzhaften Behandlungen unterzogen worden waren, und die mangelnde Bereitstellung sozialer und psychologischer Beschäftigungs-möglichkeiten für die Primaten. Das USDA beschuldigte Covance zudem der körperlichen Misshandlung von Primaten und warf dem für die Kontrolle der Tierversuche bei Covance verantwortlichen Ausschuss zahlreiche Versäumnisse vor.

In den letzten Jahren wurde Covance wegen weiterer Rechtsverstöße schuldig gesprochen: Unter anderem unterließ Covance es, Hunde mit Zahnerkrankungen zu behandeln, die hätten vermieden werden können. Das Unternehmen hatte genehmigt, dass Affen bei eisigen Temperaturen im Freien untergebracht wurden und dadurch Erfrierung davontrugen. Covance-Mitarbeiter hatten nicht bemerkt, dass das Bein eines Affen im hinteren Käfigbereich eingeklemmt und das Tier daher tagelang unfähig war, an Futter zu gelangen. Außerdem wurden Primaten bei Covance in Einzelhaft gehalten, wodurch die grundsätzlichen psychologischen Bedürfnisse dieser hochsozialen und intelligenten Tiere nicht erfüllt wurden.

 

Immer noch leiden Tiere in den Laboren von Covance
Zum Glück sinkt heute die Nachfrage nach den grausamen Tierversuchen, die Covance anbietet. Das Labor des Unternehmens in Virginia, in dem die Ermittlungen von PETA USA durchgeführt wurden, ist mittlerweile geschlossen. Zudem hat Covance die Schließung einer weiteren Tierversuchseinrichtung angekündigt, gegen die PETA heftig angekämpft hatte, und entlässt darüber hinaus Mitarbeiter in anderen Einrichtungen.

Doch aufgrund des Einsatzes grausamer und veralteter Tierversuche und wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz übt PETA auch weiterhin Druck auf Covance aus.
Auf den Jahreshauptversammlungen von Covance in Amerika bringt PETA USA regelmäßig Gegenanträge ein. Diese fordern das Unternehmen zu sinnvollen Maßnahmen auf, die gewährleisten sollen, dass nach Möglichkeit Alternativen zu Tierversuchen zum Einsatz kommen und die Tätigkeiten des Unternehmens in Übereinstimmung mit den US-Bundesgesetzen erfolgen. Daneben setzt sich PETA USA aktiv für ein Transportverbot von Affen an Covance ein, denn nach wie vor bleibt die Firma einer der größten Importeure von Primaten zum Einsatz in Tierversuchen.

Undercover-Recherche bei Covance in Deutschland
Und auch in Deutschland gab es eine Undercover-Recherche bei Covance: 2003 platzierte die British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV) [britische Tierversuchsgegner] einen Ermittler für fünf Monate in das Covance-Labor in Münster. Dort wurden dieselben Grausamkeiten aufgedeckt, wie PETA USA sie in Vienna, Virginia, dokumentieren konnte!
Covance setzte den Internetprovider von BUAV daraufhin so lange unter Druck, bis dieser einwilligte, die Veröffentlichung der Fotos und des Videos aus BUAVs Ermittlungen zu untersagen. Die Angelegenheit ist zwar derzeit noch bei Gericht anhängig, doch unter http://www.stopanimaltests.com/investigations.asp können Sie das Video anschauen und erkennen, warum Covance alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, das Material nicht an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen!

Bei Covance fehlt offensichtlich jedes Bewusstsein für das Leid der Tiere. So wurden beim Vorstellungsgespräch von PETAs Undercover-Ermittlerin im US-amerikanischen Covance-Labor sogar das Recherche-Video aus Münster abgespielt und Rechtfertigungen für die entsetzliche Behandlung der Affen in dieser Einrichtung vorgebracht!