Klöckner will Hundeausstellungen mit Qualzuchten verbieten

Hund Mops im Garten
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner macht einen Schritt in eine tierschutzgerechte Richtung: Die CDU-Politikerin will Hundeausstellungen verbieten, auf denen Qualzuchten wie Möpse oder Bulldoggen präsentiert werden. Züchter nehmen aus Profitgier immer wieder in Kauf, dass diese „Moderassen“ unter schweren gesundheitlichen Problemen leiden und verstoßen damit bewusst gegen das Tierschutzgesetz.

Der § 11b des deutschen Tierschutzgesetzes verbietet es zwar, Tieren Merkmale anzuzüchten, unter denen sie leiden; der Gesetzgeber hat es aber bislang versäumt, verbindliche Richtlinien darüber festzulegen, wie diese zu definieren sind. Aus diesem Grund herrscht ein massives Vollzugsdefizit und Qualzuchten sind noch immer weit verbreitet.

Um diese Verstöße zu verhindern und den Züchtern den Anreiz zur weiteren Züchtung zu nehmen, will Klöckner nun die Ausstellung dieser Hunderassen verbieten. Wir fordern ein generelles Zuchtverbot für Qualzuchten!

Qualzucht verursacht lebenslanges Leid

Da sie auf etliche Menschen optisch ansprechend wirken, werden einigen Hunderassen bestimmte Merkmale wie große Augen oder eine kurze Nase bis ins Extreme angezüchtet. Dies betrifft unter anderem Möpse, Bulldoggen, Boston Terrier, Pekinesen, Pinscher und viele weitere Hunderassen. Doch genau diese Merkmale verursachen lebenslanges Leid bei den Tieren. Atemnot, Schnarchen, Röcheln und sogar Ohnmacht sind nur einige Symptome von Hunden mit zu kurz gezüchteten Nasen. Auch leiden viele unter stark tränenden Augen, Übergewicht und Gehirnentzündungen. Die meisten Rassehunde sterben verfrüht. Auch Klöckner spricht sich nun gegen diese grausamen Züchtungen aus:

Es sei nicht vertretbar, dass ein Tier leiden müsse, „um den ästhetischen Ansprüchen seines Herrchens oder Frauchens zu entsprechen“. (1)

Qualzuchten noch konsequenter verbieten

Das Verbot von Qualzuchten auf Hundeausstellungen ist ein guter Anfang, der vielen Tieren Leid ersparen wird. Doch Züchter werden weiterhin das Verbot von Qualzucht umgehen, da es leider immer noch Menschen gibt, die einen Rassehund kaufen, statt den neuen tierischen Freund im Tierheim zu suchen.

Wir von PETA fordern die umgehende Umsetzung und strikte Einhaltung des Paragraphen 11b des Tierschutzgesetzes und ein Verbot von Qualzuchten. Dies betrifft nicht nur die Zucht von bekannten Hunderassen, sondern auch etliche Katzen-, Reptilien-, Vogel- und Kleintierarten. Auch viele sogenannte Nutztiere leiden unter den Zuchtmerkmalen, die sie erhalten, damit Leistung und Ertrag steigen.  

Was Sie tun können

  • Bitte kaufen Sie niemals einen Hund beim Züchter, sondern adoptieren Sie Ihren tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim. Hier warten tausende Hunde auf ein neues, liebevolles Zuhause.
  • Besuchen Sie keine Hundeausstellungen.
  • Klären Sie auch Freunde und Bekannte über das Leid der Qualzuchten auf.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Heimtierschutzgesetz.


Quellen

(1) Presseportal: Rheinische Post: Klöckner geht gegen Qualzucht von Hunden vor, https://www.presseportal.de/pm/30621/4340332, zuletzt eingesehen am 05.08.2019