Jeden Donnerstag heißt es nun für offizielle Empfänge, Schulmensen und Kantinen „Gemüse satt“. Daneben informieren zahlreiche Kochkurse, Broschüren und ein vegetarischer Stadtplan die Menschen darüber, dass sie mit ihrem Essverhalten mehr im Klimaschutz bewirken können als mit der Wahl der Transportmittel. Schließlich ist ein Fahrrad fahrender Fleischesser umweltschädlicher als ein vegetarischer Porschefahrer.
Viel hat man die letzten Monate zum Thema Klimaschutz gehört, doch wussten Sie, dass der Konsum von Fleisch ca. 40% mehr Treibhausgas-Emissionen verursacht als alle Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Geländewagen und Schiffe weltweit zusammen und die Tierwirtschaft sogar für 51% der anthropogen verursachten Treibhausgase verantwortlich ist? Denn Methan, das vor allem in der Tierwirtschaft entsteht, ist wesentlich klimarelevanter als Kohlenstoffdioxid, aber hat zugleich auch eine geringere Halbwertszeit. Allein wenn man ein Viertel weniger tierische Produkte herstellt und verbraucht, kann man enorme Fortschritte für die Umwelt und das Klima erzielen.
Und wussten Sie, dass unter den 350 so genannten Klimastädten auch fast 30 deutsche sind? Da im Bereich Klimaschutz, besonders nach dem Scheitern von Kopenhagen, neue, konsequente Wege begangen werden müssen, sind die anderen Klimastädte nun am Zug, sich dem Vorbild Gents anzuschließen und auch einen fleischfreien Wochentag einzuführen.
Als erste deutsche Stadt hat sich Bremen mit der Veggi-Day-Initiative der Bürgerstiftung unter Schirmherrschaft des Bürgermeisters Jens Böhrnsen dazu entschlossen, für Umwelt, Mensch und Tiere den Donnerstag vegetarisch zu begehen. Mittlerweile ein "sensationeller Erfolg" und Vorbild für andere, denn mehr und mehr Städte sagen: "Donnerstag ist Veggietag".
Schließlich hätte ein kommunaler „Veggie-Tag” sogar noch weitere positive Auswirkungen als die Bekämpfung des Klimawandels. Denn für die Gesundheit bietet diese Ernährungsform wesentliche Vorteile: Vegetarier sind weniger anfällig für Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfälle – die häufigsten Todesursachen in Deutschland. So könnten die Beamten ein längeres, gesundes Leben führen und Millionen Tiere in der Massentierhaltung werden davor bewahrt, ein Leben in größter Beengtheit zu führen und Verstümmelungen ohne Schmerzmittel zu erleiden, bevor man ihnen – oft noch bei lebendigem Leib – in Schlachthäusern die Kehle aufschneidet.
Hier eine Liste der deutschen Städte und Gemeinden, die sich bisher dem EU Bürgermeisterkonvent bzw. der Erklärung der City Climate Conference und damit höheren Klimaschutzzielen verpflichtet haben. In Klammern der aktuelle Stand (Juni 2011) zu unserer Anfrage nach einem Veggie-Tag:
Aachen (kein Interesse an einem Veggie-Tag)
Altötting (bisher keine Rückmeldung)
Bad Urach (die Jugendherberge in Bad Urach hat bereits einen Veggie-Tag)
Berlin (Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz setzt sich für einen Veggie-Tag ein)
Bielefeld (FHM plant einen Veggie-Day)
Bonn (Veggiday für Bonn)
Bremen (hat Veggie-Dayeingeführt; ein Voller Erfolg!)
