18 Traurige Fakten über die Delfinarien in Duisburg und Nürnberg

Delfinarium Zoo Duisburg

In Deutschland gibt es nur noch zwei Delfinarien: Im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg. Diese 18 traurige Fakten über die zwei Delfinarien sollten Sie wissen:

Nürnberg

1. Aktueller Bestand (2019):

Hier leben 7 Delfine: Die Wildfänge Anke, Nynke und Jenny in Florida und Kuba gefangen. Alle drei waren vorübergehend auch in anderen Delfinarien untergebracht.
 
In Nürnberg geboren : Nami
Nicht in Nürnberg geboren: Sunny, Dolly, Donna

2. Delfine werden hin- und her getauscht

Die Delfine werden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) hin- und hergeschoben. Anke zum Beispiel wurde von Florida nach Deutschland importiert und hier viermal zwischen den Delfinarien Münster, Nürnberg und Harderwijk weitergereicht um sich fortzupflanzen. Das hat aber nicht funktioniert, denn Anke hat 2010 und 2011 ihr Baby verloren.

3. In Nürnberg starben bislang

  • Von 22 Nachzuchten sind schon bereits 17 gestorben! [1]
  • Bereits 23 Tiere aus freier Wildbahn wurden ins Nürnberger Delfinarium gebracht! [1]

Die Delfine, die von Nürnberg in ein anderes Delfinarium umgesiedelt wurden, und dort starben, wurden hier nicht mitgezählt.

4. Delfine werden als Show-Clowns missbraucht

Bis zu 5 Shows am Tag („Präsentationen“) müssen die Delfine in den Sommerferien mitmachen [2].

5. 30 Millionen Euro für ein Betongefängnis namens „Lagune“

Die ursprünglich angekündigten 24 Millionen Euro reichten erwartungsgemäß nicht aus [3] Co-finanziert wurde die Lagune mit Mitteln der Bayerischen Landesstiftung, des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V., des Fördervereins „DelphinLagune e.V.“ und Cortal Consors.

6. Versuchte Vertuschung des Lecks in der Lagune

Im August 2011 bemerkten die Techniker, dass die Lagune ständig Wasser verlor. Das Salzwasser, das Pflanzen und den Erdboden schädigt, versickerte in einem Wäldchen. Als der Tiergarten das bemerkte, ,haben wir das dem Umweltamt gemeldet‘, so Encke. Es wurde eine Chloridbelastung von 2000 Milligramm pro Liter gemessen. Erlaubt sind laut Trinkwasserverordnung jedoch lediglich 200 Milligramm. Allerdings sind wohl zwei Eichen durch die Salzbelastung geschädigt“ [4]. Mitte Mai 2012 erstattete PETA Anzeige gegen den Zoo und das Umweltamt, nachdem ein anonymer Hinweis auf das Leck einging. Das Verfahren läuft noch. Sicher jedoch ist, dass der Zoo dringende und millionenschwere Umbaumaßnahmen durchführen muss und die Delfine mit einem gesenkten Wasserpegel, Lärm, Staub und Enge, oder gar einer Umsetzung in ein anderes Delfinarium, zurechtkommen müssen.

7. Zoodirektor Encke beim Lügen ertappt

Schon im Februar hatte die AZ einen anonymen Hinweis bekommen, dass Salzwasser aus der Lagune austritt, das versickert und Bäume schädigt. Am 22. Februar fragte die AZ bei Encke nach. Doch der sagte, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Was sich jetzt als zumindest kreativer Umgang mit der Wahrheit herausstellt“ [5].

8. Delfine erhalten Psychopharmaka

Delfine in Delfinarien werden nicht nur eingesperrt, sondern auch mit Psychopharmaka ruhiggestellt. Frust und Aggressivität, z.B. über die Gefangenschaft in den viel zu engen Becken, sowie über mangelnde Ausweichmöglichkeiten und das Abgrenzen von anderen Delfinen, wird durch gezielte Medikamentengabe unterdrückt.

Die Akteneinsicht des Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) hat 2012 gezeigt, dass einige Delfine in Nürnberg mit Diazepam (auch als „Valium“ bekannt) und Clinofem®10 (weibliche Hormone, die bei Frauen zur Behandlung von Wechseljahr-Beschwerden zum Einsatz kommen) ruhiggestellt werden.

9. Das Märchen von der Delfintherapie:

Der Psychologe Erwin Breitenbach vom Würzburger Uni-Institut für Sonderpädagogik hatte mit dem Tiergarten Nürnberg für die Delfintherapie eine Studie mit 118 Kindern erstellt, die an Autismus, Down-Syndrom und anderen Behinderungen litten. Die Therapeuten stellten anschließend keine Veränderungen fest. Nur diejenigen Eltern, die viel Geld für die Therapiestudie bezahlten, beurteilten die Ergebnisse kurzfristig und vorübergehend positiv.

10. Die Lagune ist viel zu klein!

Eine große Lagune zur artgerechten Haltung? Von wegen! Die Lagune ist in sechs verschiedene Becken unterteilt. Die Delfine haben nicht zu allen Becken Zugang und die Tiefe liegt zwischen 0,5 und 7 Metern. Im Meer tauchen die Tiere um die 300 Meter tief, schwimmen bis zu 100 Kilometer am Tag und erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 50 Kilometern pro Stunde. Hinzu kommen die in Punkt 6 erwähnten Umbaumaßnahmen.

