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Tierquälerische Hundehaltung in Thüringen aufgedeckt

Hunde in Lagerhalle eingesperrt / Veterinär blieb lange untätig

Stand April 2013
PETA Deutschland e.V. wurden im April 2010 verdeckte Videoaufnahmen einer Hundehaltung in Erfurt zugespielt. Diese zeigen wie ca. 30 Hunde in einer alten Industriehalle dahinvegetieren. PETA besetzte deshalb das Gelände des gewissenlosen Hundehalters und forderte rechtliche Konsequenzen.

 

RTL Punkt 12 berichtet am 29.3. 2010 über den Fall:


Update Februar 2013:
Nach Wiederaufnahme der Ermittlungen (Siehe Update Dezember 2012) wurde bekannt, dass das Veterinäramt Erfurt nicht nur einen umfangreichen Auflagenbescheid in Form einer tierschutzrechtlichen Verfügung gegen Eccarius und Schuster erlassen hatte, sondern aufgrund hartnäckiger Verweigerungen der notwendigen Verbesserungen ein Zwangsgeld festgesetzt wurde. Daraufhin „flüchteten“ die beiden in einen anderen Landkreis, um an derzeit noch unbekanntem Ort weiter ihrer mutmaßlich tierquälerischen Hundezucht nachzugehen. Das Erfurter Ermittlungsverfahren ist im Februar 2013 von der Staatsanwaltschaft Erfurt unter Bestätigung der tierschutzrechtlichen Mängel eingestellt worden (Az. 821 Js 10193/10).
Hinzu kommt, dass sich Eccarius der falschen Eidesstattlichen Versicherung schuldig gemacht hat, was nichts anderes heißt, als dass er in seiner Eidesstattlichen Versicherung (Offenbarungseid), die er im Zeitraum der PETA-Ermittlungen im März 2010 ablegte, unwahre Angaben gemacht hatte, was PETA-Ermittlungen ergaben. Auf die daraufhin erfolgte Strafanzeige wurde am 13.7.2011 ein Strafbefehl gegen Eccarius rechtskräftig (Az.: Cs 820 Js 37031/10 Amtsgericht Erfurt).

 

Update Dezember 2012:
Nach monatelangem Stillstand und einer weiteren Dienstaufsichtsbeschwerde seitens PETA hat das Thüringische Justizministerium nun eine Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen die Hundehalter und das handlungsunwillige Veterinäramt Erfurt verfügt. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Erfurt das Verfahren eingestellt – trotz eines Gutachtens des Thüringer Landesamts für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (TLLV), das das Leiden der Hunde eindeutig bestätigte. Die Veterinärbehörde sieht sich bis heute nicht in der Pflicht, effektive Auflagen gegen die katastrophale Hundehaltung zu erteilen.

 

Update Februar 2011:
Obwohl der zuständige Amtsveterinär schon vor Monaten ankündigte, dass die Halle umgebaut werden muss, ist nichts passiert. Ein aktuelles Foto beweist, dass die Hunde noch immer in der verschlossenen Halle eingesperrt sind.

 


 

 

Die Schäferhunde werden in Erfurt-Gispersleben zu Schutzhunden ausgebildet und zur Zucht genutzt – ihre eigenen Bedürfnisse spielen offensichtlich keine Rolle. Das Leid der Tiere wird auf den verdeckt aufgenommenen Videoaufnahmen deutlich: in Zwinger eingesperrt, die teilweise zu klein sind, wird ihnen jeder soziale Kontakt verwehrt; sie erfahren allem Anschein nach weder Zuneigung noch Aufmerksamkeit. Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt vor, dass Hunde die Möglichkeit haben müssen, nach draußen zu sehen, wenn Zwinger in geschlossenen Räumen stehen – dies ist hier nicht der Fall. Alle Wassernäpfe sind zum Zeitpunkt der Aufnahmen leer. Mindestens ein Hund hat noch nicht einmal Sichtkontakt zu den anderen Schäferhunden, was ebenfalls einen Verstoß darstellt. Die Tiere wirken vernachlässigt, sind verängstigt und suchen den Kontakt zu den Aktivisten in der Halle – als höchst soziale Tiere ist diese Haltung für sie die reine Qual.

Nach Erhalt dieser erschreckenden Aufnahmen besetzte PETA Deutschland mit ca. 15 Personen symbolisch die Zufahrt des Geländes.

Scheinbar wurde der zuständige Veterinär schon mehrmals auf die Situation aufmerksam gemacht, passiert ist jedoch nichts.

Die Halter, die nach unseren Hinweisen dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angehören, versuchen sich zu rechtfertigen, sie würden die Hunde ausbilden und es ginge ihnen gut. Eine Mitarbeiterin des angrenzenden Betriebsgeländes sagt aus, sie hätte die Tiere noch nie im Freien gesehen. Als ein Mitarbeiter von PETA beim Veterinäramt anruft, weigert sich der zuständige Veterinär zu kommen und sagt wörtlich: „Ich stürme doch keine Tierhaltung, die ich schon vor langer Zeit zugelassen habe.“ Diese wissentliche Untätigkeit wird auf dem Rücken der Tiere ausgetragen, die ihr trauriges Leben in einer alten Halle fristen müssen. Eine amerikanische Studie fand heraus, dass die Intelligenz von Hunden der einer zweieinhalb jährigen Kindes entspricht. Den Forschern zufolge verfügen die Tiere über eine Art Ich-Bewusstsein. Dies wird von vielen Behörden jedoch weiterhin nicht berücksichtigt und wie dieser Fall klar zeigt, legt man noch nicht einmal Wert auf die Einhaltung minimaler Rechtsvorschriften.

Natürlich spricht sich PETA Deutschland e.V. generell gegen die Zwingerhaltung aus. Leider ist diese jedoch unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland auch weiterhin gestattet. Diese Voraussetzungen werden in der Halle in Erfurt jedoch nicht erfüllt. Aufgrund dieses Sachverhaltes erstattet PETA Deutschland e.V. Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung.

Bitte werden auch Sie aktiv und beteiligen Sie sich an unserem Aktionsaufruf, um den Hunden endlich ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen!

 

Bildergalerie: Die traurige Haltung der Hunde

Bildergalerie: PETA besetzt symbolisch die "Zuchthalle"

Dies ist in Deutschland kein Einzelfall

Züchter und andere Menschen, die sich am „Produkt Hund“ bereichern möchten, sehen lediglich den Profit dahinter, das Individuum zählt nichts. Der internationale Hundehandel boomt und auch bei deutschen Züchtern werden oftmals Hündinnen als „Gebärmaschinen“ benutzt, um so viele Nachkommen wie nur möglich zu garantieren. Die Haltung, der Transport und die Zucht der Tiere bleiben meist im Verborgenen. Parallel dazu platzen Tierheime aus allen Nähten – unzählige Vierbeiner warten dort auf ein neues Zuhause, das ihnen jedoch mit jedem gezüchteten Tier genommen wird.

 

Was Sie tun können

Kaufen Sie niemals ein Tier beim Züchter, im Zooladen oder auf einem Tiermarkt. Wenn Sie wirklich bereit sind, einem Tier ein neues Zuhause zu bieten, dann besuchen Sie bitte ein Tierheim.
  • Nehmen Sie an unserem Aktionsaufruf teil und ordern Sie das Veterinäramt und den Erfurter Oberbürgermeister auf, dem Leid der Hunde ein Ende zu bereiten.
  • Unterstützen Sie unsere Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz und fordern Sie unter info@peta.de kostenlose Protestpostkarten an.
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