Chemnitz (die TU Chemnitz startet am 18. April 2012 den ersten Veggie-Tag )
Dortmund (legt Infobroschüren in den Kantinen aus)
Dresden (bisher keine Rückmeldung)
Eggenfelden (bisher keine Rückmeldung)
Flensburg (Vorbereitungen für einen Veggie-Tag zu teuer, weitergeleitet an VHS)
Frankfurt am Main (kein Interesse an einem Veggie-Tag)
Freiburg (Initiative Ma(h)l vegetarisch)
Fürstenfeldbruck (keine Rückmeldung)
Greifswald (keine Rückmeldung)
Hamburg (kein Interesse an einem Veggie-Tag)
Hanau (bisher keine Rückmeldung)
Hannover (Veggietag Hannover)
Heidelberg (Stadt plant Informationskampagne, die auch Ernährung mit einschließt, hat jedoch kein Interesse an einem Veggie-Tag)
Iserlohn (bisher keine Rückmeldung)
Kaiserslautern (Schule will Veggie-Tag einführen; Anfrage an städtische Kantinen gestellt)
Kassel (bisher keine Rückmeldung)
Kiel (kein Interesse)
Köln (bisher keine Rückmeldung von der Stadt, doch es gibt die Kölner Initiative VeggieDonnerstag)
Leipzig (steht einer solchen Kampagne generell positiv gegenüber)
Mainz (bisher keine Rückmeldung)
München (kein Interesse an einem Veggie-Tag)
Münster ("Münster isst veggie")
Neumarkt in der Oberpfalz (bisher keine Rückmeldung)
Nürnberg (Initiative Donnerstag Veggietag Nürnberg wirbt für fleischfreien Wochentag)
Pforzheim (bisher keine Rückmeldung)
Rheinberg (Prioritäten auf anderen Kampagnen, keine Mittel/kein Personal für Veggie-Tag, „Vielleicht in 2011!“)
Rheine (möchte durch langfristige Öffentlichkeitsarbeit seine Bürgerinnen und Bürger auf diesen Zusammenhang aufmerksam machen)
Rostock (wäre gern bereit, flankierend eine notwendige Plattform zu geben, wenn Bürgerinitiativen vor Ort diesbezüglich konzentriert tätig werden würden)
Schwerin (möchte einen Veggie-Tag einführen)
Stuttgart (kein Interesse an einem Veggie-Tag)
Tübingen (verweist auf bürgerliches Engagement)
Vaterstetten (kein Interesse an einem Veggie-Tag, möchten keine Empfehlungen im Bereich der Essgewohnheiten)
Wölfersheim (bisher keine Rückmeldung)
Neben diesen Städten gibt es noch weitere, die sich für die Initiative eines Veggie-Days aussprechen und in unterschiedlichen Formen durchführen, wie beispielsweise Braunschweig, Düren, Karlsruhe, Schweinfurt und Wiesbaden.
Auch in der Schweiz sieht die Stadt Lyss im Berner Seeland die Vorteile eines wöchentlichen "Vegi-Tages" für Umwelt, Mensch und Tier.
Wohnen Sie in einer der so genannten Klimastädte (siehe oben)? Dann setzen Sie sich bitte mit Ihrem Bürgermeister, Stadtrat oder Abgeordneten in Verbindung und bitten Sie sie, sich für solch einen Tag einzusetzen! Oder schreiben Sie Leserbriefe in den regionalen Zeitungen, damit Ihre Stadt solch einen offiziellen fleischfreien Tag einführt. Dies hätte eine enorme Vorbildrolle für weitere Städte und hilft Umwelt, Mensch und Tieren!
Bestellen Sie Infomaterial im PETA-Store und geben Sie es an Ihre Freunde und Bekannten oder Passanten weiter, oder fragen Sie in Geschäften, es auslegen zu dürfen. Oder informieren Sie sich im Veggie Starter Kit, das neben vielen Informationen auch durch Rezepte die Umstellung erleichtert.
Denn im Bereich Klimaschutz darf man nicht nur auf die Politik verweisen. Jeder Einzelne kann hier bei der täglichen Entscheidung mit dem Einkaufskorb etwas bewirken, ganz einfach indem keine klimaschädlichen, tierischen Produkte gekauft werden, sondern die ohnehin gesünderen pflanzlichen. Auch Musiklegende Paul McCartney setzt sich dafür ein, dass ein jeder sein Essverhalten beleuchtet und bewirbt einen „Meat Free Monday“.