Duisburg

11. Aktueller Bestand (2019):

7 große Tümmler: Ivo und Pepina (beide sind Wildfänge) und die Nachzuchten Delphi, Daisy, Dörte, Debbie und Dobbie. (Ivo ist Vater von Dörte, Debbie und Dobbie).
Ein allein in seinem Becken eingesperrter Amazonas-Flussdelfin, genannt „Baby“, auch ein Wildfang.

12. Beengte Haltung

7 große Tümmler leben im Duisburger Zoo. Insgesamt gibt es anscheinend 6 Becken, allesamt sehr klein. An seiner tiefsten Stelle ist das Wasser 5 Meter tief.

13. Zu viele Shows, zu viele Zuschauer

In Duisburg gibt es an 365 Tagen im Jahr 2 bis 3 Vorstellungen jeden Tag, „bei Bedarf mehr“ (6). Die Tiere haben keinen Tag frei. Es gibt 1200 Sitzplätze, plus Stehplätze und Treppen (4). Der Zoo behauptet, die Delfine können selbst entscheiden, ob sie mitmachen oder nicht.

14. Zu enger Kontakt zu Besuchern

An Kindergeburtstagen werden Kinder „rasant“ mit dem Schlauchboot über das Wasser gezogen. Hierdurch besteht Gefahr für Kinder, denn Delfine sind Wildtiere und können angreifen. Die Delfine wiederum können an eingeschleppten Keimen erkranken oder Fremdkörper verschlucken.

15. Todesfälle

Im Zoo in Duisburg starben schon mindestens 60 Delfine (Dunkelziffer unbekannt), darunter auch Weißwale und Süßwasserdelfine.

Der prominente Delfinschützer Richard O’Barry hat den Zoo Duisburg als den „größten Delfin-Friedhof der Welt“ tituliert. In den vergangenen 20 Jahren sind laut Statistik des Umweltministeriums dort mehr als 15 Delfine gestorben, darunter 10 Babys. Nach einem Bericht im Focus aus dem Jahr 1993 waren es bis dahin 45 Todesfälle. Insgesamt sind das 60 Todesfälle. Wir vermuten, dass noch mehr Fehlgeburten verheimlicht werden und auch während der zahlreichen Wildfang-Expeditionen unter Dr. Gewalt, dem damaligen Zoodirektor, der seinen Namen nicht zu Unrecht trug, viele Tiere gestorben sind.

Der Zoo sprach in diesem Zusammenhang auf seiner Homepage von „anfänglichen Schwierigkeiten“. [6]

16. Das Märchen vom Artenschutz

Zum Erhalt der Delfinarten trägt der Zoo keinesfalls bei, denn noch nie wurde ein Delfin wieder in die freie Wildbahn zurückgebracht. Die Großen Tümmler sind nicht bedroht und benötigen also keinen Artenschutz. Trotz der vermeintlichen Artenschutzbeteuerungen hat der Zoo seit 1960 sehr viele Wildfänge importiert und hohe Verluste verzeichnet.

17. Unabhängige Wissenschaftler fordern Freiheit für Delfine

Renommierte Wissenschaftler stützen sich auf neueste Erkenntnisse, um die Gefangenhaltung von Delfinen und Walen in Zoos zu beenden. [7] Laut der Meeresbiologin Lori Marino von der Emory Universität in Atlanta sind nicht Affen, sondern Delfine die intelligentesten Lebewesen neben dem Menschen. Ebenso wie der Ethikprofessor Thomas White von der Loyola Marymount Universität in Los Angeles fordert sie, dass die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen gezogen und die Meeressäuger dem Menschen ethisch gleichgestellt werden.

Marino fand heraus, dass das Hirn der Delfine stärker gefaltet ist und eine größere Oberfläche hat als die des Menschen. Die Faltung betrifft vor allem den Neocortex, eine Hirnstruktur, die komplizierte Denkvorgänge und das Selbst-Bewusstsein steuert. Keine andere Tierart habe ein so gewundenes Gehirn wie Delfine, berichtete Marino auf der Jahrestagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS in San Diego. Laut White haben Delfine positive und negative Empfindungen, erkennen einander und begegnen sich mit Respekt, meist mit Zuneigung, erkennen sich im Spiegel, gehen analytisch und planmäßig vor und lösen komplexe Aufgaben. Außerdem können sie gefühlsmäßig intensiv und langanhaltend leiden. Daher spricht der Ethik-Professor Delfinen ähnliche Rechte zu wie Menschen. [8] Delfine dürften nicht wie „Sklaven“ für Tiershows vermarktet und zu Hunderttausenden gejagt und geschlachtet werden.

Was Sie tun können

Bitte besuchen Sie niemals ein Delfinarium. Klären Sie auch Familie, Freunde und Bekannte über das leidvolle Leben der Tiere in Delfinarien in Deutschland auf. Auch mit Delfinen zu schwimmen, ist keine tierfreundliche Idee.

Unterschreiben Sie auch unsere Petition für ein Nachzuchtverbot und Aufnahmestop für Delfine in Deutschland.